Fahrbericht Citroën C3: Und ewig piepst der Spurhalter

Published 15/01/2018 in Motor, Technik & Motor

Fahrbericht Citroën C3: Und ewig piepst der Spurhalter
Auch wenn das 4,16 Meter lange City-Crossover äußerlich etwas SUV-Schminke aufgetragen hat, bleiben die Van-Qualitäten des Vorgängers weitgehend erhalten.

Citroën springt auf den SUV-Erfolgszug auf und verpasst dem C3 Aircross ein mutiges Design. Ist der praktische Familienfreund nur ein weiterer City-Crossover?

Ohne SUV geht heute scheinbar nichts mehr. Vor allem das Segment der kleinen Pseudo-Geländegänger wächst und wächst, es hat sich von 2012 bis 2016 verfünffacht. Kein Wunder also, dass jetzt auch Citroën auf den Erfolgszug aufgesprungen ist. Für den Nachfolger des seit 2009 angebotenen C3 Picasso hat der französische Hersteller nicht nur den Namen des berühmten Malers, sondern auch gleich das gesamte Fahrzeugkonzept über Bord geworfen und keinen weiteren Minivan, sondern stattdessen einen kompakten Crossover entwickelt. Der C3 Aircross wird wie seine Konzernbrüder Peugeot 2008 und Opel Crossland X im Opel-Werk im spanischen Saragossa gebaut. Die Kooperation entstand lange vor der Übernahme Opels durch den PSA-Konzern. Die Preise beginnen mit günstigen 15290 Euro, für die identisch motorisierte Basisversion des Opel-Modells sind 16850 Euro bereitzuhalten, mit 17550 Euro startet das Peugeot-Pendant.

Von den drei Geschwistern bietet der Citroën die auffälligste Optik. Robust und farbenfroh gezeichnet, mit auf zwei Ebenen angeordneten Frontscheinwerfern und bulligem, steilem Heck kommt er frech-sympathisch und keinesfalls aggressiv daher. Die Möglichkeiten zur Personalisierung sind zahlreich: Allein 85 Varianten fürs Außendesign, darunter acht Karosseriefarben, drei Dachfarben und drei Stylingpakete mit Kontrastlackierung für Dachreling, C-Säule, Außenspiegel und Scheinwerferumrandung, sind im Programm. Auch innen setzt Citroën auf Individualität und Farbe. Wem das serienmäßige schwarz-graue Interieur zu trist ist, kann es mit einem von vier Ambiente-Paketen aufpeppen (Aufpreis 490 bis 790Euro). Zur Wahl stehen unter anderem bunt umrahmte Lüftungsdüsen, farbige Nähte an den Sitzbezügen, ein zweifarbiges Lenkrad und ein zum Teil mit Stoff bezogenes Armaturenbrett. Die schicken Details kaschieren die mitunter harten Kunststoffe recht gut. Insgesamt kommt der C3 Aircross so erfrischend anders daher, dass ihn die aus 60 Journalisten bestehende Jury von „Car of the year“ unter die sieben Finalisten für den Titel des besten Autos 2018 gewählt hat. Im März wird der endgültige Sieger gekürt.

Auch wenn das 4,16 Meter lange City-Crossover äußerlich etwas SUV-Schminke aufgetragen hat, bleiben die Van-Qualitäten des Vorgängers weitgehend erhalten. Kopf- und Kniefreiheit sind auf allen fünf Plätzen gut. Ist das große, elektrisch bedienbare Glasschiebedach verbaut, wird es allerdings für lange Lulatsche im Fond nach oben hin knapp. Die im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitze lassen sich in der höchsten der drei Ausstattungen um bis zu fünfzehn Zentimeter längs verschieben. Sitzen kann dann dort zwar keiner mehr, aber der Gepäckraum erweitert sich von 410 auf 520 Liter. Die Mittellehne im Fond verwandelt sich in einen Getränkehalter und ermöglicht das Durchladen. Gegenstände bis 2,40 Meter Länge können transportiert werden, wenn die Lehne des Beifahrersitzes, der nicht höhenverstellbar ist, nach vorn umgelegt wird. Dank doppeltem Ladeboden entsteht hinter der breiten Heckklappe eine ebene Fläche. Rechnerisch passen 289 Liter in den Gepäckraum, ein klassenüblicher Wert. Der Vorgänger C3 Picasso schluckte aber 500 bis 1506 Liter.

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