Diese Inderin wurde mit 71 zum ersten Mal Mutter

Published 12/11/2018 in Familie, Gesellschaft, Gesundheit, Medizin, Wissen

Diese Inderin wurde mit 71 zum ersten Mal Mutter

 
In vielen Dörfern Indiens glauben die Menschen, dass eine Frau ohne Kind nichts wert sei und Unglück bringt. Deshalb verhelfen Befruchtungskliniken, auch Älteren zu einem Baby. Wie Rajo Devi Lohan, die nach 54 Jahren Ehe endlich Tochter Naveen bekam.

Durch die Gassen ihrer Heimat geht Rajo Devi Lohan wieder mit erhobenem Kopf. Das Dorf Alewa liegt im Bundesstaat Haryana, im Nordosten Indiens, nahe der Grenze zu Pakistan. Ein paar Hundert Menschen leben dort wie seit Generationen als Bauern oder Viehzüchter. Rajo läuft über enge Pfade aus festgetretener, rotbrauner Erde, die sich wie Arterien an den aneinandergereihten Häusern aus Lehm oder Zement ziehen. Ab und an macht sie klapprigen Traktoren Platz. Wasserbüffel schaukeln an ihr vorbei, das Fell glänzend schwarz vor Nässe. Fliegenschwärme und der Staub der abgeernteten Weizenfelder hängen wie kleine Gewitterwolken über dem Boden. Frauen tragen Eimer voller Kuhdung auf ihren Köpfen, mit dem sie, wenn er getrocknet ist, die Eisenöfen ihrer Küchen anfeuern. Ihre Gesichter sind verschleiert mit dünnen Stoffen in Kanariengelb oder Mintgrün. Dennoch merkt Rajo, dass sie den Blick senken, wenn sie ihnen begegnet.

Rajo genießt es. Es ist ihre späte Genugtuung. Keine zwei Seitenstraßen entfernt lehnt Balaram am windschiefen Türrahmen ihres Hauses, Rajos Ehemann, drahtig, mit geschorenem Kopf und in weißem Kurta Pyjama, den traditionellen Baumwollkleidern indischer Männer. Er hat das Haus eigenhändig gebaut, jahrzehntelang, Stein für Stein mithilfe seiner Familie. Ein zweigeschossiger Bau aus schweren Ziegeln. Die Ziegel halten die Hitze ab, die Räume sind wegen ihrer schmalen Fenster dunkel. Balaram zündet sich mit einem Streichholz eine Nelkenzigarette an, ein klappriger Ventilator schaufelt schwüle Luft in den Raum hinter ihm.

 

Durch die späte Geburt sind die Lohans jetzt im Dorf angesehen

„Rajo hat mich zu einem König gemacht“, sagt er mehr zu sich selbst. „Man muss nur meinen Namen sagen, und die Leute hier wissen, wer gemeint ist.“ Er nimmt einen tiefen Zug und nickt in die blaue Leere. Für die Lohans sind die Jahre des Spotts und der Verzweiflung vorüber. Sie haben ihre Anerkennung. Endlich.

Neun Jahre ist es her, dass Rajo ihre Tochter zur Welt brachte. Rajo war damals 71. Das Kind kam pünktlich, der Kaiserschnitt war unkompliziert, auch wenn das Baby etwas zu leicht war und einige Tage im Brutkasten verbringen musste. 1700 Gramm Mensch, dem die Lohans den Namen Naveen gaben. „Um sechs Uhr abends wurde sie geboren“, sagt Rajo. „Und um sieben Uhr war ich berühmt.“ In den Fernsehnachrichten des Landes, tags darauf in den Zeitungen, überall ähnliche Schlagzeilen: Rajo Devi Lohan – die älteste Mutter der Welt.

Die Geburt mag normal verlaufen sein. Doch die Zeugung war ein Wunder, wie Rajo selbst sagt. Sie war wie ihr Ehemann nie in einer Schule, kann kaum lesen noch schreiben, und wie die Behandlung genau ablief, weiß sie bis heute nicht. Sie erinnert sich an Tabletten, die sie nehmen musste, an eine Ärztin, die eine Spritze benutzte. Aber vor allem: dass sie nach mehreren Monaten Behandlung und 54 Jahren Ehe endlich schwanger war.

 

Rajo bekam ihr lang ersehntes Kind durch eine IVF-Behandlung

Die Behandlung, die Rajo als ihre Erlösung ansieht, ist die In-vitro-Fertilisation, kurz IVF. Dabei werden Eizellen per Hohlnadel mit dem Sperma des künftigen Vaters befruchtet und in die Gebärmutter injiziert. Rajo pflanzte man das Ei einer ihr unbekannten jungen Frau ein, die es zuvor an die Geburtsklinik verkauft hatte.

