Fliegeruhren-Pionier Sinn: Ein Sammlerstück als Hommage

Published 07/03/2018 in Mode & Design, Stil

Fliegeruhren-Pionier Sinn: Ein Sammlerstück als Hommage
Guinand J41-HS 102

Der frühere Fluglehrer und Frankfurter Fliegeruhren-Pionier Helmut Sinn ist im 102. Lebensjahr gestorben. Die Guinand J41-HS 102 soll an ihn erinnern.

Helmut Sinn träumte davon, 103 Jahre alt zu werden. Damit wäre er der Älteste in der Geschichte seiner Familie gewesen. Mitte Februar endete sein Traum aber: Der frühere Fluglehrer und Frankfurter Fliegeruhren-Pionier ist im 102. Lebensjahr gestorben. Nur wenige Wochen vor seinem Tod hat er noch gemeinsam mit Matthias Klüh, dem Inhaber der lange Jahre von Sinn betreuten Marke Guinand, eine Uhr zu seinem 102. Geburtstag ersonnen, der im September gewesen wäre.

Die Uhr ist mittlerweile fertig. Und sie wird auch auf den Markt kommen, wenn auch notgedrungen unter anderen Vorzeichen als erhofft. Klüh bringt das Modell J41-HS 102 als Hommage an Sinn heraus – und zwar schon zur Branchenmesse Baselworld im März.

Das Ganze hat eine doppelte Vorgeschichte: Schon aus Anlass des 100. Geburtstags von Helmut Sinn, dem Gründer der seit 1994 im Besitz von Lothar Schmidt befindlichen Firma „Sinn Spezialuhren“, hatte Guinand ein Sondermodell herausgebracht. Die HS 100, eine Uhr im Rennfahrerstil der Siebziger, war innerhalb weniger Wochen ausverkauft. Die HS 102 knüpft wiederum an eine der ersten von Sinn entwickelten Uhren an: die Chronosport 41J, eine klassische, auf gute Ablesbarkeit getrimmte Fliegeruhr mit Stoppfunktion.

Manufaktur-Besitzer Klüh reagiert mit dieser Uhr nach seinen Worten auch auf Anfragen von Fans des ursprünglichen Chronosport-Modells. „Wir sind öfter gefragt worden: Habt Ihr davon noch welche?“ Doch sei das eben nicht der Fall. Die Nachfrage habe die Entscheidung erleichtert, mit einer Neuauflage auf den Markt zu kommen. Allerdings handelt es sich nicht einfach um eine Kopie. Zwar ist auch die HS 102 mit drei Totalisatoren für die laufenden Sekunden und die gestoppte Zeit bestückt. Das beim Original auf der „6“ eingebaute Datumsfenster ist aber nicht mehr vorhanden. Dafür ist unterhalb des Guinand-Logos die Silhouette der Tante Ju, des legendären Propellerflugzeugs Ju 52, zu sehen. Klüh lehnt sich damit an ein altes, von Sinn genutztes Markenzeichen an. Im Vergleich zum Erstling sind auch die Zeiger etwas schmaler gehalten.

Im Gehäuse tickt ein Automatikwerk 7753 des Schweizer Herstellers Eta. Die Einschalung misst 40,6 Millimeter, so wie einst das Original. Die Uhr ist limitiert, naheliegend auf 102 Stück. Sie kostet 1916 Euro. Der Preis spiegelt das Geburtsjahr von Helmut Sinn wider.

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