Der Computer war schuld

Published 26/05/2017 in Weltraum, Wissen

Der Computer war schuld
Das Landemodul „Schiaparelli“ rast in etwa 30 km Höhe durch die Atmosphäre des Mars.

Es gibt Details zum Absturz der Lande-Sonde „Schiaparelli“ vor einem Jahr auf dem Mars. Danach hat der Bordrechner seine Signale zum falschen Zeitpunkt gefunkt.

Der Absturz der Mars-Sonde „Schiaparelli“ im Oktober vergangenen Jahres ist durch einen Computerfehler verursacht worden. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Untersuchung durch eine unabhängige Kommission internationaler Wissenschaftler. Die europäischen Raumfahrtorganisation Esa hat die Ergebnisse zum Ablauf des Absturzes des ersten europäisch-russischen Mars-Landegeräts jetzt bekannt gegeben.

Danach sendete der Bordcomputer widersprüchliche Berechnungen an die Sonde. Dadurch öffnete sich der Bremsfallschirm zu einem falschen Zeitpunkt. Die Sonde sei viel dadurch zu schnell mit 540 Kilometern pro Stunde auf der Marsoberfläche aufgeschlagen, so die Esa. Man habe aber festgestellt, dass Schiaparellis Mission trotzdem erfolgreich war. Die Sonde hätte vor ihrem Aufprall noch wichtige Daten sammeln können. Diese sollen in ein Projekt einfließen, dass die Esa und ihr russischer Partner, die Raumfahrtbehörde Roskosmos, in drei Jahren auf den Weg bringen wollen.

Im Rahmen von ExoMars Teil 2 wollen Esa und Roskosmos einen Rover zum Mars schicken, der auf der Oberfläche des Roten Planeten nach Lebensspuren suchen soll. Schiaparelli sollte wichtige Erfahrungen für das Landemanöver des Rovers sammeln. Seit Oktober umkreist der „Trace Gas Orbiter“ (TGO), der gemeinsam mit „Schiaparelli“ zum Mars gestartet war und Teil 1 von ExoMars bildet, den Roten Planeten. TGO soll nach Spuren von Methan in der Atmosphäre suchen. Wird das Gas nachgewiesen, könnte dies ein Hinweis auf biologische Aktivität auf dem Mars sein.

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