Nicht mit Indien

Published 26/08/2016 in Familie, Gesellschaft, Gesundheit, Medizin, Wissen

Nicht mit Indien

Gewiss, von der Ukraine bis hin zu vielen US-Bundesstaaten gibt es weltweit noch viele Orte, an denen das Leihmutterwesen legal ist. Doch dass – nach Thailand im vergangenen Jahr – nun auch Indien Ausländern untersagt, indische Frauen als Dienstleister in Sachen Schwangerschaft in Anspruch zu nehmen: Das ist ein deutliches Signal des wachsenden Unbehagens. Indien, das Land des preisgünstig erfüllbaren Kinderwunsches, macht nicht mehr mit beim großen Geschäft mit der guten Hoffnung.

Nun sollte man es nicht pauschal verdammen, wenn Frauen sich bereit finden, befruchtete Eizellen für andere auszutragen. Es gibt sie durchaus, die altruistische Leihmutterschaft, die selbstlose Hilfe zur Erfüllung eines fremden Kinderwunsches. Deshalb sollte man über Leihmütter nicht moralisch rechten.

Richtig ist allerdings auch: In vielen Staaten, die Leihmutterschaft erlauben, hat sich daraus ein Milliardengeschäft entwickelt. Leidtragende sind oft genug die Leihmütter, die entweder schlecht entlohnt werden oder ganz leer ausgehen, wenn – wie so oft – die künstliche Befruchtung fehlschlägt. Deutschland hat sich längst, mit guten Gründen, für ein Verbot der Leihmutterschaft entschieden. Die Entstehung kommerzieller Geburtenindustrien in anderen Ländern lässt sich damit freilich nicht verhindern. Das können nur die jeweiligen Staaten selbst. Indien hat hier einen wichtigen Schritt getan.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/leihmutterschaft-nicht-mit-indien-1.3135509

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21 KommentareKommentieren

  • Kombi - 11/09/2016 Antworten

    nein, ich kann den weg der leihmutterschaft nicht akzpetieren, da ich ihn mit meinem wertesystem einfach nicht vereinbaren kann. so ziemliche alle gruende, die ich auch dagegen habe, sind genannt worden. es fehtl vielleicht noch der grund: wie sag ich’s meinem kinde. ich moechte immer erhobenen hauptes meinem kind genau (soweit ich es ueberhaupt weiss) alles zu seiner herkunft erzaehlen. familiengeheimnisse sind etwas ganz entsetzliches.

    und diesen satz verstehe ich einfach nicht:

    „Und ganz ehrlich, gehts noch, du redest vethische korrekt und unkorrekt. Es geht hier um Kinder um kleine Wesen.“

    und genau weil es um kinder geht, habe ich genau die meinung, die ich hier vertrete. und nur weil etwas geld kostet und man vorher viel gelitten hat, muss es nicht unbedingt gut sein.

    nein, kein kind um jeden preis. nein. das leben ist nunmal kein wunschkonzert. und das zu akzeptieren gehoert auch zum leben dazu. es gibt kein wo auch immer verbrieftes recht, eltern zu werden.

  • Kathens - 11/09/2016 Antworten

    Jetzt aber mal ganz ehrlich, viele Paare entscheiden sich doch nicht aus Jux und Dollerei für eine Leihmutterschaft. Es sind erhebliche Kosten, die damit verbunden sind und ich würde nie im Leben auf die Idee kommen, das als falschen Weg zu sehen.
    Sie haben sich als Paar dafür entschieden und damit ist es ihre Entscheidung und ihr Weg. Es wäre ja das gleiche, wenn man sagt, Gott hat entschieden, dass ihr keine Kinder bekommt und damit dürft ihr keine künstliche Befruchtung usw. machen. Für uns wäre der Weg der Leihmutterschaft nicht infrage gekommen, aber diejenigen, die diesen Weg gehen, sollte man unter keinen Umständen verurteilen (ganz davon abgesehen, ob die das in Indien (gleich nicht mehr) oder in der ukrainischen Biotexcom-Klinik tun. Sie tun das, wenn sie Hilfe brauchen!). Es hat alles sein für und wider. Manchmal muss ich echt sagen, ein wenig mehr Toleranz für andere Wege, würde allen sehr gut tun.
    Wenn du einen anderen, für dich richtigen Weg gegangen bist, ist es doch gut. Du solltest aber auch akzeptieren, wenn sich andere für den Weg der Leihmutterschaft entscheiden. Und ganz ehrlich, gehts noch, du redest vethische korrekt und unkorrekt. Es geht hier um Kinder um kleine Wesen. Und nicht jeder hat vielleicht die Chancen, die du im Leben hast oder gehabt hast.