Über sieben Millionen Kinder wurden in den vergangenen 40 Jahren durch IVF gezeugt. Die Methode ist für viele kinderlose Paare die letzte Hoffnung. Weltweit. Auch in Alewa. Die Beine zu lang, die Arme etwas zu dünn, ein Kind mit schwarzem kurzem Haar und wachem Blick. Neun Jahre jung. Die Pubertät schleicht sich bereits an Naveen heran. Auf einem Regal in einem kleinen Zimmer neben Fernseher und staubverhangener „Barbie“-Puppe stehen drei Pokale, die Naveen als Klassenbeste ihrer Schule auszeichnen.

Natürlich merkt sie, dass ihre Eltern älter als die der anderen Kinder sind. Viel älter. Rajo ist heute 80, Balaram 79 Jahre alt, die meiste Zeit verbringen beide liegend auf den harten Holzpritschen im Schlafraum, in dem Naveen auch ihre Hausaufgaben macht. Mit ihr Badminton zu spielen, so wie sie es in der Schule gern macht, schlägt Naveen ihren Eltern gar nicht erst vor. Stattdessen hilft sie im Haushalt: kocht Tee, backt, putzt, noch bevor sie sich an ihre Schulbücher setzt.

 

Naveen hat kaum Freunde im Dorf – ihre Eltern sind ja schon pflegebedürftig

Rajo sagt, ihr Kind sei sehr verantwortungsbewusst. Mit guten Manieren. Dass Naveen im Dorf kaum Freunde hat oder einige Mitschüler sie in der Schule wegen ihrer alten Eltern verspottet haben, erzählt die Mutter nicht. Das erzählt Naveen, und Rajo hört stumm zu. Dann streichelt sie ihrer Tochter zärtlich über den Kopf.

Kind wird Naveen nur, wenn sie vor dem kleinen Fernseher der Familie lachend zu der Musik aus knallbunten Bollywoodfilmen tanzt. Auf dem Smartphone Spiele spielt. Oder in der Schule mit ihren Klassenkameraden zusammen ist. Als Naveen einmal fragte, warum beide älter als die anderen Eltern seien, antwortete ihre Mutter im Scherz: „Wir haben dich so spät bekommen, damit du uns nicht früher schon so nerven kannst.“ Dass Naveen das Kind einer IVF-Behandlung ist, soll geheim bleiben. Sie sei ein Wunder. Das soll als Erklärung reichen.

 

Vor allem Frauen über 50 nutzen in Indien die Chance, durch IVF schwanger zu werden

Die Wunder geschehen drei- bis viermal täglich außer sonntags, in Anurag Bishnois „Centre for Assisted Reproduction“ in Hisar, der Provinzstadt etwa 100 Kilometer von Alewa entfernt. Unter Klimaanlagen und Ventilatoren warten mehrere Dutzend Frauen und Männer, viele nicht älter als 30, einige jenseits der 50. Der hell geflieste Raum ähnelt der Wartehalle eines Busbahnhofs.

Bishnois Vater brachte die IVF-Technik 2001 nach Hisar. Zuvor konnte man nur in den Großstädten Indiens eine künstliche Befruchtung bekommen. Sohn Anurag, ein ausgebildeter Chirurg, übernahm die Klinik 2012. Mittlerweile wurden Tausende Kinder in seinem Labor gezeugt.

Anurag Bishnoi sagt, dass seine Klinik allen Paaren helfe, die ein Kind möchten, ganz unabhängig von ihrem Alter. Doch die Klinik-Homepage zeigt vor allem Fotos glücklicher älterer Eltern. Mehr als 100 Frauen über 50 hat Anurag Bishnoi bereits zu späten Müttern gemacht. Sie kommen aus den Dörfern der Umgebung, manchmal drei, vier Autostunden entfernt, weil sie von Rajo und ihrem Glück gehört haben. Wirklich bekannt wurde der Arzt erst nach der Behandlung von Rajo Devi Lohan. Sie war lange Zeit die älteste Mutter der Welt, bis Daljinder Kaur aus Amritsar im Bundesstaat Punjab 2016 mit 72 Jahren ein Baby bekam.

Das exakte Alter der Patientinnen von Dr. Bishnoi ist in dieser Region Indiens nicht immer genau festzustellen. Ein Geburtsregister samt Urkunde gibt es auf den Dörfern erst seit wenigen Jahrzehnten. Geburtstage wurden lange Zeit von den Behörden einfach nachträglich festgelegt. Auch Rajo kennt ihr genaues Alter nicht – sie zählt ihre Jahre ab dem Hochzeitstag mit Ehemann Balaram.

