Made in Europe: Woher kommen die Batteriezellen für Elektroautos?

Published 05/03/2018 in Motor, Technik & Motor

Made in Europe: Woher kommen die Batteriezellen für Elektroautos?
Zahlreich: Batteriezellen in einem Tesla

Die Zellen in den Akkus deutscher Elektroautos kommen bislang ausschließlich aus dem asiatischen Raum. Doch eine europäische Batterieallianz soll das nun ändern.

Nicht vom Wohlwollen des Bäckers hängt es ab, ob wir ausreichend Brot erhalten, sondern davon, dass er seine eigenen Interessen wahrnimmt. Diese vor fast 250 Jahren formulierte Erkenntnis des Ökonomen Adam Smith sollte eigentlich dafür sorgen, dass ausreichend Akkus zur Verfügung stehen, wenn die Menschen sich in Scharen dem Elektroauto zuwenden. Trotzdem will die Europäische Union nun eine Allianz für die Batterieproduktion aufbauen. „Der Zusammenschluss bündelt künftig nach dem Vorbild des Flugzeugbauers Airbus die europäischen Kapazitäten für die Produktion leistungsfähiger Energiespeicher“, heißt es in einer Stellungnahme der deutschen Bundesregierung. Industriepolitische Maßnahmen dieser Größenordnung, die einen heftigen Markteingriff darstellen, bedürfen einer besonderen Rechtfertigung. Doch worin besteht die?

Produktion einer Zelle

Es lohnt sich, zunächst ein wenig Ordnung in die Begriffsvielfalt zu bringen. In der öffentlichen Diskussion geht es ausschließlich um die Produktion der Batteriezellen, jener Einheiten also, in denen die elektrochemische Speicherung stattfindet. Sie werden nach der Herstellung zu sogenannten Batteriemodulen verschaltet und die Module dann mit Überwachungselektronik und Kühlsystem in einem Gehäuse zu einem Akku zusammengefügt. In den Zellen heutiger Lithium-Ionen-Akkus stecken rund 80 Prozent der gesamten Wertschöpfung – unabhängig von der Bauform. Es gibt drei verschiedene Zelltypen, die sich bislang im automobilen Dauereinsatz bewährt haben: erstens Rundzellen in zylindrischer Form, abgeleitet von Laptop-Akkus, zweitens prismatische Zellen, die in der Regel gar nicht die Form eines Prismas, sondern eines Quaders mit abgerundeten Ecken haben, und drittens flache Pouchzellen, bei denen die aktiven Schichten gestapelt und in einer flexiblen Folie verschweißt werden.

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