Tierseuchen-Schutz in Hessen: Diagnostik-Koffer, Schutzkleidung, Fahrzeugschleusen

Published 31/01/2018 in Gesellschaft, Gesundheit

Tierseuchen-Schutz in Hessen: Diagnostik-Koffer, Schutzkleidung, Fahrzeugschleusen
Elektrozangen zum Keulen inklusive: Blick ins Tierseuchenlager des Regierungspräsidiums Gießen in Wetzlar

Sollte in Hessen eine Tierseuche ausbrechen, dann ist man in Wetzlar vorbereitet. Dort lagert das Land Materialien und Geräte, die im Falle des Falles gebraucht werden.

Benötigt worden sind sie bislang nicht. Aber im Notfall lässt sich rasch handeln. Gleich mehrere Stapel mit Schildern liegen in der Halle im Gewerbegebiet am Standrand von Wetzlar auf Abruf bereit, um überall im Land aufgestellt zu werden, sollte die Afrikanische Schweinepest tatsächlich auf Hessen übergreifen oder Verdacht bestehen, dass das zwar für den Menschen ungefährliche, für Haus- und Wildschweine aber fast immer tödliche Virus hierzulande angekommen ist. „Sperrbezirk“, „gefährdeter Bezirk“ und „Beobachtungsgebiet“ ist auf den Schildern zu lesen. Diese Warnhinweise zählen zu den Beständen im Hessischen Zentrallager für Tierseuchenbekämpfungsmaterial. Rund 12.000 Posten sind es insgesamt, mit denen das Lager ausgerüstet ist, um im Fall des Ausbruchs von ansteckenden Krankheiten bei Nutztieren oder Hinweisen darauf unverzüglich handeln zu können. Das dient nicht nur Tierseuchen zu eliminieren, sondern soll zudem verhindern, dass diese sich ausbreiten können.

Die Mitarbeiter des Zentrallagers, darunter auch Veterinärmediziner, sind zwar selbst nicht an Ort und Stelle tätig, wenn es darum geht, Tiere zu untersuchen, Proben zu entnehmen und Sperrbezirke auszuweisen. Aber die Einrichtung sei wichtiges Glied in der Kette, wenn rasch gehandelt werden müsse, wie Wolfgang Kulow, Dezernatsleiter Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Regierungspräsidium Gießen, der die Einrichtungen untersteht, gestern erläuterte. Wenn die Veterinärdienststellen in den Kreisen bei Verdacht oder Ausbruch von Seuchen erst einmal Material besorgen müssten, gehe wertvolle Zeit verloren, konstatiert Kulow. Zudem, gibt er zu bedenken, sei es unwirtschaftlich, wenn jeder Kreis eigene Vorratshaltung betreibe.

Baustein des hessischen Veterinärwesens

Deshalb habe das Land also auf Initiative des Regierungspräsidiums Gießen eine Einrichtung geschaffen, wo sich jeder Kreis jederzeit Tierseuchenbekämpfungsmaterial beschaffen könne, wie Regierungspräsident Christoph Ullrich hinzufügt. 2001 eröffnet, habe sich das Lager als wichtiger Baustein des hessischen Veterinärwesens etabliert. Eine Statistik gibt es nicht, Kulow berichtet von unterschiedlicher Nachfrage, manchmal seien es drei Aufträge in der Wochen, dann wieder sei es mitunter Monate ruhig.

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