„Auch Soldaten wissen, dass sie im Einsatz für ihr Land sterben können. Die Frauen hier sind genauso mutig. Sie sind Soldatinnen für ihre Familie.“

Anfangs behandelte Anurag Bishnoi Frauen bis 45. Dann kamen 50-Jährige. 57, 62, 68. Schließlich gab er ein Alterslimit ganz auf. Allein medizinische Tests, der Blutdruck und ein EKG entscheiden, ob er eine ältere Frau behandelt. Er sagt: „Wir machen, was die Gesellschaft hier von uns verlangt.“ Und das Risiko einer späten Schwangerschaft sei für Frauen über 40 genauso groß wie bei Frauen über 60. „Sie wissen, dass sie älter und etwas schwächer sind. Aber auch Soldaten wissen, dass sie im Einsatz für ihr Land sterben können. Die Frauen hier sind genauso mutig. Sie sind Soldatinnen für ihre Familie.“

Auch in Indien gibt es heftige Debatten über späte Schwangerschaften. Doch in der Region um Hisar, sagt Bishnoi, auf den abgelegenen Dörfern mitten auf dem Land, muss eine Frau einfach ein Kind bekommen. „Bleibt eine Ehe kinderlos, gibt es nach drei, vier Jahren eine Scheidung. Oder der Mann nimmt sich eine Zweitfrau. Familien brauchen Nachwuchs, allein schon für die Erbschaft.“

Auf dem Land in Indien stehen kinderlose Frauen so sehr im Abseits, dass für viele Selbstmord als Erlösung erscheint. „Sie nannten mich ,bange‘“, sagt Rajo, das Hindi-Wort für „leerer Bauch“. „Andere Mütter in meinem Dorf hörten auf, mit mir zu reden, Schwangere mieden mich, niemand lud mich zu Hochzeiten ein. Alle glaubten, ich bringe Unglück. Weil ich kein Kind bekam.“

 

Kinder sind in Indien vor allem eine Absicherung im Alter

15 Jahre lang probierten Rajo und ihr Mann, Nachwuchs zu zeugen. Vergeblich. Rajo dachte, es sei ihre Schuld. Denn Balaram, so testete ein Urologe, sei völlig gesund. Jahr um Jahr driftete das Paar weiter auseinander, Balaram tauschte seine Worte gegen Alkohol; Rajo hoffte auf Astrologen und Heiler, von denen sie mit Wundermitteln zurückkehrte, die in Wahrheit nur ein Gemisch aus Kohle und Kuhdung waren. Die Lohans gaben auf.

Balaram nahm sich eine Zweitfrau, um Nachwuchs zu bekommen. Rajo war einverstanden. Doch auch diese Frau blieb kinderlos. Dann zeigte ihnen ein Nachbar einen Zeitungsausschnitt: Eine Frau habe mit 67 Jahren ein Kind zur Welt gebracht. In der Fertilisationsklinik von Anurag Bishnoi. Rajo sah endlich Hoffnung. Ein Kind zu bekommen sei nicht nur ihr Lebenstraum, wie sie sagt. Kinder sind, besonders auf dem Land in Indien, viel mehr: Absicherung im Alter, Arbeitskraft im Haus, und sie bestimmen den Ruf der Familie. Ohne Nachwuchs sinkt der eigene Name nach dem Tod ins Vergessen.

Balaram verpachtete nach dem medizinischen Erstgespräch seinen Traktor, lieh sich Geld von Verwandten, um die 2000 Dollar Behandlungskosten bezahlen zu können. Die Chancen auf Erfolg lägen 50 zu 50, sagte ihnen Dr. Bishnoi. Mehr als genug, meinten die Lohans.

Rajo nahm Hormone: Östrogen, hoch dosiert, damit ihre Gebärmutter bereit für die Einnistung der befruchteten Eizellen einer Spenderin wurde. Die Behandlung glückte. Rajo begann sich ab und an zu übergeben, bekam nur einen kleinen Bauch, dafür großen Hunger auf Süßes und Saures. „Ich spürte keine Schmerzen“, sagt sie. „Ich wurde nur jeden Tag glücklicher.“

Die Hormone sorgten dafür, dass sie Naveen drei Jahre die Brust geben konnte, Rajo erzählt es stolz. Selbst das Aufstehen in der Nacht, alle zwei Stunden, sei kein Problem gewesen. Jede Klage würde einem Scheitern gleichen.

 

Was ihnen zu Ruhm verhalf, wird für die Tochter zum Nachteil – Naveen hat keine Kindheit

Sie genießen die Anerkennung. Und die Sicherheit, dass Naveen ihren Namen weitertragen, sie einmal pflegen wird. Auch wenn die Behandlung sehr teuer für die einfachen Weizenbauern war, haben sie doch immer noch ein Stück Land und Erspartes, das sie später einmal an ihre Tochter vererben können.

