Herbstanfang: Sommer ade

Published 23/09/2018 in Gesellschaft, Gesundheit

Herbstanfang: Sommer ade
Die Saison ist vorbei: Strandkorbvermieter Gerhard Wolter macht den Strand herbstfest.

Tschüs Sommer, es war schön mit dir! Heute beginnt der Herbst – Grund genug, noch einmal zurückzublicken auf einen Super-Sommer, der gefühlt niemals enden wollte.

Er hatte großes Durchhaltevermögen, hat zum Wiesn-Auftakt am Samstag noch einmal alles gegeben, doch nun ist der Sommer definitiv vorbei: Am Sonntag ist kalendarischer Herbstanfang – und pünktlich dazu ist es ungemütlich geworden. Mit dem Herbst fegt auch gleich das Sturmtief „Fabienne“ mit Regen und Gewittern über Deutschland hinweg. Ein Grund mehr, sich noch einmal an die Hitze zu erinnern – und an einen Super-Sommer, dem Hunderttausende auf Instagram mit dem Hashtag #endlesssummer – unendlicher Sommer huldigen. Auf einem der Fotos streckt eine Yogalehrerin ihre Arme in den blauen Himmel, um noch einmal der Sommersonne einen Gruß zu entrichten.

Der Eindruck der Unendlichkeit dürfte sich bei Müßigen auf Parkbänken und Picknickdecken eingeschlichen haben, die im Sonnenschein Raum und Zeit vergaßen. Mit 770 Stunden Sonne gehörte der Sommer zu den sonnenreichsten der vergangenen Jahrzehnte. Nur der Jahrhundertsommer im Jahr 2003 übertrifft diesen Wert mit durchschnittlich 793 Stunden.

Die Durchschnittstemperatur des Sommers 2003 von 19,6 Grad konnte in diesem Jahr mit 19,3 Grad ebenfalls nicht übertroffen werden. Einzig bei der Trockenheit muss sich der damalige Rekordsommer geschlagen geben. In diesem Jahr fielen in den Sommermonaten nur 130 Liter Regen je Quadratmeter, im Sommer 1911 waren es sogar noch sechs Liter weniger. 2003 waren es 152 Liter.

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Viele Landwirte traf die Dürre hart. Laut Erntestatistik lagen die Hektarerträge beim Getreide etwa 16 Prozent unter dem dreijährigen Mittel der Vorjahre. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sprach von einem „Ereignis nationalen Ausmaßes“. Die unter Dürre leidenden Landwirte können darum 340 Millionen Euro staatliche Hilfe bekommen, davon bis zu 170 Millionen Euro vom Bund.

Für die Obstbauern und Winzer ist die Lage besser. 1,1 Millionen Tonnen Äpfel werden die Obstbauern nach Schätzungen des Bundesamtes für Statistik in dieser Saison pflücken. Das wären 82 Prozent mehr als im sehr schlechten Vorjahr. Den tiefen Wurzeln der Obstbäume konnte die Dürre nichts anhaben. Ganz so golden wird der Oktober für sie aber trotzdem nicht ausfallen. Wenn alle volle Körbe zum Markt bringen, sinken die Preise.

Derweil pressen die Winzer voraussichtlich 9,75 Millionen Hektoliter Wein aus ihren Trauben, schätzen die Statistiker. Ein guter bis sehr guter Jahrgang werde erwartet. Das sind doch gute Aussichten – auch wenn der Sommer nun endgültig vorbei ist. Tschüss Sommer, es war schön mit dir!

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