Möchtegern-Messi in Iran festgenommen

Published 09/05/2017 in Gesellschaft, Menschen

Möchtegern-Messi in Iran festgenommen
Rückennummer? Passt. Bart? Passt. Haare? Passen.

Nicht nur Fußballspielern kann der Ruhm zu Kopf steigen – auch ihre Doppelgänger sind nicht davor gefeit, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ein vermeintlicher Lionel Messi musste der Polizei in Iran jetzt ein Versprechen machen.

Es hat bestimmt viele Vorteile, wie einer der besten Fußballer aller Zeiten auszusehen. Man bekommt Tische in jedem Restaurant, kein Türsteher hält einen vor einem Nachtclub auf und auch an der Theke muss man nicht ewig warten, bis der Barkeeper einen beachtet. Dass es aber auch problematisch sein kann, zu viel Aufhebens um seine ähnlichkeit zu dem argentinischen Fußball-Star Lionel Messi zu machen, hat jetzt der Iraner Reza Parastesh lernen müssen.

Als er am Sonntag im Trikot des FC Barcelona für Fotos posierte, brach in der westiranischen Stadt Hamedan ein Verkehrschaos aus. Manch fußballbegeistertes Kind mag seinen Augen nicht getraut, und vielleicht sogar geglaubt haben, dass der iranische Zweitligist Pas Hamadan einen Transfercoup gelandet und den besten, Verzeihung, Herr Ronaldo, zweitbesten Fußballer der Welt verpflichtet hatte. Die Polizei war weniger leichtgläubig – sie nahm den Doppelgänger kurzerhand fest.

46303872 Manch fußballbegeistertes Kind mag vielleicht sogar geglaubt haben, dass der iranische Zweitligist Pas Hamadan einen Transfercoup gelandet hat.

Es war das jähe Ende einer Art Blitzkarriere: Ein paar Wochen vorher hatten iranische Medien von der ähnlichkeit des 25-Jährigen mit dem Weltfußballer berichtet. Das Medieninteresse weitete sich schnell aus. Parastesh kaufte sich nicht nur ein Barca-Trikot mit der Rückennummer 10, sondern ließ sich auch einen Bart wachsen und die Haare schneiden wie Messi.

Daraufhin stand er nicht nur hoch im Kurs bei den Medien, sondern auch bei den Einwohnern in Hamedan: Alle wollten mit ihm Selfies machen. Parastesh begann den Doppelgängerruhm zu genießen. Damit ist jetzt Schluss: Die Polizei ließ den Möchtegern-Messi nach der Festnahme zwar schnell wieder frei – vorher musste der Student aber versprechen, mit seinen Messi-Auftritten aufzuhören. Abgesehen von den äußerlichkeiten habe Parastesh nicht viel mit Messi gemeinsam, erzählten Nachbarn später. Fußballerisch habe er wenig drauf.

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