Fliegt aus der Hand

Published 12/06/2017 in Computer & Internet, Technik & Motor

Fliegt aus der Hand
Minidrohne Spark von DJI

Mit der Minidrohne Spark von DJI gelang schon nach wenigen Stunden der erste Rundflug unter erschwerten Bedingungen. Sie kann per Geste oder Smartphone gesteuert werden.

Ob man sich das traut? Drohnenstart auf dem sehr beengten Balkon, Flug in Richtung Garten, dort Erkundung der Lage, Aufsteigen über das Dach hinaus und anschließend wieder auf dem Balkon unter beengten Platzverhältnissen landen. Mit einer herkömmlichen Drohne hätte der Autor dieses kleine Abenteuer nicht riskiert. Drohnen sind keine Spielzeuge, sie können andere gefährden, man unterschätze die Kraft der Propeller nicht. Doch mit der Spark gelang schon nach wenigen Stunden der erste Rundflug unter erschwerten Bedingungen. Die Minidrohne von DJI gibt es optional mit Propellerschutz, sie wiegt nur 300 Gramm und misst lediglich 13 Zentimeter in der Länge. Viel Unheil kann man mit ihr nicht ohne weiteres anrichten, zumal sie keine Renn-Drohne ist und allein im extra zuschaltbaren Sportmodus bis zu 50 km/h erreicht.

Die Faszination der neuen Kleindrohne soll aus ihrer Gestensteuerung resultieren, welche der chinesische Hersteller prominent herausstellt. Ganz ohne Smartphone oder Fernsteuerung setzt man die Drohne auf die offene Handfläche, entlässt sie in die Luft, wo sie schwebt und auf weitere Befehle mit Handbewegungen wartet. Da die Spark sämtliche Stabilisierungstechnik ihrer großen Brüder an Bord hat, muss man keine Angst haben, solange es nicht allzu windig ist. Man kann der Drohne winken, sie fertigt dann Selfies aus der Luft an, und sie landet auch wieder auf der offenen Hand, was spektakulär aussieht. Im Freien funktioniert das gut, in geschlossenen Räumen wird des Öfteren der Pilot schon zu Beginn nicht fehlerfrei über die Kamera identifiziert, in diesem Fall wird der Start verweigert.

46940536 In die offene Hand setzen, starten, fliegen lassenBilderstrecke

Draußen wiederum konnte jeder der anwesenden Kollegen mit hoch erhobener Hand die Drohne steuern, nicht nur der Pilot. Im Gestenmodus ist die Spark langsam und harmlos, sie bewegt sich nur drei Meter vom Piloten entfernt. Stets ist sie sehr laut. Weitaus mehr Spaß bereitet die Steuerung mit Smartphone oder eigenständiger Fernsteuerung. Das Handy wird mit W-Lan angebunden, die Reichweite liegt dann bei rund 100 Meter, und es gibt viele weitere Foto-Finessen für Freunde des Bewegtbildes: In einem Modus fliegt die Spark rückwärts nach oben weg vom Motiv, es entsteht ein wunderbarer Film-Abspann. Sie kann ferner automatisch um ein Objekt kreisen, sogar in einer Helix spiralförmig nach oben.

Neu für DJI-Drohnenfreunde ist der Panorama-Modus sowie der Shallow Focus für einen scharfen Vordergrund vor unscharf verschwommenem Hintergrund. Die Kamera löst mit 12 Megapixel auf, die Qualität ist sehr ordentlich, jedenfalls wenn man die Originaldateien auf der Micro-SD-Karte betrachtet. Wer Fotos und Videos gleich in der DJI-App am Smartphone bearbeitet, erhält zwar viele tolle Effekte, aber die Qualität leidet.

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Drohne Spark: Der Himmel über Frankfurt

Die Spark verwendet einen Zwei-Achsen-Gimbal, eine dritte Achse zum Ausgleichen von Kippbewegungen fehlt. Satellitenortung mit GPS und ein Boden-Positionierungssystem sind natürlich an Bord, ferner gibt es den nach vorn ausgerichteten Kollisionsschutz. Die Spark kostet 600 Euro. Wer jenseits der Smartphone-Anbindung mehr Reichweite sucht, kann für 180 Euro eine Joystick-Fernbedienung erwerben, die bis zu zwei Kilometer Reichweite bietet. Die wechselbaren Akkus erlauben eine Flugzeit von maximal 16 Minuten, allerdings nur bei wenig Wind, sonst sind es eher zehn. Die Spark ist mit der VR-Brille Goggles von DJI kompatibel und hat uns viel Spaß gemacht. Letztlich jedoch nicht wegen der Gestensteuerung, sondern ob ihrer kompakten Maße und eingängigen, sicheren Steuerung. Die kleine Drohne wird zur Foto-Begleiterin auf Ausflügen, das ist die Botschaft, und sie ist angekommen.

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