  • Josepha111 - 11/09/2016 Antworten

    „es fehtl vielleicht noch der grund: wie sag ich’s meinem kinde. ich moechte immer erhobenen hauptes meinem kind genau (soweit ich es ueberhaupt weiss) alles zu seiner herkunft erzaehlen. familiengeheimnisse sind etwas ganz entsetzliches.“
    Das ist aber doch – mal wieder – kein leihmutterschaftsspezifisches Problem. Vor dieser Frage steht auch ihr Adoptiv-Eltern, genauso wie alle Eltern, die Samenspende, EZS oder EMS durchgeführt haben. Ob in Indien, in den USA oder in der Ukraine.

    Für meinen Mann und mich gab es auf diese Frage nur eine Antwort:
    Wir sagen dem Kind die Wahrheit.
    Damals, als wir auf dem Weg der Leihmutterschaft in der Kiewer Biotexcom-Klinik waren, gab es für uns gar keine andere Option als die, eine Leihmutter auszuwählen, die einem späteren Kontakt zustimmt. Natürlich hätten wir es dem Kind erzählt und hätten die Kontaktaufnahme mit der Leihmutter – so das Kind diese später gewünscht hätte – unterstützt.

    Jetzt bin ich dank HI schwanger. Auch das wird unser Kind erfahren und den Spender – so es will – kennen lernen.
    Und auch wir werden es erhobenen Hauptes erzählen. Wieso auch nicht?
    Fällt dir eigentlich auf, dass du diesen Satz 1:1 den EZS-/EMS-Eltern um die Ohren hauen könntest?
    Und dass das die Gegner dieser Methoden auch tun?

    Quintessenz:
    Das Verbot besteht zum Schutz und zum Wohle des Kindes.
    Ich frage mich:
    Schutz wovor?
    Vor seiner Existenz?

    Lehnst du EZS, EMS und Samenspende eigentlich auch ab?
    Die Leihmutterschaftsbehandlung birgt keine Garantie, räumt den Wunscheltern daher auch kein Recht auf ein Kind ein. Die Chancen werden dadurch lediglich erhöht oder biologische Nachteile kompensiert (letzteres bezieht sich z.B. auf Fälle wie die der TE, die keine Gebärmutter hat und die durch Leihmutterschaft ihre Chancen zur Familiengründung von „Null“ auf das Niveau eines gesunden Paares anheben kann).

  • lottiXXL - 11/09/2016 Antworten

    mhhh,

    eizellenspende befuerworte ich auch nicht (sofern die eizellen extra fuer die spende produziert worden), aber das sowas jetzt in indien verboten wurde, begrüße ich nicht. Ob dadurch die ukraine alle deutschen kiwu-patienten, die in d keine hilfe bekommen können, nun bekommt und solche kiwu-zentren wie biotexcom total ausbelastet werden, weiß ich nicht. Aber! Was ich unbedingt sagen möchte: ich moechte nicht, dass jemand gegen geld schwere gesundheitliche risiken eingeht, nur um meine biologischen nachteile zu kompensieren. ich wuerde mir auch keine niere kaufen.

    und noch eins, ich schrieb: muss es nicht unbedingt gut sein. das heisst nicht, dass alles schlecht sein muss.
    aber ich denke, dass hier argumentativ so oder so hopfen und malz verloren ist, bin aber trotzdem besorgt, wie weit mittlerweile fuer die vermeintliche erfuellung des kinderwunsches gegangen wird und dass es wohl allem anschein nach ueberhaupt nicht mehr moeglich sein kann, auch mal sein schicksal zu akzeptieren, so bitter es sein mag. aber auch ein leben ohne kinder kann ein erfuellendes leben sein. kein kind ist der garant fuer das glueck seiner eltern, waere wohl auch ein wenig viel verantwortung auf den schultern eines kleinen wesens.

  • loulou - 11/09/2016 Antworten

    „Und auch nicht für alle Inder: Homosexuellen, Ledigen, unverheirateten Paaren und Ausländern soll es künftig verboten sein, eine solche Leistung in Anspruch zu nehmen. Als Leihmütter kommen zudem nur noch enge Verwandte eines Paares infrage, die selbst verheiratet und mindestens schon einmal Mutter geworden ist. Für das Paar selbst gelten zudem Altersbeschränkungen.“

    In diesem Zusammenhang wäre es interessant, die Nierenspende in D anzusprechen. Denn die Lebend-Nierenspende ist in Deutschland unter sich nahe stehenden Personen (Verwandten, langjährige enge Freunde) – selbstverständlich unentgeltlich – zugelassen. Ebenso wie die Lebend-Spende von Teilen der Leber und des Darms.
    Es ist und bleibt für mich unverständlich, warum in Deutschland eine Schwester der anderen eine Niere spenden, aber kein Kind austragen darf. Zumal mit der Lebend-Spende höhere gesundheitliche Risiken und Spätfolgen – auch langfristig – für den spendenden Menschen einhergehen als mit einer Schwangerschaft (in der Regel).