Dass die Eizelle, die Rajo befruchtet eingesetzt wurde, eine Spenderzelle war – wie bei allen In-vitro-Befruchtungen in diesem hohen Alter – ist für die Lohans nebensächlich. Das indische Gesetz legt fest: Jedes Baby, das eine Frau gebärt, gilt als ihr eigenes. Im Haus der Lohans reibt Naveen ihrem 79-jährigen Vater den Rücken mit Schmerzsalbe ein und bringt ihrer 80-jährigen Mutter die schwarze Sonnenbrille, die sie seit einer Augenoperation tragen muss. In nur wenigen Jahren wird sie eine Waise sein, die Lebenserwartung in Indien beträgt im Durchschnitt 69 Jahre.

Noch ist der Tod der Eltern für sie unvorstellbar. Sie träumt davon, Polizistin zu werden, ein neues, großes Haus zu bauen, in das sie – natürlich – mit ihren Eltern ziehen will. Sie haben Geld zurückgelegt, damit Naveen für einige Zeit versorgt sein wird. Rajos Brüder werden Naveen bei sich aufnehmen, alles sei geregelt, sagt Rajo.

Zu sehen, wie ihre Tochter bei Volljährigkeit verheiratet wird, sei ihr letzter Traum. Dann wäre sie 90. „Wann wir gehen, liegt nicht in unserer Hand, alles ist bereits von Gott entschieden, was könnten wir dagegen tun?“ Die biologische Grenze haben Rajo Devi und Balaram Lohan mithilfe eines Arztes bereits überschritten. Den Tod aber werden sie nicht überlisten.

 

IVF im Alter – was ist in Deutschland erlaubt?

In Europa unterliegt die In-vitro-Fertilisation (IVF) strengen Regelungen. In Deutschland etwa können nur verheiratete Frauen zwischen 25 und 40 die Behandlung mit Unterstützung ihrer Krankenkassen in Anspruch nehmen, danach muss die Therapie aus eigener Tasche bezahlt werden. Endgültiger Schlusspunkt ist der Beginn der Menopause. Nicht so in Indien. Dort sind neben Leihmutterschaften auch Eizell-Spenden erlaubt, die IVF-Therapien bis ins hohe Alter erst ermöglichen. Doch die Behandlung ist nicht ohne Risiko, es kann zu Frühgeburten, Schwangerschaftsdiabetes und Thrombosen kommen. Schließlich belastet eine Schwangerschaft das Herz-Kreislauf-System, weil das Herz viel mehr Blut durch den Körper pumpen muss, wofür die Gefäße einer älteren Frau nicht ausgelegt sind. Unter Umständen entsteht keine optimale Verbindung zwischen dem Kreislauf der Mutter und dem des Embryos, der dann unterversorgt wird.

Quelle:

https://www.brigitte.de/aktuell/gesellschaft/rajo-devi-lohan–inderin-wird-mit-71-zum-ersten-mal-mutter-11370476.html

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17 KommentareKommentieren

  • Zita - 14/11/2018 Antworten

    Ein Wunder. Die Frau brachte ihr erstes Kind mit 71 zur Welt. Das ist natürlich in diesem Alter sehr riskant die Kinder geboren. Dabei ist es auch verständlich, dass es in vielen Ländern eine Altersgrenze gibt. Aber die Situation dieser Frau war sehr traurig. Darum kann man das alles verstehen. In vielen Dörfern Indiens glauben die Menschen, dass eine Frau ohne Kind nichts wert sei und Unglück bringt. Deshalb verhelfen Befruchtungskliniken, auch Älteren zu einem Baby. Unsinn oder? Dank der künstlichen Befruchtung und der Eizellspende konnte diese Frau ein normales Leben bekommen. Also ist die Reproduktionsmedizin die letzte Chance für solche Frauen. Darum ist es einen Sinn die Eizellspende und die Leihmutterschaft legal zu machen.

