Neuer Polo soll VW Schwung bringen

Published 16/06/2017 in Unternehmen, Wirtschaft

Neuer Polo soll VW Schwung bringen
Außen neu, innen digital: VW-Vorstand Herbert Diess mit dem neuen Polo

Dieses Auto soll „Weltmarktführer unter den Kleinwagen“ werden: Volkswagen hat seinen neuen Polo vorgestellt. Die Digitalisierung hat ihn voll im Griff.

Nach dem erfolgreichen Lauf des VW-Tiguan im Marktsegment der sportlichen Geländewagen (SUV) will Volkswagen mit einem neuen Polo nun auch bei den Kleinwagen wieder zulegen. VW will seine sechste Auflage des Kleinwagens vom Herbst an nicht nur in Deutschland und Westeuropa, sondern auch in Südamerika oder China auf den Markt bringen, teilte das Unternehmen am Freitag bei der Vorstellung des Modells in Berlin mit.

Der Polo solle „Weltmarktführer“ unter den Kleinwagen werden, sagte VW-Kernmarkenchef Herbert Diess zur Vorstellung. Das Auto ist mit einer Vielzahl von Assistenz- und Komfortsystemen ein weiterer Beleg dafür, wie stark die Digitalisierung das Autofahren in den nächsten Jahren verändern wird. Auch das neue Modell wird mit Dieselmotor erhältlich sein. Der Diesel-Anteil bei dem Kleinwagen liegt allerdings schon jetzt lediglich bei 15 Prozent.

Der Ruf des Diesels ist nach dem Abgas-Skandal von Volkswagen schwer belastet. Eine Elektroversion des Polo soll es nicht geben. VW sei etwa mit dem Elektro-Golf gut aufgestellt. VW will auch als Reaktion auf den Abgas-Skandal in den nächsten Jahren zahlreiche neue Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen. Der Wagen wird im spanischen Werk Pamplona gebaut. Der Polo ist mit bisher mehr als 14 Millionen verkauften Fahrzeugen neben dem Golf einer der Bestseller von VW. Das meiste Geld verdienen die Hersteller aber mit SUV. Im Kleinwagengeschäft sind die Gewinne geringer.

Der Automarkt in Europa hat unterdessen wieder an Fahrt gewonnen. Nach einem starken Rückgang im April legte die Zahl der Neuzulassungen im Mai teils wieder kräftig zu. Vom Wachstum ausgenommen blieben Diesel-Fahrzeuge. Mit rund 1,4 Millionen neu zugelassenen Autos kletterte der Absatz in der EU auf den höchsten Stand seit zehn Jahren, teilte der Verband der Automobilindustrie am Freitag mit. Bei den deutschen Herstellern schnitt Daimler mit einem Absatzplus von 13,4 Prozent am besten ab, vor VW mit plus 8,2 Prozent. Bei BMW war der Anstieg mit 2 Prozent deutlich geringer.

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