    Dass der Organhandel in Deutschland verboten ist, finde ich hingegen richtig.
    Nur: Ich – als gesunder Mensch mit gesunder Familie – sitze da auch auf einem hohen Roß. Aus meiner jetzigen Situation heraus behaupte ich auch ganz inbrünstig, dass ich weder für mich noch für meinen Mann noch für mein Kind jemals eine Niere kaufen würde. Ich hoffe, ich wäre stark genug, bei dieser Meinung zu bleiben und einen mir nahe stehenden Verwandten dann auch konsequent in den Tod zu begleiten, anstatt schließlich doch nach dem letzten Strohhalm zu greifen.
    Und diejenigen Menschen, die tatsächlich nach diesem Strohhalm greifen, kann ich einfach nicht verurteilen, den moralischen Stab über ihnen brechen und ihnen sagen, dass sie ihr Schicksal eben akzeptieren und sterben sollen, sogar wenn jemand der von mir aus Biotexcom oder sonstwie heißt einen Millionengeschäft daraus macht, so falsch ich persönlich ihr Handeln auch finden mag.

  • mimiengel - 11/09/2016 Antworten

    „Außenministerin Swaraj wies auch darauf hin, dass es inzwischen eine Modeerscheinung bei reichen Indern geworden sei, ihre Kinder von einer Leihmutter austragen zu lassen, obwohl dazu keine medizinische Notwendigkeit besteht.“

    Dabei gibt es in Indien so gut wie keine gesetzliche Regulierung der Fortpflanzungsmedizin.
    Weswegen werden hier doch oft extrem arme Frauen ausgebeutet, um wohlhabenden Ausländern zum Kind zu verhelfen.

    In Tschechien bekommt eine Eizell-Spenderin pro Spende +/- 800 Euro.
    Die Spenderinnen werden in ein landesweites Register aufgenommen.
    Es gibt Kliniken, die darauf achten, dass eine Spenderin max. 2 – 3 x spendet. Ist diese Anzahl im Register erreicht, wird sie abgewiesen.
    Andere streichen die Spenderinnen, wenn sie max. 3 Kinder gezeugt haben.
    Als regelmäßige Einnahmequelle taugt die Eizellspende also nicht. Ein nettes, einmaliges „Taschengeld“ ist es sicher allemal.
    In der Ukraine ist die Branche so gut geregelt, dass alles juristisch sowie auch medizinisch gesehen reibungslos verläuft und die Preise dabei viel niedriger als in Tschechien sind: https://www.youtube.com/channel/UC3wkbgaaXc2XaxTYJhtR0rA

    Ich bezweifle aber, dass das Geld das einzige Motiv dieser Frauen ist und würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen, dass ich behaupte: Es ist auch nicht das Hauptmotiv (wobei das individuell durchaus unterschiedlich gewichtet sein mag).
    Fragt man nämlich Eizellspenderinnen, geben sie oft an, sie spenden aus folgenden Gründen: Hilfsbereitschaft, Mitleid/Mitgefühl (manche sagen, sie kennen selbst jemanden, der unerfüllten KiWu hat(te), ist ja bei Samenspendern auch ein oft genanntes Motiv) und das Gefühl, dass es „richtig“ ist, neues Leben zu erschaffen.

    Das Motiv, gesundheitliche Risiken einzugehen, um eines anderen Menschen biologische „Nachteile“ auszugleichen, gibt es hierzulande übrigens bei der Knochenmarkspende. Ohne dass der Spender auch nur einen einzigen Cent bekommt (lediglich Reisekosten und Verdienstausfälle werden ihm erstattet), lässt er sich narkotisieren und den Beckenknochen punktieren (was vom „Aufwand“, den Risiken und den Schmerzen in etwa vergleichbar mit einer Follikelpunktion sein dürfte) oder er nimmt Medikamente (mit Nebenwirkungen) und unterzieht sich einer Art „Blutwäsche“, die seine gesunden Stammzellen aus dem Blut ausfiltert. Das alles anonym für einen wildfremden Menschen, den er noch nie gesehen hat und vielleicht auch nie sehen wird.

    Es ist natürlich vollkommen okay, wenn man bei der EZS eine persönliche Grenze zieht und sie ablehnt. Nur bin ich dafür, das Verbot in Deutschland zu lockern für all diejenigen, die sie eben nicht ablehnen und sie für sich in Anspruch nehmen möchten. Mich stören einfach diese völlig unsinnigen Verbote und Bevormundungen.

  • Olla - 17/11/2017 Antworten

    Ich finde es persönlich falsch, dass jemand die Notlage von Frauen ausnutzt um ein Kind zu bekommen. Klar kann man sich sagen, dass man den Frauen hilft, weil sie dafür Geld bekommen. Aber diese Frauen tun es nur, weil sie in Not sind. Man lindert ihre Not nicht. Man nützt sie aus. In Indien nicht mehr, aber in der Ukraine nach wie vor, in solchen Kliniken wie Biotexcom, z.B.
    Es geht nicht um das Wohl der Frauen, die fremde Kinder austragen. Es ist nur ein Geschäftsmodell, ein Angebot für die.
    Es fragt ja auch niemand nach der Not der Männer die in südafrikanischen Diamantenminen arbeiten. Sie schon gar nicht.
    Natürlich will niemand deren Not lindern.
    Wie weltfremd ist denn allein der Gedanke, es könnte bei der ganzen Sache um die Interessen von Frauen gehen, die bereit sind, ihren Uterus zu vermieten?
    Die tun das freiwillig.
    Meine Güte!
    Sie tun es nicht freiwillig, wenn sie keinen anderen Weg sehen. Freiwilliges Handeln bedeutet, dass man wählen kann und nicht durch Not getrieben wird.

  • TeddyM2 - 17/11/2017 Antworten

    Was für ein vorurteilhaftes Denken!
    Nicht alle ca. 500.000.000 Frauen in Indien werden Leihmütter, auch nicht die 10 oder 20 oder 50 (?) Prozent davon die ziemlich arm sind. Dasselbe gilt für die Ukraine und die erwähnte Biotexcom-Klinik.
    Nur wenn sich eine Frau dazu entscheidet und dafür ein mehrfaches dessen bekommt, was Sie mit anderer Arbeit in eine Jahr verdienen kann, kann ich das verstehen. Aber es gibt auch viele, die es nicht tun würden.
    „Sie tun es nicht freiwillig, wenn sie keinen anderen Weg sehen.“ Sie sterben ja nicht oder verhungern allesamt, wenn Sie es nicht tun.
    „Warum ist immer nur von der „Not“ der Unfruchtbaren und der Not der Leihmütter die Rede? Es geht doch um die Rechte, Bedürfnisse und die Existenz der Kinder, die als Ware vertickt werden: von der einen Mama verstoßen, von der anderen angeschafft.“
    Oder als Alternative nie geboren.
    Sind sie eigentlich ein Befürworter von Abtreibungen? Würde mich interessieren. Wenn sie konsequent sind, müssten sie das sein.

  • Lola1 - 17/11/2017 Antworten

    Ich frage mich immer, aber immer, wie egoistisch man sein muss, um den eigenen Kinderwunsch auf dem Rücken (oder in diesem Fall Bauch) anderer Menschen auszutragen.
    Klar, man zahlt dafür, es ist eine Dienstleistung aber eine Schwangerschaft ist kein Spaziergang. Danach muss die Leihmutter das Kind abgeben, obwohl sie, auch wenn sie ggf. nicht die biologische Mutter ist, von Hormonen total weichgespült ist. Weitere 9 Monate, bis der Körper sich von der Schwangerschaft erholt hat.
    Die Weltbevölkerung wächst stetig und wenn ein Paar aus eigner ‚Kraft‘ keine Kinder bekommen kann, dann ist das zunächst einmal nur gut für unsere Erde, denn es ist ein Mensch weniger der Ressourcen beansprucht. Auch, wenn es hart klingt. Die Weltbevölkerung kann ruhig auf einen Deutschen, der in der ukrainischen Biotexcom-Klinik produziert wird, ruhig verzichten.
    Vielleicht sollte man eher an Adoption denken, anstatt weitere Menschen in diese Welt zu setzen, das wäre wenigstens sinnvoll, auch wenn die Verfahren sehr langwierig sind.

  • KellyK - 17/11/2017 Antworten

    Der Egoismus besteht nicht darin, sich ein Kind zu wünschen und dieses großziehen zu wollen. Der Egoismus besteht darin, dass dafür auch für unfruchtbare und homosexuelle Paare unbedingt ein neues gezeugt werden muss. Es bestünde ja auch die Möglichkeit der Adoption eines elternlosen Kindes. Meiner Meinung nach sollte man an dieser Stelle ansetzen, bevor man die Leihmutterschaft als neuen Trend definiert.
    Mal ganz ehrlich, auch, wenn sich die Frauen oder Paare noch so sehr ein Kind wünschen, kein Kind bekommen zu können, ist keine Krankheit! Es gibt kein Recht auf ein Kind. Und wir sollten besser den Menschen, die bereits auf der Welt sind, ein besseres Leben ermöglichen, als das wir weiterhin aus egoistischen Gründen zum schlimmsten Übel der Menschheit beitragen, nämlich der Überbevölkerung. Indien hat bereits aufgehört eine Leihmutter-Factory fast für die ganze Welt zu sein. Ihren Platz droht jetzt die Ukraine zu besetzen mit ihrer Biotexcom-Werbung in jedem deutschen Kiwu-Forum. Wo führt das alles hin?
    Ich mache da keine Ausnahme, ob Schwarzafrika, Indonesien, Vereinigte Staaten oder Deutschland /Europa. Wir alle tragen zur Überbevölkerung bei.
    Mein ernstgemeinter Vorschlag, wie (so glaube ich) in Frankreich praktiziert, nur Kindergeld für das erste und das zweite Kind, danach gibt’s keine Zuschüsse mehr.
    Dafür besser das Geld in Infrastruktur wie Kindergärten, Ganztagsschulen, Bildung, kostenlosem ÖPNV usw., stecken. Das ist besser für die (hier) Lebenden.

