Amazons neue Modelle: Echo für alle

Published 27/09/2017 in Digital, Technik & Motor

Amazons neue Modelle: Echo für alle
So sieht die neue Produktpalette von Amazon aus.

Überraschend hat Amazon in seiner Firmenzentrale in Seattle neue Produkte vorgestellt. Das Ziel: Alexas Einzug in unsere Wohnungen.

Es war eine Art Anti-Apple-Veranstaltung mit einem gewissen Understatement. Amazon hat etwa 50 Journalisten aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Deutschland nach Seattle in die Firmenzentrale eingeladen, um in einer eineinhalbstündigen Präsentation neue Produkte vorzustellen. Das Event wurde weder angekündigt noch irgendwo live übertragen. Dabei gab es genügend Neuigkeiten. Allen voran neue Echo-Modelle.

Lautsprecher in klein und groß: Echo und Echo Plus

Die zweite Generation des Echo ist in der Höhe geschrumpft. Obwohl die typische Zylinderform geblieben ist, soll er besser klingen. Amazon hat einen Tief- und Hochtöner eingebaut, Dolby Sound ist ebenfalls integriert. Multiroomfähig ist Echo auch. Die Veränderungen zum Vorgänger sind also im Wesentlichen die geringere Größe, der verbesserte Sound und der Preis. Echo wird nur noch 100 Euro kosten. Wer gleich einen Dreierpack kauft, bezahlt 250 Euro.

Echo Plus ist äußerlich kaum unterscheidbar vom “alten” Echo: gleiche Größe, gleiches Aussehen. Der Clou steckt im Gehäuse: Hard- und Software wurde um einen Smarthome-Hub erweitert. So lassen sich etwa Lampen wie die Philips Hue automatisch einbinden. Alexa sucht die Umgebung ab, synchronisiert seine Liste über die Cloud und weist dem smarten Produkt den Namen zu, sodass sie ansteuerbar ist. Bisher musste man solche Produkte händisch einbinden. Nun reicht es, die Lampe einfach in die Fassung zu schrauben. Echo Plus wird 150 Euro kosten.

Beeindruckend waren bei der Vorstellung in Seattle die “Routinen”. Man definiert ein bestimmtes Set an Aktionen, die durch einen einzigen Sprachbefehl ausgelöst werden. So genügte ein “Alexa, Good Morning”, dass das Licht angeht, Rolläden geöffnet werden und der Wasserkocher automatisch startet.

Telefonieren mit Alexa: Echo Connect

Bei Connect ist auch nach der Präsentation noch nicht ganz klar, wie es in Deutschland genau funktionieren wird, weil die hiesigen Regulierungsbehörden andere Vorstellungen als diejenigen in Amerika, Kanada und Mexiko haben. Dort kann man bald mit Connect telefonieren, als wäre es das eigene Festnetztelefon. Die Kontakte werden über Alexa verwaltet, gesprochen wird über die Freisprechfunktion. Connect soll sowohl über die analoge Telefonleitung als auch über VOIP funktionieren. Man nimmt also Telefonate an oder wählt eine Nummer, indem man über Alexa die Gespräche koordiniert.

Spielen mit Echo Button

Echo Button sieht aus wie diese Buzzer aus den etlichen Rate-Shows, die im Fernsehen laufen. Und für diesen Zweck setzt man sie auch ein. Die Buttons werden per Bluetooth mit Echo verbunden. Dann wird gespielt. Alexa stellt eine Frage. Der Teilnehmer, der die Antwort kennt, drückt den Button. Alexa fragt nach der Antwort und sagt, ob sie wahr oder falsch ist. Ein Zweierpack kostet 20 Euro und dürfte unter einigen Weihnachtsbäumen landen.

Wenn Sprache nicht reicht: Echo Show und Spot

Auf Echo Show wartet man in Deutschland schon länger. In Amerika kann er schon gekauft werden. Er unterscheidet sich von dem bisherigen Echo durch seinen 7 Zoll großen Bildschirm. Daher hat sich auch sein Aussehen verändert. Echo Show sieht letztlich aus wie ein kleiner Fernseher. Wer Echo nutzt, wird einen Vorteil sofort erkennen. Missverständliche oder mehrdeutige Aussagen können über das Display angezeigt und die richtige händisch ausgewählt werden. Ansonsten spielt Echo auch Filmchen ab. Dafür hat Amazon in Deutschland Partner gewinnen können wie das ZDF, die Tagesschau oder Kitchen Stories. Show kann auch als Video-Chat-Gerät benutzt werden. Dafür muss der andere noch nicht einmal ein Show besitzen, es funktioniert auch mit der Alexa-App auf dem Smartphone. Show wird in Deutschland 220 Euro kosten. Wer zwei Geräte auf einmal kauft, spart 100 Euro.

Echo Spot ist die kleine Ausführung von Show. Er sieht aus wie ein Wecker aus vergangenen Tagen. Die kleine Kugel hat einen 2,5 Zoll großes Bildschirm, der im inaktiven Modus ein Ziffernblatt anzeigt. Seine Funktionalität entspricht im Wesentlichen der von Show.

Hoher Kontrast in Fire TV:

Wie zu erwarten war, kommt auch Fire TV in der nächsten Generation. Die Streaming-Box ist kleiner geworden und kann nun mit Hilfe eines kurzen Kabels direkt an den HDMI-Anschluss des Fernsehers gesteckt werden. Das neue Fire TV kann nun auch HDR. Die Auflösung von 4K konnte es schon vorher. Dolby Atmos ist ebenso an Bord.

Damit schließt Amazon wieder zu Apple auf, die mit Apple TV vor kurzem ein Gerät vorgestellt haben, das ebenfalls 4K und HDR kann. Fire TV wird 80 Euro kosten.

Fazit:

Amazon hat an seinen Produkten konsequent weitergearbeitet. Die Echo-Familie ist mit Spot, Show, Connect und Plus enorm gewachsen. Seit der ersten Echo-Generation sind sehr viel Skills dazu gekommen. Amazon will Alexa in möglichst vielen Wohnungen sprechen hören. Das Weihnachtsgeschäft wird zeigen, wie die Kunden die neuen Echo-Produkte annehmen.

Bei Fire TV fragt man sich, wie viele Fernsehbesitzer ihr Gerät erweitern wollen und müssen. Denn ein moderner 4K-Fernseher hat in der Regel einen Smart-TV-Bereich, indem die Amazon-App vorhanden ist und somit auch die meisten Funktionen von Fire TV.

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