  • Ruoyun - 15/11/2018 Antworten

    Schade für das Kind, so eine alte Mutter. Wir leben nun mal nicht ewig. Ich kann verstehen, dass man Kinder möchte, aber nicht verstehen, dass sie ziemlich früh auf sich gestellt sind. Wünsche allen ein langes glückliches und gesundes Leben noch weiterhin.
    Andererseits kommt drauf an, wie lange sie es schon so versucht hat. Fakt ist ja, ab Mitte 30 nimmt die Fruchtbarkeit sowieso langsam ab, über 40 ist schon risikoreich. Und mir scheint, wenn ich den Artikel lese, die hat ja nicht mal an die Möglichkeit der Leihmutterschaft gedacht (wenn Adoption in diesem Alter sicher unmöglich wäre) gedacht, sondern es auf Biegen und Brechen „so“ versucht und jetzt hats (endlich?) geklappt. Bin gute 20 Jahre junger als die Frau, aber die Leihmutterschaft ist genau das, was wir momentan in Betracht ziehen in erster Linie wegen meinem Alter (Infos für unser Projekt: http://forum.leihmutterschaft.com/index.php). Ganz ehrlich, wenn ich so lange vergeblich warte, mache ich mir schon eher drum Gedanken, einen Ausweg zu finden anstatt ewig und drei Tage zu hoffen, es wird „natürlich“ was. Ihr Kinderwunsch an sich ist ja ok. Aber bei allem Verständnis, man sollte es irgendwann akzeptieren, auch wenn es schwer fällt, anstatt auf Teufel komm raus bis ins hohe Alter so weiter zu machen. Wie gesagt, was hat das Kind noch davon? Wer weiß denn, wie lange die Beiden wirklich noch leben und wenn es noch lange ist, in welchem Zustand (sprich Demenz, oder zwar geistig noch fit aber körperlich bettlägerig o.ä.)?
    Ich denke nicht, dass diese Frau die Tragweite ihres Kinderwunsches wirklich erörtert hat. Dennoch kann ich diese Frau irgendwie auch verstehen, denn ich selber kenne das Gefühl Mutter werden zu wollen und körperlich keine Chance zu haben. Adoption ist oft eine Alternative, doch unsere Gesellschaft würde keiner 50-jährigen ein Kind zur Adoption geben. Ich gönne ihr das späte Mutterglück!

  • Pakirayu - 15/11/2018 Antworten

    Einfach nur bekloppt die Alte; verantwortungslos, bescheuert, selbstsüchtig, dümmer als Brot.
    Wenn Tochter eingeschult wird sitzt die „stolze Mutter“ mit Kinderlätzchen am Tisch und sabbert vor sich hin. Da kann die Kleine jeweils in der Pause kurz zuhause vorbeischauen und bei Bedarf die Windeln wechseln…..
    Mindestens so bescheuert sind die Ärzte, die solch verwerfliches und dummes Tun unterstützt haben, shame on them!! Schlimmer noch als die ukrainische, die eine Deutsche vor ein paar Jahren mit 65 „befruchtet“ haben.
    Wenn sie sich Kinder gewünscht hat und es auch künstlich nicht klappt, warum ist sie dann nicht mal auf den Gedanken gekommen ein Kind zu adoptieren? Wenn so viele Jahre vergehen, hätte jeder vernünftige Arzt doch zumindest diesen Vorschlag machen können. Stattdessen immer weiter bis ins wörtlich (mehr oder weniger) Alter. Wenn die ihre Tochter liebt, dann ist das an sich ja wenigstens etwas Gutes dran. Nur wird es dem Kind nicht mehr viel nutzen, wenn es vielleicht schon in paar Jahren Waise wird. Das ist das traurige daran.

  • HelterSkelter - 15/11/2018 Antworten

    Armes Kind, so ne dumme Mutter.
    Es ist in diesem Alter einfach unverantwortlich, ein Kind in die Welt zu setzen. Ich bin 20 Jahre jünger und ich hätte es auch vor 10 Jahren nicht getan. Und wenn dieses Kind in der Pubertät ist, kann es seiner Mutter die Windeln wechseln. Unfassbar.
    Man sollte meinen, dass man im Alter Weise wird, aber manche verblöden einfach nur: ob die Deutsche mit 65, die in die Ukraine geht, um dort sich mit Vierlingen schwanger machen zu lassen, oder die Australierin, die zuhause mit ihrem Kiwu spinnt. Schade, dass sich immer noch “ Mediziner “ finden, die solche künstlichen Befruchtungen bei Oma’s vornehmen.
    Auch wenn es nicht der Normalfall sein sollte: es ist andererseits eine schönere Nachricht, zu hören, dass eine 63 Jahre alte Frau ein gesundes Kind zur Welt bringt/ bringen darf als Nachrichten wie aus Syrien, wo Hunderttausende elendiglich krepieren müssen, darunter viele unschuldige Kinder.