  • MollyPolly - 17/11/2017 Antworten

    Was mir den Atem immer neu verschlägt ist, dass es meist die gleichen politischen und weltanschaulichen Lager sind, die lauthals gegen die „Reduktion“ der Frau zur „Gebärmaschine“ protestieren und dies, wohlgemerkt, auf das eheliche und -Familienleben beziehen, die dann alle möglichen Erklärungen dafür finden, warum es human, menschenfreundlich, ja sogar ethisch erhebend ist, wenn Frauen aus Geldnot ihren Uterus prostituieren und zu allem Über noch das Kind, das sie ausgetragen haben, als Ware hergeben, also zur Ware machen. (Ggf. mit Rücknahmepflicht, wenn Ware beschädigt) Gleichsam als den Höhepunkt emanzipierter familiärer Verhältnisse.
    Es gibt bereits ein Beispiel für die Verweigerung der Annahme von „beschädigter Ware“:
    „Ehepaar lässt Leihmutter mit behindertem Baby im Stich“, SPON, 02.8.2014.
    Eine thailändische Frau trug Zwillinge für ein australisches Ehepaar aus. Eines der Kinder war mongoloid, das Ehepaar verweigerte die Annahme des mongoloiden Kindes ebenso wie die notwendige lebensrettende Herzoperation.
    Die austragende Mutter hatte die Abtreibung des mongoloiden Kindes verweigert, die Operation wurde durch Spenden finanziert, die Austragende behielt das Kind, weil sie es, wie sie es selbst formulierte, neun Monate in ihrem Leib getragen hatte und nicht anders konnte, als sich weiter für dieses menschliche Wesen verantwortlich zu fühlen.
    Aber auch dieses Beispiel bewirkt vermutlich nichts bei denen, die in Kindern, also in Menschen überhaupt Waren sehen, die man wegwerfen darf, wenn sie nicht der Bestellung entsprechen. Oder bei denen, die die Leihmutterschaft als Arbeit sehen. Was überhaupt die Fragen der LM sowohl der Repromedizin überhaupt angeht, kann man viel hier erfahren: https://www.youtube.com/watch?v=moLIkI4Cy_Q

  • Freddie - 17/11/2017 Antworten

    Gestern dieser Bericht einer Leihmutter aus der ukrainischen biotexcom-klinik den ich bei der Bildung gelesen hab..der geht mir einfach nimmer aus dem kopf.. wie kann man wenn man selbst kinder bekommen kann- es also wirklich keine gesundheitlichen umstände sind (oder weils 2 gleichgeschlechtliche paare sind). wirklich hingehen und das kind von ner leihmutter austragen lasse.. nur weil man kein bock auf die umstäne (dick werden-übelkeit hat…(eizelle frau-samenzelle mann wird wie bei ner iscieiner fremden eingesetzt). mich gruselts sooo bei dem gedanken das das baby die gefühle der „fremden“ person mitbekommt- das es deren stimme quasi als mama stimme kennenlernt und oh man.. nee nee.. weiss net ob ich so reagiere weil meine hormone mich da steuern.. aber ich find das sooo furchtbar..
    hoffentlich bleibt der trend janz weit drüben auf der anderen seite des grossen deiches….

  • ramona - 17/11/2017 Antworten

    hey du
    na der bericht blieb mir erspart^ bisher kenne ich nur den bericht über vierlinge durch ezs aus der biotexcom-klinik.aber ich kanns auch nicht nachvllziehen. ich mein ich seh das ja in der bekanntschaft; selbst wenn ich zu einem anderen baby, zb meinem patenkind, eine sehr enge beziehung und nähe aufbaue, ist es lange nicht so, als hätte ich es ausgetragen. man spürt es doch wachsen, man bangt um es, man hat tränen in den augen wenn man es zum ersten mal spürt… all das soll man her geben, nur um nicht dick zu werden und dann zieht man doch trotz der gene irgendwie das kind einer anderen frau groß.
    neeee, für mich wär das auch ganz sicher nix! da versteh ich dich schon^es gibt nichts, was es nicht gibt, oder? ich bin ja auch nicht so die begeisterte schwangere, könnte immer nur den kopf schütteln, wenn eine frau sagt: also das war ja die TOLLSTE zeit in meinem leben- ne,ne,ne, das seh ich gar nienicht so. aber auf dIE Idee muss man erstmal kommen, da staun ich schon auch!!

  • Lollypop - 17/11/2017 Antworten

    also ich denke: wenn man das so in Amerika hört – hammer !
    das kann ich nicht verstehen, wie eine Gebärmaschine, aber wo ich es wiederum verstehen kann, ist , wenn eine Frau wirklich KEINE Kinder bekommen kann und dann zum Beispiel ,die Schwester oderso sich anbietet um ihr diesen Wunsch zu erfühlen.
    ich kann natürlich mich nicht in die Frauen hinein versetzten, stelle es mir aber sehr sehr hart vor, ein Kind zu spüren, es dann in andere Hände abzugeben ( wenn es um Geld geht, verstehe ich den Grund eh nicht ) :-X
    glaubt ihr das es wirklich Frauen gibt, die es nicht stört ?
    auch Frauen, die „eigene“ Kinder haben und dann als Leihmutter “ arbeiten ? =-O
    also ich kann niemanden verurteilen der sich dazu entschließt . diese frauen handeln aus verzweiflung und wünschen sich nichts mehr als ein baby, jedes mittel ist da recht.
    ich kanns verstehen. Besonders in solchen ländern wie Indien … was den Rest der Welt angeht ein interessanter Link: https://www.youtube.com/watch?v=moLIkI4Cy_Q.
    Und in Indien…. Da musste den frauen schon ziemlich karg gehen

  • Sascha - 17/11/2017 Antworten

    Also ich denke das Thema ist sehr komplex und schwer zu unterscheiden. Übrigens danke für den Biotexcom-Konferenz-Link: muss wirklich eine interessante Veranstaltung sein.
    Und was die Leihmutterschaft angeht: Es sollte kein Geschäft damit gemacht werden (egal wie schwer die Lage der Frauen z.B. in Indien ist, man kann mit deren Bäuchen keine Geschäfte machen. das wird es mit Adoption aber auch) aber es ist eine Möglichkeit einem Paar zu helfen bei dem die Frau keine Kinder austragen kann.
    Ich hätte diese Möglichkeit gerne zur Verfügung gehabt und sie auch genutzt nachdem ich mein Baby verloren hatte und davon ausgehen musste dass mein Körper keine neue SS mitmachen würde.
    Wenn die eigenen Eizellen genommen werden ist das Kind ja genetisch komplett das eigene und das ist noch etwas anderes als eine Adoption.
    Ich selbst könnte das allerdings nicht, erst ein Kind austragen und zur Welt bringen und es dann hergeben müssen.
    So etwas beruflich zu machen finde ich aber auch ganz schrecklich und das sollte auch verboten werden.

  • MamaRosa - 17/11/2017 Antworten

    Zum Glück bin ich 2 facher Mummy und ich brauche keine Leihmutter, und es lag nie an mir dass ich jahrelang nicht schwanger war. Aber trotzdem hat mich das Thema immer beschäftigt. In England ist es auch erlaubt, und da ich Engländerin bin habe ich mich schon Gedanken drüber gemacht. die Erste Leihmutter war Engländerin. Ich würde es schon machen wenn es geht, und die Kosten nicht so hoch sind. In England ist es verboten ein Preis dafür zu verlangen, man zahlt eine Entschädigung (also wenn ich es schon wagen werde, dann lieber in der Ukraine, wo die Preise wirklich vernünftig sind: https://www.youtube.com/channel/UC3wkbgaaXc2XaxTYJhtR0rA. )
    Echt ein heikles Thema, nicht umsonst ziemlich umstritten.
    Für manche ist das keine Option. Es gibt Frauen, die nicht nur gerne Kinder haben möchten, sondern ihr Wunsch ist es eben auch eine Schwangerschaft erleben zu dürfen. Eizellenspende, bzw. Leihmutterschaft käme für solche Frauen nicht in Frage, weil die eben gerne ein Kind hätten, das aus der Frau und ihrem Partner hervorgegangen ist – so blöd das klingt. Und nicht z.B. aus seinen Genen und denen einer unbekannten Person. Dann eben greifen die gleich zur Adoption!

