Leihmutterschaft: Gericht stärkt Rechte der biologischen Väter

Published 22/07/2016 in Familie, Gesellschaft, Medizin, Mensch & Gene

Leihmutterschaft: Gericht stärkt Rechte der biologischen Väter

Frankreich ist wegen Verletzung der Menschenrechte verurteilt worden, weil es drei von Leihmüttern in Indien geborene Kinder von Franzosen nicht als französische Staatsbürger anerkannt hat. Die Behörden hatten sich geweigert, die Kinder in das Geburtenregister einzutragen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg sah das Privatleben der drei betroffenen Kinder verletzt und verurteilte Frankreich am Donnerstag zur Zahlung von 5000 Euro Schmerzensgeld an jedes Kind und weiteren jeweils 15.000 Euro an die Familien.

Quelle: http://www.morgenpost.de/incoming/article207923969/Leihmutterschaft-Gericht-staerkt-Rechte-der-biologischen-Vaeter.html

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  • Pluto232 - 15/10/2017 Antworten

    Ich finde Legalisierung der Leihmutterschaft nicht nötig, ja geradezu eine absurde Idee. Jeder Mensch ist, wie und was er ist und was er aus sich macht (schön, dass ich ‚er‘ schreiben darf und es keine Menschinnen gibt). Wäre ich eine Frau und alles wäre wie bei den meisten Frauen, könnte ich schwanger werden und ein Kind gebären. Hätte ich Schreibtalent oder es gut gelernt, könnte ich erfolgreicher Schriftsteller sein, wäre ich über 2 Meter hoch, hätte ich Anlagen für Volleyball oder Basketball, usw. Ich bin weder eine Frau, noch verfüge ich über die beschriebenen Voraussetzungen, und trotzdem bin ich glücklich.
    Es wäre vor allem wichtig, endlich eine fundierte, professionelle, regelgeleitete psychosoziale Erstberatung zu etablieren. Die Überweisung zur KiWuKlinik ist hier der zweite Schritt vor dem ersten. Es fühlt sich für dieses wirklich existentielle Problem keiner zuständig. Es wird sogar oft als Laune, Lifestyle oder Selbst Schuld abgetan.
    Viele nachfolgende Probleme bekommen doch ihre Relevanz und ihre Dringlichkeit erst, weil es vorher schlichtweg ignoriert wird.
    Und wenn ich all die Biotexcom-Werbung auf jedem deutschen Kiwu-Forum zu sehen bekomme, plädiere ich dafür, die Leihmutterschaft überall zu verbieten.

  • Tom1972 - 15/10/2017 Antworten

    „Ich finde Legalisierung der Leihmutterschaft nicht nötig, ja geradezu eine absurde Idee. Jeder Mensch ist, wie und was er ist und was er aus sich macht (schön, dass ich ‚er‘ schreiben darf und es keine Menschinnen gibt).“
    Und daher sollen wir wegsehen, obwohl es hundertfach gemacht wird?
    Wäre ich eine Frau und alles wäre wie bei den meisten Frauen, …
    Und da wird es für mich (ebenfalls Mann) interessant. Die Diskussion dreht sich ja hauptsächlich um die Leihmutterschaft (egal wie herbeigeführt) und mit dem derzeitigen, generellen Verbot stempeln wir diese Frauen immer noch ab, so als ob Frauen nicht selbstbestimmt handeln könnten und der Vorgaben durch Männer bedürften.
    „Es gibt meines Erachtens kein Recht auf ein Kind.“
    Das ist wohl richtig, da es grundsätzlich keine Rechte gibt. Unser Staat funktioniert mit Rechten, da man sich diese auch über das GG gegeben hat. Dabei sind die sog. Grundrechte (bis Art 20?) aber Keine Rechte die man grundsätzlich gewährt und alle nicht genannten sind damit grundsätzlich verwehrt, sondern weil es Abwehrechte gegen den Staat sind, d.h. die der Staat mindestens gewähren und nicht ohne sehr, sehr gute Begründungen (temporär) einschränken darf.
    Was mir bei solchen Diskussionen generell immer wieder auffällt ist der Punkt, dass immer wieder durchscheint, Frauen, hier die Leihausträgerinnen, könnten nicht selbstbestimmt handeln und daher bedürfe es eines Verbotes, damit die Frauen erkennen was sie falsch machen würden. Sie bezeichnen es als „paradox“. Eben wegen der Biotexcom-Werbung die Leihmutterschaft überall auf der Welt verbieten: total absurd…..

