Ackern auf dem Roten Planeten: Regenwürmer gedeihen auch im Marsboden

Published 28/11/2017 in Weltraum, Wissen

Ackern auf dem Roten Planeten: Regenwürmer gedeihen auch im Marsboden
In gedüngtem Marsboden gedeihen Salatpflanzen und Regenwürmer

Will man den Mars besiedeln, müssen dort auch Nahrungsmittel angebaut und geerntet werden können. Guter Boden wäre dafür sehr nützlich. Ein irdisches Pilotprojekt verspricht jetzt Hoffnung.

Regenwürmer – wichtige Helfer in der Landwirtschaft und im Gartenbau – können sich offenkundig auch in einem Boden vermehren, welcher der Marserde nachempfunden ist. Das haben niederländische Biologen von der Universität Wageningen festgestellt. Am Ende eines Experiments mit der speziellen Erde, in der sie Rucola-Salat angepflanzt und ausgewachsene Regenwürmer eingesetzt hatten, fanden Wieger Wamelink und seine Kollegen zwei neue kleine Regenwürmer. Offenkundig sind es Nachkommen. Was wenig spektakulär klingt, ist für die Wissenschaftler jedoch ein kleiner, aber wichtiger Schritt in Richtung Gartenbau auf dem Mond oder dem Mars.

Die Forscher um Wamelink wollten bei ihren Versuchen eigentlich das Wachstum von Rucola in einer Substanz beobachten, die dem Marsboden ähnelt. Das Material aus hawaiianischem Vulkanmaterial stellte die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa den niederländischen Biologen zur Verfügung. Die Wissenschaftler setzten der Erde Gülle und ausgewachsene Regenwürmer zu.

„Die Gülle hat offensichtlich das Wachstum des Rucola stimuliert“, sagte Wamelink. „Die größte Überraschung kam jedoch gegen Ende des Experiments, als wir zwei junge Würmer in der simulierten Marserde fanden.“

Ein nachhaltig aufgebautes, geschlossenes Ökosystem gilt als wichtige Voraussetzung für die Ernährung und das Überleben von Menschen auf dem Mars. Würmer spielen hier eine wichtige Rolle, da sie abgestorbene organische Stoffe abbauen und wiederverwertbar machen.

Seit 2013 bauen die Forscher im Rahmen des Projektes „Food für Mars and Moon“ verschiedene Gemüsearten an – darunter Brechbohnen, Erbsen, Rettich, Tomaten, Kartoffeln, Rucola, Karotten und Kresse. Die einzige Art, die sich bislang allen Versuchen widersetzt habe, sei Spinat.

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