Leiden der Hochschule: Was wird aus der Universität?

Published 23/07/2018 in Die Gegenwart, Politik

Leiden der Hochschule: Was wird aus der Universität?
Studenten der Hochschule Koblenz in einem Hörsaal.

Die Leiden der Universität setzen sich unbeirrt fort. Erst war es die Politisierung, dann Didaktisierung, dann Ökonomisierung. Jetzt stehen die Zeichen auf Ökologisierung. Ein Gastbeitrag.

Die Universität dient der Wissenschaft, und indem sie der Wissenschaft dient, dient sie der Gesellschaft. Das ist die Humboldt-Idee der Universität. Die gilt, trotz vielfach schlechter Presse, im systematischen Sinne auch heute noch, und das sogar in besonderem Maße, insofern sich die moderne Gesellschaft auf dem Wege in eine Wissensgesellschaft sieht. Gemeint ist eine Gesellschaft, die ihre Entwicklung und damit ihre Zukunft auf die Leistungsfähigkeit des wissenschaftlichen und des technischen Verstandes setzt, daher auch im Wissen ihre wesentliche Produktivkraft erkennt und im Übrigen, wenn sie Glück hat, zwischen Verstand, als Ausdruck eines Verfügungswissens, und Vernunft, als Ausdruck eines Orientierungswissens, klug zu unterscheiden vermag.

Tatsache ist, dass die Universität in der für sie konstitutiven Verbindung von Forschung und Lehre immer schon für eine Wissensgesellschaft ausgebildet hat. Das liegt nicht nur daran, dass sie ihrem Wesen nach selbst eine Wissensgesellschaft im Kleinen ist, sondern auch daran, dass sie eben dasjenige Wissen bildet und vermittelt, dessen moderne Gesellschaften unabdingbar bedürfen.

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