Neue Verordnung: HIV-Tests künftig im freien Verkauf erhältlich

Published 21/09/2018 in Gesellschaft, Gesundheit

Neue Verordnung: HIV-Tests künftig im freien Verkauf erhältlich
Ein Mann entnimmt bei einem Heimtest eine Blutprobe, um sich anonym auf Geschlechtskrankheiten untersuchen zu lassen.

Bisher waren HIV-Tests nur in bestimmten Einrichtungen oder beim Arzt möglich. Jetzt soll es einen Test für Laien geben, der von zuhause aus gemacht werden kann.

Wer wissen möchte, ob er sich mit dem HI-Virus infiziert hat, muss künftig nicht mehr zum Arzt oder in eine Beratungsstelle gehen. Der Bundesrat beschloss am Freitag eine Verordnung für den freien Verkauf von HIV-Selbsttests. Zu Begründung hieß es, es gebe mittlerweile leistungsstarke und für Laien gut handhabbare Selbsttests.

Diese könnten von Menschen angewandt werden, die den Gang zum Arzt meiden wollten und sich bislang gar nicht oder nur unregelmäßig testen ließen, hieß es zur Begründung. Durch die Abgabe der Selbsttests erhöhe sich somit die Wahrscheinlichkeit, dass HIV-Infektionen zu einem früheren Zeitpunkt erkannt und behandelt werden und dadurch die Weitergabe von Infektionen verhindert werde.

Deutsche Aids-Hilfe begrüßt die Entscheidung

Bislang können HIV-Tests nur in bestimmten Einrichtungen oder einem Arzt vorgenommen werden. Nach der Entscheidung des Bundesrates werden diese künftig nicht nur in Apotheken, sondern auch andernorts zu erwerben sein. In anderen Ländern sind die HIV-Tests bereits seit längerem frei verkäuflich, die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt dies seit 2016.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte den Zeitungen der „Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft“ (NBR): „Je früher Betroffene die Diagnose HIV kennen, desto früher können sie gut behandelt werden.“ Andere hätten „bei Unsicherheit die Chance auf schnelle Gewissheit, nicht infiziert zu sein“. Mit der Freigabe des Verkaufs „können wir noch erfolgreicher sein im Kampf gegen HIV und Aids“, so der Gesundheitsminister.

Auch die Deutsche Aids-Hilfe begrüßte die Entscheidung des Bundesrates. Der Selbsttest werde zahlreiche Aids-Erkrankungen und HIV-Infektionen verhindern, erklärte die Organisation. Die freie Verfügbarkeit senke die Hemmschwelle und ermöglicht so mehr Menschen eine frühe Diagnose und damit eine Behandlung. Unter Therapie ist HIV auch nicht mehr übertragbar. Rund 13.000 Menschen in Deutschland wissen der Aids-Hilfe zufolge nichts von ihrer HIV-Infektion.

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