Fahrbericht Suzuki Jimny: Zurück in die Zukunft

Published 29/09/2018 in Motor, Technik & Motor

Fahrbericht Suzuki Jimny: Zurück in die Zukunft
Kam vor rund 20 Jahren auf den europäischen Markt.

Der Suzuki Jimny ist so etwas wie eine automobile Zeitmaschine. Doch wie viel Zurück und wie viel Zukunft stecken in dem kleinen Freeclimber?

Der Jimny, der vor rund 20 Jahren auf den europäischen Markt kam, fährt jetzt in seiner vierten Generation vor und ist so etwas wie eine automobile Zeitmaschine. Er erinnert an rustikale Vorbilder wie den Defender, die G-Klasse von Mercedes-Benz und letztlich auch den LJ von Suzuki. Der Fahrer sitzt auf dem Hochsitz, die Fenster stehen steil, und der kurze Radstand lässt den Jimny dann und wann schon mal über schlechte Straßen hüpfen statt gleiten. Mit anderen Worten: Der Jimny wirkt auf den ersten Blick wie eine „Back-to-the-future“-Interpretation von Suzuki. Aber wie viel Zurück und wie viel Zukunft stecken in dem kleinen Freeclimber?

Wie beim Vorgänger ruht die Karosserie auf einem Leiterrahmen, der verstärkt wurde und über Starrachsen vorn und hinten mit Längslenkern und Panhardstab verfügt. Dank der höheren Steifigkeit konnte der Fahrkomfort und die Fahrstabilität – im Vergleich zum Vorgänger – deutlich verbessert werden. In den Außenabmessungen ist der jetzt 3,65 Meter kurze Jimny gar um 4,5 Zentimeter geschrumpft und in der Breite um 4,5 Zentimeter auf 1,65 Meter gewachsen. Der Radstand von 2,25 Meter ist geblieben, die Höhe beträgt 1,72 Meter. Äußerlich wirkt der kleine Kraxler jetzt noch kantiger mit seiner steil gestellten Windschutzscheibe und den kurzen Überhängen vorn und hinten.

Dazu wirkt der Innenraum des Viersitzers sehr rustikal, und alles ist, wie es sich für einen echten Geländewagen gehört, gut abwischbar. Eher müsste man aber von einem 2+2-Sitzer sprechen, da es im Fond für Erwachsene recht eng zugeht. Die Beinfreiheit hält sich in Grenzen. Das Cockpit wirkt klar und aufgeräumt, die Rundinstrumente sind prima ablesbar. In den Kofferraum passen nur 85 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen sind es dann 377 Liter. Im Gelände fühlt sich der dreitürige Mini-Kraxler mit seinem zuschaltbaren Allradantrieb sowie Geländeuntersetzung richtig zu Hause. Der sogenannte Allgrip ist schon aus dem Vorgänger bekannt. Der neue Suzuki ist nicht weichgespült und ein echter Off-Roader mit elektronischen Helfern wie Bergan- und -abfahrhilfe, einem maximalen Böschungswinkel von 36 Grad vorn und 48 Grad hinten und ist bestens gerüstet für Fahrten im Gelände.

Angetrieben wird der Jimny jetzt von einem neuen 1,5-Liter-Saugbenziner, der den 1,3-Liter-Vorgängermotor mit 84 PS ablöst. Der 1,5-Liter-Vierzylinder leistet 102 PS und erfüllt die Euro-6d-Norm. Der 1165 Kilo leichte Wagen erreicht sein maximales Drehmoment von 130 Newtonmeter bei 4000 Umdrehungen in der Minute. Für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h benötigt er 13,4 Sekunden und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 145 km/h. Laut Hersteller konsumiert er im Schnitt 6,8 Liter (WLTP).

Auf ersten Testfahrten lag unser Durchschnittsverbrauch bei 7,3 Liter. Die Kraft wird serienmäßig mit einer Fünfgangschaltung auf die Hinterräder gebracht, für Schaltfaule ist eine Viergang-Wandlerautomatik für die Comfortline-Ausstattung (1180 Euro) erhältlich. Der Vierzylinder ist zwar kein Temperamentsbolzen, aber im Vergleich zum Vorgänger liegt der bedeutend ruhiger auf der Straße, und man kann auch längere Strecken auf der Autobahn fahren.

Allerdings wünscht man sich einen sechsten Gang. Angeboten wird er in den Ausstattungsstufen Comfort und Comfort Plus, schon die Basisversion hat serienmäßig unter anderem einen Fernlichtassistenten, Klimaanlage, Tempomat, Müdigkeitserkennung und Spurhaltewarnsystem an Bord. Ebenfalls gehört ein Notbremssystem zum Serienumfang. Die Comfort-Plus-Versionen sind darüber hinaus mit einer Klimaautomatik, LED-Scheinwerfern und einem Navigationsgerät ausgestattet.

Der Marktstart für den Mini-Geländewagen zu Preisen ab 17.915 Euro für den Jimny 1,5 Allgrip Comfort ist Ende Oktober. Seit 1998 konnte Suzuki allein in Deutschland rund 87.400 Jimny verkaufen. Im ersten vollen Verkaufsjahr 2019 erwartet Suzuki hierzulande eiinen Absatz von 6000 Einheiten

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