  • Rebby - 17/11/2017 Antworten

    Ausbeutung im 21. Jahrhundert
    Zuerst haben die Weißen, hat der industrialisierte Westen fast alle Kontinente und deren angeblich unterentwickelten Länder kolonialisiert und ihre Rohstoffe und ihre Arbeitskräfte ausgebeutet. Nun beuten die weißen Herren die Frauen und Kinder aus: durch Prostitution und Menschenhandel (Sextourismus, Kinderpornographie: vgl. dazu das Buch von Lydia Cacho „Sklaverei. Im Inneren des Miliardengeschäfts Menschenhandel“) und beuten weiße Herren und Frauen die Gebärmütter nun nicht mehr indischer und ostasiatischer sondern osteuropäische, in erster Linie ukrainischer Frauen aus (jedem deutschen kinderlosen Paar ist der Name Biotexcom gut bekannt). Wahrlich, wir haben es weit gebracht!
    Die Geschichte der Magd
    Oder: Margaret Atwoods „Die Geschichte der Magd“
    Was ist eigentlich so schlimm daran, mit einem Partner, den man liebt, kinderlos zu altern? Gibt es keine Hobbys mehr? Bei 9 Mrd. Menschen auf diesem Planeten braucht es definitiv KEINE künstliche Befruchtung.
    Die westlichen Industrieländer sollten endlich kritisch ihren Lebensstil hinterfragen: Einerseits werden Teenager durch Werbung massiv zum Konsum von Alkohol, Zigaretten, Wegwerfkleidung, u.ä. gedrängt, Twens in einen Marathon von Pseudo-Qualifikationen für den Arbeitsmarkt zwischengelagert, später sind dann Überstunden und voller Einsatz selbst simpelsten aller Jobs dank Lean Management eine Selbstverständlichkeit, nur um dann mit Ende Dreißig festzustellen, dass es mit der Fruchtbarkeit nicht mehr klappt …
    Ich komme gerade aus Schottland zurück, wo es einfach unglaublich viel junge Paare mit Kindern (aber auch viele ältere Paare mit erwachsenen, schwer behinderten Kindern) gibt. Ballermann UND Familiengründung geht einfach langfristig nicht.
    Kinder und Jugendliche müssten viel stärker von den Profitinteressen der Wirtschaft geschützt werden!

  • Dylan22 - 17/11/2017 Antworten

    So sehr ich den Kinderwunsch der (unfruchtbaren) Menschen verstehe, so sehr ich die schier unfassbare Leistung und tiefe humane Zärtlichkeit der Leihmütter bewundere, so sehr ich die ganze Leihmutterschaft also verstehe, nachvollziehe und respektiere, fehlt mir doch bei jedem Bericht die Sicht der Kinder.
    Neugeborene sind voller Erinnerung an ihre Mutter und den Menschen um die Mutter herum. Sie kennen die Stimmen, die Rythmuen, den Geruch ihrer Familie…….
    Das macht ihnen die unvergleichliche Sicherheit des Seins.
    Wie ist es für ein Baby, wenn gleich nach der Geburt fremde Menschen die Eltern sind?
    Was fühlen sie, wenn sie jugendlich sind oder erwachsen? Haben sie die gleiche Sicherheit wie alle anderen Menschen? Was empfinden sie, wenn sie erfahren, dass sie z.B. von der ukrainischen Biotexcom-Klinik an ihre deutschen Eltern verkauft worden sind?
    Fühlen sie sich vielleicht sogar geborgener, weil sie genau wissen, dass ihr Hiersein gleich von mehreren Menschen liebevoll erwünscht war und ist?
    Oder prägt sie eine undeutliche Unsicherheit?
    Haben sie ein unmessbar kleines, aber dennoch prägendes Etwas ihrer Gleichgewicht verloren?

  • Benno - 17/11/2017 Antworten

    „Mit Liebe aus Indien“ oder jetzt nach dem LM-Aus „Mit Liebe aus der Ukraine“
    Ich kann den Wunsch nach Kindern verstehen. Aber….
    Und für Paare mit Kinderwunsch hat das Land einen weiteren Vorteil: Es gibt genügend Frauen, die sich aus finanzieller Not auf die Arbeit als Leihmutter einlassen und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen!
    „Die Leihmütter geben alle Rechte für neun Monate ab. Sie werden zu Unsichtbaren“, sagen manche Leihmütter.
    Für ungewollt kinderlose Paare ist die Leihmutterschaft oft die letzte Hoffnung. Denn auch wenn Eizellen und Sperma funktionsfähig sind, werden viele Frauen nicht schwanger. Dann können sie sich ein genetisch eigenes Kind von einer Leihmutter austragen lassen. In anderen Fällen stammen Sperma oder Eizellen oder auch beides von Spendern.
    Viele westliche Paare führt der Kinderwunsch nicht mehr nach Indien sondern nach der Ukraine: Mit medizinischen Dienstleistungen werden dort Millionen verdient, die Umsätze von solchen Kiwu-Zentren wie Biotexcom wachsen stetig. Manche Marktforscher schätzen den Gesamtumsatz in der Reproduktionsmedizin auf rund 400 Millionen Euro jährlich.
    „Miete eine Gebärmutter“,, „Lass den Traum von deinem eigenen Baby wahr werden“, so werben ukrainische Leihmutter-Kliniken um ihre internationale Kundschaft. Das Lockmittel: die Aussicht auf viel Geld. Zwischen 1700 und 6000 Euro sind für eine Schwangerschaft drin, heißt es in einer Studie n einer Frauenorganisation.

