Straßenkünstler in der Ukraine: „Ein Ort, um besser zu werden“

Published 04/02/2018 in Gesellschaft, Menschen

Straßenkünstler in der Ukraine: „Ein Ort, um besser zu werden“
Seine Botschaften schreibt Gamlet in Blockbuchstaben an Hauswände: „Ein Ort, um besser zu werden“, „Sei sorgloser“, „Wenn der Himmel bis zur Erde reicht, sind wir alle Himmelsbewohner.“

Gamlet Zinkovskys Kunst reicht bis in die Hinterhöfe Charkiws. Die Ukraine macht ihn oft wütend – aber ohne sie kann er auch nicht.

Auf dem Gasherd steht eine Kanne aus weißer Emaille, aber Gamlet trinkt jetzt lieber Kräuterlikör. Es ist noch nicht spät, doch im Winter verschwindet das Licht in Charkiw früh. Das heißt also: Es ist okay, jetzt schon Schnaps zu trinken. Dazu raucht Gamlet Selbstgedrehte.

Er trägt vier Ringe an der rechten Hand, der dickste zeigt das Wahrzeichen von Charkiw, den Spiegelbrunnen, und trägt seine Initialen: GAZ, Gamlet Alexandrowitsch Zinkovsky.

„Ich bin aus Neid Künstler geworden“, sagt Gamlet. Und dann erzählt er, wie er mit zwei Jahren ein Bild malte, damit seine Mutter es an der Wäscheleine aufhängen würde, genau wie das seiner älteren Schwester. Das Kunststudium später brach er ab, aber behalten hat er davon seinen Namen, der seinen Geburtsnamen vom Ausweis und den Geldkarten getilgt hat.

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