  • Caspur - 15/11/2018 Antworten

    Die Biotexcom-Ärzte lassen aus der Ukraine grüßen!
    Dachte mir, welcher Arzt gibt sich zu so etwas noch her?
    Mir tut das Kind sehr leid. Ich habe in meinem Bekanntenkreis selbst erlebt, was es für ein Kind bedeutet, das altersmäßig die eigenen Großeltern als Eltern hat. Es gehört v e r b o t e n ! Das Kind, inzwischen ein Erwachsener, ist in seiner Entwicklung keineswegs zu vergleichen mit einem Erwachsenen, der „normal“ alte Eltern hat.
    Das Kind hat schon mal alle genetischen Veränderungen, welche die Eltern auf Grund ihres Alters in ihren Erbanlagen gespeichert haben mit in die Wiege gelegt bekommen. Damit ist ein gesundes Altwerden des Kindes schon mal weniger wahrscheinlich als bei jungen Eltern. Schon aus diesem Grund muss man die alte Mutter als selbstsüchtig und verantwortungslos bezeichnen!
    Und wenn die Tochter dann 17 ist, kann sie mit der Mutter schwofen gehen. Wenn sie Lust hat, den Rollstuhl zu schieben.
    Aber ohne hämisch zu sein kommt man zum folgenden Schluss: wäre es in Europa, wäre die Frau nur medizinische Testperson behandelt. Wenn es „im Ausland“ war, dann doch wegen Selbstherrlichkeit, die das Kind in 10-15 Jahren zur Vollwaise macht.

  • Cupcake - 15/11/2018 Antworten

    Die Natur hat auch vielen jungen Ehepaaren das Kinderkriegen untersagt. Und trotzdem wird versucht, es mit der Medizin zu umgehen. Hat Euch das je gestört? Kommt mir jetzt aber nicht mit dem Alter (ob mit 65 in der Ukraine oder 70 in Indien), denn das ist Unfug, weil auch bei uns zig Tausende Kinder von Opa und Oma aufgezogen und zu vollwertigen sozialen Mitgliedern der Gesellschaft wurden.
    Natürlich ist das Alter für eine gebärende Frau untypisch, aber ich finde diese Reaktion von diesen Gannon mehr als abstoßend. Weder kann dieses Baby was dafür noch wird es ihn in den ersten Jahren an Liebe und Geborgenheit fehlen. Ein Baustein, der das ganze Leben dieses Mädchen prägen wird. Wie viele Kinder müssen ihn von „gebärtypischen Jahrgangsmütter“ vermissen. Ich wünsche der Mutter viel Kraft, Freude und ein langes Leben gemeinsam mit ihren Sprößling. Mag sie vor Mißgunst, Krieg und Not verschont bleiben!!

  • Skadi - 15/11/2018 Antworten

    Die Wechseljahre der Frau haben ihren biologischen Sinn, wenn es altersbedingt auf natürliche Weise nicht mehr klappt, sollte Schluss sein. Denn Menschen sind keine Versuchskaninchen, die auf der Welt da sind, um ukrainischen oder australischen Ärzten eine Möglichkeit geben, verantwortungslos rumzudoktern. Auch wenn es der Herrgott warum auch immer übersehen hat, bei uns Männern im gleichen Alter die Zeugungsfähigkeit auszuschalten. Bei den Promis >50 klappts mit den Kindern auch nur noch deshalb, weil junge gebärfähige Frauen angesichts Promistatus und prallem Bankkonto ihren Ekel überwinden und das Ganze über sich ergehen lassen. Das Risiko von Behinderungen beim Kind steigt mit steigendem Alter der Eltern, geistig gesunde aber körperlich behinderte Kinder alter Eltern können dann ihr Leben lang „genießen“ die Arschkarte gezogen zu haben, in unserer Gesellschaft sowieso wenn sie nicht arbeiten können und auf Andere angewiesen sind. Wenn Alle bei denen ab Kindesalter das dauerfunkende Schmierbildschirmhandy in der Hosentasche die Eier bzw. Eierstöcke mit Hochfrequenzimpulsen gegrillt hat, ihr zerschossenes Erbgut vererben wird es noch genug Leid geben.
    Obwohl das jeder für sich selbst verantworten muss, finde ich es nicht richtig in diesem Alter und auch noch durch künstliche Befruchtung ein Kind zu bekommen. Wenn der Wunsch so intensiv ist, warum hat sie nicht in jüngeren Jahren ein Kind adoptiert?! Deren gibt es so viele. Wenn das Mädchen im Teenageralter ist, ist die Mutter schon sehr alt… Es ist in meinen Augen egoistisch außerdem hätte sich die Frau schon vor Jahren künstliche Befruchten lassen können. Das ist nur meine Meinung, denn eigentlich geht es uns allen nichts an. Ich dachte, den Egoismusrekord hat schon die Raunigk mit ihren Biotexcom-Vierlingen aufgestellt, wie hab ich mich geirrt. Muss jeder selbst verantworten. Wir sind froh, dass wir erwachsene Kinder haben und zwei süße Enkelchen und das dritte ist unterwegs… und wir sind noch jung, aufgeschlossen und flott wie sportlich um viel Spaß und Freude mit den Enkelkindern zu haben. Als wir Eltern wurden, waren wie noch jung, aber reif genug um uns dieser Verantwortung zu stellen und aus beiden ist etwas geworden und nun haben sie die Verantwortung ihren Kindern gegenüber.

