Marktbericht: Deutscher Aktienmarkt jubelt dank japanischer Geldpolitik

Published 31/10/2014 in Aktien, Finanzen

Marktbericht: Deutscher Aktienmarkt jubelt dank japanischer Geldpolitik

Der deutsche Aktienmarkt startet kurz vor dem Wochenende noch einmal so richtig durch. Der Dax steigt fast um anderthalb Prozent. Die überraschende Lockerung der japanischen Geldpolitik treibt die Börsen der Welt an.

Die überraschend gelockerte japanische Geldpolitik hat auch dem deutschen Aktienmarkt am Freitag kräftig Auftrieb gegeben. Im frühen Handel legte der Dax um 1,4 Prozent auf 9240,1 Punkte zu. Damit folgte der Leitindex den starken Auslandsvorgaben insbesondere aus Tokio und knüpfte an seine dreitägige Gewinnserie an.

Auf Wochensicht winkt dem Dax auf diesem Niveau ein Plus von 2,8 Prozent. Und auch die Bilanz für den Oktober sieht mit aktuell minus 2,5 Prozent deutlich weniger schlimm aus als noch zur Monatsmitte. Damals war das wichtigste deutsche Börsenbarometer wegen Sorgen um die Konjunktur auf den tiefsten Stand seit rund einem Jahr gefallen.

Starke Vorgaben insbesondere aus Tokio

Da die Preise in Japan nicht wie erwartet steigen, weitet die Zentralbank des Landes die Geldbasis um jährlich 80 Billionen Yen (582 Milliarden Euro) aus und damit stärker als bislang geschehen. Auch die anderen deutschen Indizes profitierten von diesen Nachrichten: Der M-Dax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen stieg um 1,1 Prozent auf 16.023,7 Punkte und der Technologiewerte-Index Tec-Dax gewann 0,9 Prozent auf 1239 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es um 1,2 Prozent hoch.

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In Tokio schloss der dortige Leitindex Nikkei 225 knapp 5 Prozent im Plus. Die anderen asiatischen Börsen legten ebenfalls deutlich zu. Bereits am Vortag waren die Kurse an der Wall Street nach der Verschnaufpause vom Mittwoch wieder gestiegen – dank guter Wirtschaftsdaten. Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial legte inklusive der Nachrichten aus Japan seit dem Xetra-Schluss um 1,1 Prozent zu.

Konkurrenten-Zahlen beflügeln Infineon

Auf dem Tagesplan stehen vor dem Wochenende eine Reihe von Konjunkturdaten. Dazu zählen die Vorabschätzung der Verbraucherpreise der Eurozone. Am Nachmittag folgen noch Daten aus den Vereinigten Staaten. Nach der jüngsten Zahlenflut am deutschen Aktienmarkt wurde es hier etwas ruhiger. Im Dax standen am Freitag keine Quartalsberichte auf der Agenda.

Den Kurssprung von 4,2 Prozent, der dem Halbleiterkonzern Infineon an die Dax-Spitze verhalf, führten Händler auf positiv aufgenommene Zahlen eines Branchenkollegen zurück. Das amerikanische Unternehmen Microchip Technology habe nach seiner jüngsten Gewinnwarnung im dritten Quartal ebenso die Erwartungen erfüllt wie mit seinem Ausblick auf das Schlussquartal. Die nach der Schlussglocke an der Wall Street vorgelegten Zahlen ließen die Aktien der Amerikaner nachbörslich um mehr als 4 Prozent steigen.

Lanxess sehr fest nach Bericht über Stellenabbau

Die Papiere von Lanxess verteuerten sich um 2,2 Prozent. Der angeschlagene Chemiekonzern will einem Medienbericht zufolge im Zuge seines Sparprogramms bis zu 1200 Arbeitsplätze streichen. Betroffen seien vor allem die Standorte Köln und Leverkusen. Bei der Kapitalmarktveranstaltung am 6. November werde Unternehmenschef Matthias Zachert gewiss weitere Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität vorstellen, sagte ein Börsianer.

Aus den wichtigen deutschen Indizes legte lediglich Fuchs Petrolub Geschäftsresultate vor. Die Aktien des Schmierstoff-Herstellers gewannen als bester M-Dax-Wert 4,4 Prozent. Die Mannheimer schafften in den ersten neun Monaten des Jahres ein Umsatzplus von 1,7 Prozent, während der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 0,5 Prozent und der Überschuss um 0,9 Prozent zurückging. Ein Händler sagte, die etwas besser als erwarteten Zahlen und der bestätigte Jahresausblick unterstützten die Aktie nach einem enttäuschenden zweiten Quartal und der damaligen Gewinnwarnung.

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