Verkauf nach Insolvenz: Vier Bieter buhlen um Niki in Endrunde

Published 22/12/2017 in Unternehmen, Wirtschaft

Verkauf nach Insolvenz: Vier Bieter buhlen um Niki in Endrunde
Maschinen von Niki und der insolventen Muttergesellschaft Air Berlin am Flughafen in Wien

Der Gläubigerausschuss hat den Insolvenzverwalter beauftragt, mit vier Interessenten zu verhandeln. Bis zum Jahreswechsel soll feststehen, wie es mit Niki weitergeht. Tücken sind neben den laufenden Kosten die Slots.

Vier Interessenten sind in der Endrunde um den Kauf der Fluggesellschaft Niki, die nach der Pleite von Air Berlin Insolvenz angemeldet und den Betrieb eingestellt hat. Der Gläubigerausschuss beauftragte den Insolvenzverwalter Lucas Flöther bei einer Sitzung am Freitag zu Verhandlungen mit den Interessenten, wie ein Sprecher des Verwalters mitteilte. Um wen es sich bei den Bietern handelt, wollte Flöther mit Blick auf die zugesicherte Vertraulichkeit nicht bekanntgeben. Noch in diesem Jahr solle eine Lösung aber gefunden werden, hieß es.

„Die Aussichten dafür stehen gut“, sagte Flöther. Er sei zuversichtlich, dass es möglich sei, „große Teile des Geschäftsbetriebs und zahlreiche Arbeitsplätze in Österreich und Deutschland zu erhalten“. Die österreichische Airline hatte vor mehr als einer Woche Insolvenz angemeldet – nachdem die Übernahme durch die Lufthansa wegen Bedenken der EU-Wettbewerbshüter geplatzt war. Niki stellte den Flugbetrieb daraufhin ein. Tausende Passagiere saßen zunächst fest.

Die Airline mit rund 1.000 Beschäftigten gilt als besonders attraktiver Unternehmensteil der insolventen Muttergesellschaft Air Berlin. Bereits zum Start des Bieterverfahrens um Niki meldete Flöther „zahlreiche ernsthafte Interessenten“. Die Zahl schrumpfte jedoch mit Ablauf der Bieterfrist am Donnerstag. Insgesamt seien sechs Angebote für weite Teile des Niki-Geschäftsbetriebs eingegangen, hieß es. Fünf von ihnen seien verbindlich.

Bereits vor Ablauf der Frist hatte der Gründer der Airline und frühere Rennfahrer Niki Lauda erklärt, er werde verbindlich mitbieten. Weitere Interessenten sollen unter anderem die die Muttergesellschaft von British Airways IAG, der Reiseveranstalter Thomas Cook mit seinem Ferienflieger Condor und die zum weltgrößten Reisekonzern Tui gehörende Fluglinie Tuifly sein. Der irische Billigflieger Ryanair und das Konsortium um den Berliner Logistiker Zeitfracht sprangen hingegen ab.

Print article

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen