WHO meldet drei neue Fälle von Polio in Syrien

Published 09/06/2017 in Gesellschaft, Gesundheit

WHO meldet drei neue Fälle von Polio in Syrien
Ein Baby wird in der syrischen Stadt Duwa gegen Masern und Kinderlähmung geimpft.

Die Weltgesundheitsorganisation hat einen neuen Ausbruch der Kinderlähmung in Syrien registriert. In seltenen Fällen kann sich der Erreger auf ungeimpfte Personen übertragen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen neuen Ausbruch der Kinderlähmung im Bürgerkriegsland Syrien gemeldet. Es ist der erste Polio-Ausbruch in dem von Krieg verheerten Land seit drei Jahren. Wie die WHO und ihre Partnerorganisation „Global Polio Eradication Initiative“ in Genf mitteilten, wurden drei Fälle in der Provinz Deir Essor registriert. Das Virus wurde bei zwei Kindern nachgewiesen, bei denen es schon zu den typischen Lähmungen gekommen war, sowie bei einem noch gesunden Kind.

Bei dem Erreger handelt es sich nicht um das Wildvirus, das nur noch in Afghanistan und Pakistan vorkommt. Ursprung vielmehr ist ein Strang, der auf ein Virus aus der Polio-Schluckimpfung zurückgeht. Der Lebendimpfstoff besteht aus abgeschwächten Erregern, die eine Immunantwort hervorrufen sollen. Da sie aber auch ausgeschieden werden, können sie in seltenen Fällen auf ungeimpfte Personen übertragen werden.

Die ölreiche Provinz Deir Essor wird in Teilen von der Dschihadisten-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) kontrolliert. Die Bevölkerung dort ist „unterimmunisiert“, da durch die IS-Belagerung den Bewohnern der Zugang zu einer medizinischen Versorgung oft unmöglich ist. Die Provinz hatte schon in den Jahren 2013 und 2014 eine Polio-Epidemie erlebt. Damals gab es 36 Fälle von Kinderlähmung, die allerdings nach WHO-Angaben durch einen anderen Virusstrang ausgelöst wurden und mit dem aktuellen Ausbruch nichts zu tun haben.

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