  • RedLight - 17/11/2017 Antworten

    Freunde von uns haben durch eine Leihmutter ein sehr süßes Baby bekommen – die beiden sind ein homosexuelles Ehepaar.
    Die Leihmutter hat als Leihmutter davor Zwillinge ausgetragen und hat auch auch eigene Kinder. Sie tut es aus altruistischen Gründen – in vielen Staaten der USA ist die Leihmutterschaft nur so gesetzlich erlaubt. Sie bekommt zwar auch Geld und die Krankenhauskosten, Arztbesuche, … werden bezahlt, aber ihr Hauptbeweggrund ist, daß sie anderen helfen möchte ihr Wunschkind zu bekommen.
    Unsere Freunde sind sehr glücklich, sie haben ihr Wunschkind und sie gehen völlig in ihrer Vaterschaft aus – wenn man sie sieht, dann kann man gar nicht anders, als der Leihmutterschaft durchaus positiv zu sehen!
    Sie haben weiterhin Kontakt zur Leihmutter und sehen sie ab und an und das Kind soll in dem Bewußtsein aufwachsen, daß es bei ihr im Bauch war und sie es geboren hat!
    Aus psychologischer Sicht ist so ein offener Umgang sicherlich das Beste, das Kind wächst so in diese Situation ganz natürlich rein und es weiß, wie es auf die Welt kam.
    Fragwürdig finde ich allerdings die Leihmutterschaft in dritte Welt Ländern oder Schwellenländern, wo diese Frauen definitiv auf das Geld angewiesen sind, wie z.B. in der Ukraine, von wo man massenhaft Biotexcom-Werbung in deutschen Kiwu-Foren zu lesen bekommt, und so vielleicht auch in die Leihmutterschaft gedrängt wurden und sie massive psychologische Probleme bekommen, wenn sie das Baby abgeben müssen und sie eigentlich nicht wollen!
    Leihmutterschaft kann am ehsten aus einem freien Entschluß funktionieren aus psychologischer Sicht!

  • RoteMotte - 17/11/2017 Antworten

    Nachdem es in Deutschland und vielen europäischen Ländern verboten ist, hört man leider viel zu wenig aus erster Hand über das Thema. Eine Leihmutterschaft in den USA hat natürlich auch den Vorteil, dass einem Säugling mit amerikanischem Pass die Einreise nicht verweigert wird (verweigert werden kann?), was mit einem indischen Pass schon öfters vorgekommen ist.
    Ich bin mir nicht sicher, ob der Druck in den USA und in Indien so unterschiedlich ist. Man sieht da viele Dinge wie man sie sehen möchte und klammert sehr viel aus. Natürlich ist die Amerikanerin absolut reicher als die Inderin, aber sie ist wohl auch nur Leihmutter, weil sie relativ ziemlich arm ist. Sie muss schon behaupten es aus reinem Altruismus zu tun, wer wäre denn schon so herzlos und würde sie engagieren, wenn sie dazu stehen würde es aus Armut zu tun?
    Ich bin nicht gegen Leihmutterschaft. Worauf ich hinaus will, ist, dass es sowohl in der ersten als auch in der dritten Welt Frauen gibt, die selbstbestimmt Leihmütter werden, so wie es hier und dort Frauen gibt die sich dazu gezwungen sehen. Wenn die Leihmutterschaft in Indien sozial anerkannt ist, ist es dort vielleicht sogar emotional einfacher Leihmutter zu sein. Man kann nur leider in die Menschen nicht hineinschauen. Das ist alles, sowohl in den USA als auch in Indien, sehr schwer zu beurteilen.
    Die Regelung in Großbritannien ist nicht unklug. Dort ist altruistische Leihmutterschaft erlaubt, kommerzielle aber verboten. Das trennt wirklich die Spreu vom Weizen. In der Ukraine verläuft zwar die ganze LM-Prozedere für deutsche Staatsbürger juristisch reibungslos, bleibt aber ein Geschäft. Für alle die sich für Repromedizin überhaupt interessieren: https://www.youtube.com/watch?v=moLIkI4Cy_Q
    Nicht-kommerzielle altruistische Leihmutterschaft sollte auf jeden Fall erlaubt sein.

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