  • Nole - 15/11/2018 Antworten

    Falsch!! Die tragt das Handy nicht in der Hosentasche, sondern vor sich her wie einen Kompass. Damit sie das Windelgeschäft oder das Klo findet.
    Aber in Anderem bin ich mit dir einverstanden: Nicht nur die „Mutter“ ist verantwortungslos. Nein, auch Diejenigen, welche die künstliche Befruchtung durchführten. Ob in der Ukraine oder in Indien, heißt das keine Hilfe mehr, sondern Rekorde aufstellen.
    Ich halte dieses in dem Alter für egoistisch, rücksichtslos. Künstliche Befruchtung – für Paare deren Wunsch nach Kinder unerfüllt bleibt, warum nicht auf diesem Weg, aber nicht in dem Alter. Denken die überhaupt an das Kind, an später?
    Ich möchte diesem Kind nicht das Recht auf sein Leben absprechen. Ich möchte aber seine Mutter Verantwortungsbewusstsein absprechen.
    Man sollte Kinder kriegen wenn man diese auch in der Lage ist zu versorgen. Das sind oft zu junge Menschen nicht aber vor allem auch zu alte! Ein „Segen“ für das Kind wenn die „Eltern“ keine weitere Familie haben (Geschwister und deren Kinder bzw. Enkel). In diesem hohen Alter Kinder zu versorgen ist nicht nur seelisch eine Herausforderung sondern auch körperliche! Mit 70 ist solch ein Stress schlicht nicht nur eine geringfügige Todesgefahr. Vor allem ^^…die meisten „Großeltern“ betreifft in der Regel jene, die selbst in den Vierzigern oder Fünfzigern sind! Eben wenn deren Kinder (bspw. ca. 16-23) nicht in der Lage sind…wirtschaftlich, zeitlich oder gar reifetechnisch…diese adequat zu versorgen. Mit 70 sind die meisten schon fast Urgroßeltern und deren Kinder stellen dann die Großeltern dar! Wer mit Anfang 70 Kinder bekommt ist schlicht unverantwortlich und wie es im Artikel richtig heißt…Egoistisch ! Akzeptiert biologische Realitäten !

  • lss - 15/11/2018 Antworten

    Ich weiß, manche „Humanisten“ würden es auch noch begrüßen, wenn die Mutti 85 Jahre wäre (ich glaube, der Rekord war bei 65, wurde in der Ukraine, im Biotexcom-Zentrum aufgestellt), weil sie vor ein paar Tagen eine Rüstige Omi gesehen haben.
    Es geht hier einzig und alleine um das “ Kind “ welches nicht gefragt wurde , welches die Mutter dann im Schlimmsten Fall schon im Alter von 15 Jahren verlieren wird (Und ja , sie mögen es nicht glauben, es würde dann im Heim landen , oder von einer “ Jungen Familie aufgenommen werden !)
    Den Ärzten, die das zu verantworten haben gehören die Finger oder noch ganz andere Ding abgehackt……… oder besser noch, Sie sollten für den Unterhalt des Kindes bis zum endgültigen Abschluss der Ausbildung aufkommen.
    . . dieses behütende Elternhaus wird wohl nicht so lange bestehen können, wie es eigentlich den Kindern bis zu ihrer eigenen Selbstständigkeit dienen sollte, weil sie in der Blüte ihrer Jugend die Eltern verlieren werden. Das ist meines Erachten seitens der Eltern purer Egoismus. Tut mir leid!
    Nun, ich denke, dass es die Natur schon richtig machte, als sie die Fortplanzungsfähigkeit in einem bestimmten Alter einstellt. Ich erinnere mich an einen Artikel in dem berichtet wurde, dass diese Kinder in späteren Jahren bestimmte Krankheiten entwickeln. Die Geninfo, seitens der Mutter ist ja über 60 Jahre alt, während Männer ja ihren Teil stets neu herstellen.
    Die Menschheit wird immer neurotischer und verrückter……

  • Klara - 20/11/2018 Antworten

    „Rajo hat mich zu einem König gemacht“, sagt er mehr zu sich selbst. Der Mann ist sehr stolz und dankbar seiner Frau. Es ist so angenehm glückliche Eltern zu sehen. Ungeachtet des Alters macht diese Ehepaar, um ihr Kind auch glücklich zu machen. In solchen Situationen denke ich, alles hat einen Sinn. Und nicht ohne Grund können die Frauen in solchem Alter selbst Kinder austragen.

