Audi Q3, 2. Generation: Scharfe Linie statt Buckel

Published 29/09/2018 in Motor, Technik & Motor

Audi Q3, 2. Generation: Scharfe Linie statt Buckel
Der Audi Q3 in der zweiten Generation.

Vom ersten Audi Q3 wurden immerhin 1,1 Millionen Exemplare verkauft. Die zweite Generation wird keine Mühe haben, diesen Erfolg zu wiederholen.

Wenn nach sieben Jahren einer der Gründerväter der Kompakt-SUV-Klasse abtritt, lasten auf dem Nachfolger große Erwartungen. Vom ersten Audi Q3, der bei seinem Debüt 2011 nur gegen wenige Konkurrenten bestehen musste, wurden immerhin 1,1 Millionen Exemplare verkauft. Die zweite Generation wird keine Mühe haben, diesen Erfolg zu wiederholen, wenngleich sich die Zahl der Wettbewerber in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt hat.

Der neue Q3, er kommt im November auf den Markt, hat sich im Vergleich zu seinem Vorgänger um fast zehn Zentimeter auf 4,49 Meter gestreckt. In der Breite hat er nur verhalten zugelegt, da ist er um 1,8 Zentimeter gewachsen. Der um acht Zentimeter längere Radstand (2,68 Meter) schafft die Grundlage für einen satten optischen Auftritt und opulente Platzverhältnisse im Innern. Der Q3 verabschiedet sich von der rundlichen Knuddel-Gestalt mit Kuppeldach und zeigt klare, scharfe Linien. Die ausgestellten Radhäuser zitieren den Charakter verblichener Quattro-Modelle, die fast waagerecht verlaufende Dachlinie gibt ihm eher die Gestalt eines Allroad-Kombis denn eines Kompakt-SUV. Die Scheinwerfer sind dank LED-Technik zu schmalen Schlitzen geworden. Der spannenden Optik tut dies keinen Abbruch, zumal der Kühlergrill präziser und im Format zurückhaltender gezeichnet ist.

Innen finden sich Ausstattungselemente, die wir schon in den größeren Audi-Baureihen kennengelernt haben. Das Cockpit ist digital und deshalb variabel, das hochauflösende TFT-Display produziert gestochen scharfe Bilder. Es ist in allen drei Ausstattungsstufen an Bord, allerdings in verschiedenen Größen. Auf der Mittelkonsole sitzt der Hauptmonitor mit Diagonalen von 8,8 oder 10,1 Zoll. Die Spracheingabe soll die manuelle Eingabe von Adressen oder Telefonnummern ersetzen. Das neue Bedienkonzept ist allerdings nicht mehr selbsterklärend.

Der Raumgewinn kommt vor allem den Rückbank-Passagieren und dem Gepäck zugute. Die Rücksitzbank ist in allen Versionen im Verhältnis 40:20:40 dreigeteilt und lässt sich um 15 Zentimeter in der Länge verschieben. Zudem kann die Neigung der Rückenlehnen eingestellt werden. Das Kofferraumvolumen variiert bei der Nutzung aller fünf Sitzplätze zwischen 530 und 675 Liter. Wer die Rückbanklehnen umklappt, steigert es auf das Maximum von 1525 Liter.

Der Q3 startet mit vier Motorversionen, drei Benzinern und einem Diesel, alle kommen mit Hilfe eines Turboladers zu Kräften. Der Selbstzünder leistet bei zwei Litern Hubraum 150 PS, eine Version mit 190 PS soll später folgen. Der Basisbenziner, und nur für ihn hat Audi schon einen Preis von 33 500 Euro angegeben, holt aus 1,5 Litern Hubraum ebenfalls 150 PS, die Zweiliter-TFSI-Aggregate bringen es auf 190 und 230 PS. Die Basismodelle haben Frontantrieb und ein manuelles Sechsganggetriebe, die kräftigeren Versionen bekommen den Allradantrieb und ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen. Das Spitzenmodell RS Q3 mit über 350 PS könnte 2019 starten, eine Elektrifizierung wird nicht ausgeschlossen, wohl aber eine Erdgasvariante.

Auf ersten Kilometern zeigt sich der Diesel drehfreudig, bei weniger als 1800 Umdrehungen in der Minute wirkt er müde. Der starke Benziner strotzt vor Kraft und verleitet die Automatik zu teils ruppigen Schaltvorgängen. Sehr angenehm ist dagegen die neue Progressiv-Lenkung, die für viel Agilität sorgt. Auf Wunsch an Bord ist das Fahrmodi-Programm Drive Select, dessen Sport-Niveau noch halbwegs komfortabel ist. Die Smartphone-Anbindung ist selbstverständlich ebenso wie die induktive Ladeschale aufpreispflichtig. Neben der Standard-Ausstattung mit Assistenzsystemen wie Notbremse oder Spurhaltung gibt es eine 360-Grad-Kamera mit Felgenblick, die vor Beschädigung der teuren, bis zu 20 Zoll großen Leichtmetallräder beim Einparken schützt.

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