Is Fashion modern?: Ein Jungdesigner im Museum of Modern Art

Published 01/10/2017 in Mode & Design, Stil

Is Fashion modern?: Ein Jungdesigner im Museum of Modern Art
Mode oder Kunst? Richard Malone, Jahrgang 1990, trägt auch selbst gerne bunte Anzüge.

Sein Label hat Richard Malone erst vor zwei Jahren in London gegründet. Ab Oktober stellt er seine Stücke im MoMA aus. Grund genug um den jungen Mann kennenzulernen.

Herr Malone, Sie sind einer der wenigen Jungdesigner, dessen Arbeiten vom 1. Oktober an in der Ausstellung „Is fashion modern?“ im Museum of Modern Art (MoMA) in New York zu sehen sein werden. Die erste Modeausstellung in diesen Räumen seit 73 Jahren. Gratulation! Wie kam’s?

Ich stand schon länger mit den Leuten vom MoMA in Kontakt, eigentlich seit ich Student an der Universität Central Saint Martins in London war. 2014 habe ich dort meinen Bachelor gemacht. Nach meiner letzten Schau im Februar kamen sie bei mir vorbei.

Waren Sie überrascht? Immerhin ist es die erste Modeausstellung seit Jahrzehnten.

Ja. Ich war zu dem Zeitpunkt so in meiner Modeblase, dass ich erst mal einen Moment gebraucht habe, um die Bedeutung zu begreifen. Es ist ein Riesenkompliment, dass sie mich ausgewählt haben und meine Arbeit ganz anders präsentieren, als mir das in einer Schau möglich wäre. Das ging echt schnell, wenn man bedenkt, dass ich mein Label erst vor zwei Jahren gegründet habe.

Was hat das Team vom MoMA denn ausgewählt?

Sie waren angetan von meiner Annäherung an Arbeitskleidung, und im Besonderen von dem Jumpsuit. Um so einen Einteiler haben sie mich gebeten. Es geht bei mir immer um den Bezug zum Körper, ich arbeite skulptural, das ist gerade bei einem Einteiler gut möglich. Mich interessiert bei dem Kleidungsstück die Kreuzung aus etwas Praktischem und etwas Elegantem. Und sie passt zu meiner Vergangenheit.

Wie meinen Sie das?

Mit einem Einteiler kann man bei Wind und Wetter auf dem Baugerüst arbeiten. Ich bin in Wexford aufgewachsen, im Südosten von Irland. Mein Vater ist Maler und Raumgestalter, mit ihm habe ich viele Häuser renoviert. Als ich jung war, habe ich sehr viel Zeit auf Baustellen verbracht. Praktische Arbeitskleidung war dabei immer ein Thema, seit ich 13, 14 Jahre alt bin. Meine Idee als Designer ist es jetzt, diesen Ansatz zu überhöhen. Oft reicht ein extravagantes Schnittmuster oder perfekte Maßschneiderei.

Sind Sie so auch zum Modedesign gekommen?

Das gesamte Bachelor-Studium über war ich mir nicht sicher, ob ich Mode oder Kunst studieren sollte. Deshalb habe ich auch keinen Master drangehängt. Ich wollte Mode ausprobieren. Aber ehrlich gesagt bin ich immer noch in diesem Zwiespalt. Ich experimentiere mit Videokunst und Skulpturen.

Jetzt hängt Ihr Werk in einer MoMA-Ausstellung. Das können die wenigsten Künstler von sich behaupten.

Und ich mag das Tempo der Mode. Dass man in direktem Kontakt zu Menschen steht, dass man sie mit seiner Arbeit verändern kann oder die Räume, in denen sie sich bewegen. Einfach über Bekleidung!

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