  • Helen - 21/11/2018 Antworten

    Es ist ein Wunder und ein Glück für diese Familie. Das ist sehr gut, dass sie schwanger sein konnte. In ihrem Alter ist es sehr riskant. Nicht alle junge Frauen können dank IVF und EZ schwanger werden. Aber in diesem Fall ist es Glück oder Gottes Willen. Über sieben Millionen Kinder wurden in den vergangenen 40 Jahren durch IVF gezeugt. Die Methode ist für viele kinderlose Paare die letzte Hoffnung. Leider ist in der letzen Zeit die Zahl der ungewollt kinderlosen Menschen größer. Und sehr oft kann nur eine Leihmutterschaft helfen. Darum ist es sehr gut, wenn die Frau ein Baby austragen kann. Und wenn es klappte nicht, braucht man eine gute Kinderwunschklinik. In der ähnlicher Situation war ein Ehepaar, die IVF passte ihnen nicht, darum nahmen sie die Leihmutterschaft in der Ukraine in Anspruch https://www.youtube.com/watch?v=yt0KydrDBVc.

  • Dora - 22/11/2018 Antworten

    Oh mein Gott! Wie ist es möglich? Die Reproduktionsmedizin kann Wunder machen. Aber das ist nicht so gut. Ich bin nicht sicher, dass es gut ist, mit 71 eine Mutter zu werden. Die Schwangerschaft ist in diesem Alter mit großem Risiko für Mutter und für Kind verbunden ist. Und dieses Glauben ist in Indien wie etwas Unverständliches. Wenn die Frau kinderlos ist, dann bringt sie…Das ist Unsinn. Die unfruchtbare Frau ist schon unglücklich und anstatt ihr zu helfen, demütigen die anderen Menschen sie. Das diskriminiert die kinderlosen Frauen. Ich denke aber, es ist sinnvoll die künstliche Befruchtung etwas früher zu machen.

  • Sonia - 23/11/2018 Antworten

    Nun, was kann man zu sagen. Das ist traurig und gleichzeitig sehr gut ist, dass die Eltern ein lang erwartetes Kind bekamen. Aber…Das ist zu spät. Die Frau ist 80 und ihr Mann 79 Jahre alt, die meiste Zeit verbringen beide liegend auf den harten Holzpritschen im Schlafraum, in dem Naveen auch ihre Hausaufgaben macht. Was ist gutes hier ist. Das Kind bekommt nicht genügend der Hilfe der Eltern. Dabei muss dieses Mädchen im Haushalt helfen. Das Kind hat keine richtige Kindheit. Und es versteht schon, dass ihre Eltern alt sind. Aber es ist traurig, dass Naveen das Kind einer IVF-Behandlung ist, soll geheim bleiben. Sie hat das Recht die Wahrheit zu wissen.

  • Toni - 26/11/2018 Antworten

    Das ist Wahnsinn. Nicht ohne Grund gibt es in Europa die Altersgrenze für Eizellspende.

    • Gabi - 27/11/2018 Antworten

      Das stimmt. Leider ist es nichts zu machen. Ich glaube auch, dass es ein Egoismus ist, in diesem Alter Kinder zur Welt zu bringen. Was ihnen zu Ruhm verhalf, wird für die Tochter zum Nachteil – Naveen hat keine Kindheit. Und niemand fragte dieses Mädchen, ob es ihr Traum war, keine Kindheit zu haben. Unsinn.

      • Dora - 30/11/2018 Antworten

        Du hast recht. Es ist sehr schade, dass es in der Welt vorkommt. Es muss eine Altersgrenze für Eizellspende sein. Und ich verstehe, dass es eine Rettung für diese Familie war. Aber sie konnten es früher machen. Das Kind braucht eine normale Kindheit und die Hilfe der Eltern. „Wir haben dich so spät bekommen, damit du uns nicht früher schon so nerven kannst.“ Warum wollte sie die Wahrheit nicht sagen? Das Mädchen wird über alles von fremden Leuten erfahren. Ist es gut? Aber es ist gut, dass die Eltern über die Zukunft ihrer Tochter gekümmert hatten. „Rajos Brüder werden Naveen bei sich aufnehmen, alles sei geregelt“, sagt Rajo.

  • Saskia - 03/12/2018 Antworten

    Ich bin überzeugt, dass solche Idee, mit 71 zum ersten Mal Mutter werden, überhaupt ein Irrsinn ist. Was kann diese, oh Gott, frischgebackene Mutter diesem Kind geben? Wie kann diese Frau ihr Baby großziehen? Warum muss das Kind wegen seiner dummen Mutter ein hartes Schicksal durchleben? Ich habe so viele Fragen, auf die ich leider keine angemessene Antwort finden kann.

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