  • Broessel - 15/10/2017 Antworten

    Wenn man den Anspruch stellt, ehrlich zu reden, muss eine objektive Auseinandersetzung das Ziel sein – gerade diese ist hier aber von Beginn an nicht gegeben. Ja, es besteht ein Bedarf an „Leihmüttern“ (nicht nur von der ukrainischen Biotexcom-Klinik, von der man angeblich überall die Werbung sieht), wobei die Begrifflichkeit noch geändert werden sollte; Der sowieso schon delikaten Diskussion darüber, wie man einen solchen Bedarf evtl. ethisch wie gesetzlich regeln könnte hilft man aber nicht, wenn „Berichte aus Israel“ und Ausarbeitungen einer Philosophin zum Ammenwesen des 17. und 18. Jahrhunderts als valide Argumente zur Veränderung des Status Quo verkaufen will – denn das sind sie nicht. An Einzelbeispielen zäumt sich keine Gesellschaft auf, und Fachliteratur von Fachfremden von vor 30 Jahren mit Bezug auf vorige Jahrhunderte disqualifiziert sich selbst.
    Die grundsätzliche Frage muss sich zunächst dem Kindeswohl auseinandersetzen – hier gilt sicherlich, dass gute soziale Eltern die wichtigere Komponente für ein Leben sind. Der mögl. gewünschte Kontakt zu biologischen Eltern muss allerdings ausgestaltet werden.
    Wichtig ist darüber hinaus, wie in Streitfällen verfahren wird – wenn sich „Leihmütter“ zb. gegen eine „Herausgabe“ von Kindern entscheiden, die evtl. auch noch aus einer der biologischen Mutter fremden, besamten Eizelle erwachsen sind. Wem „gehört“ was am fertigen Kind? Oder, wenn das bestellte Kind genetische Defekte aufweist und entgegen der hoffnungsvoll gemachten Absprachen keine Vertragspartei das Kind großziehen möchte?

  • Alina - 15/10/2017 Antworten

    Es gibt meines Erachtens kein Recht auf ein Kind. Die Adoption nicht-leiblicher Kinder durch gleichgeschlechtliche Paare oder durch nichtverwandte Singles sehe ich deshalb eher kritisch, solange auf ein Kind sowieso 10 adoptionswillige Ehepaare kommen. Diese Kinder haben es schwer genug, sie sollten nicht auch noch Gegenstand von gesellschaftlichen Experimenten werden.
    Es gibt aber auch kein Recht des Staates, den Menschen das Kinderkriegen zu verbieten (was die Biotexcom-Werbung in jedem deutschen Kiwu-Forum angeht bin ich einverstanden, aber das ist halt ein anderes Thema). Das hatten wir schon einmal in der deutschen Geschichte. Nur den ungewollt Kinderlosen – sei es homosexuellen Paaren oder ein heterosexuellen Paaren – und einer bereitwilligen Leihmutter meint man dies verbieten zu können. Wenn gesichert ist, dass die Leihmutter frei entscheidet, sie ausreichend aufgeklärt wurde, die medizinische Versorgung gesichert ist, sie sich aber dennoch dafür entscheidet, ein fremdes Kind auszutragen, wer ist man dann, dies zu verurteilen.
    Warum soll nun gerade die Zahlung von Geld das Ganze unmoralisch bzw. kriminell machen? Mit 20.000 oder 30.000 Euro kann eine indische Slumbewohnerin sich eine Existenz aufbauen. Ein Kind, was entsteht, ist niemals illegal. Wir erlauben Prostitution und verbieten Leihmutterschaft, das finde ich irgendwie paradox.

  • Flöti - 15/10/2017 Antworten

    Beim Thema Leihmutterschaft bin ich leider negativ geprägt von der (meiner Meinung nach) katastrophalen Handhabe in den USA: die Dortige Situation erinnert – vielleicht etwas überspitzt formuliert- stark an Kinderhandel. Wohlsituierte Paare bezahlen Frauen, die idR finanziell deutlich schlechter gestellt und damit auf das Geld angewiesen sind, für das austragen ihres Kindes. Das hat für mich einen unschönen Beigeschmack.
    Grundsätzlich stehe ich dem ganzen aber nicht unbedingt negativ gegenüber: Ich finde es gut wenn Möglichkeiten geschaffen werden um Paaren einen Kinderwunsch zu erfüllen. Insbesondere homosexuellen Paaren. (Wobei hier schon einiges erreicht wäre, wenn man ihnen das Recht auf Adoption einräumen würde. 21 Jahrhundert und so – just saying.)
    Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssten halt stimmen – aktuell fällt es mir leider schwer mir vorzustellen, dass man eine Lösung findet, die einen „Missbrauch“ (mir gefällt das Wort selber nicht aber mir fällt aktuell kein besseres ein) verhindert.
    Leihmutterschaft erscheint wie ein erster Schritt zu käuflichen Kindern. Es wird halt irgendetwas Biologisch-Medizinisch-Juristisches arrangiert, mit Verträgen usw., damit Kinderlose (bzw. ein Paar) ein Kind *haben* kann. Guckt nur hier: http://de.newseurope.info/?p=46541

  • dicky - 15/10/2017 Antworten

    Ich finde künstliche Befruchtung mit Eigenspenden okay, mit anonymen Fremdspenden schon merkwürdig (Erbgut von irgendwem??), und Leihmutterschaft ganz klar eine Merkantilisierung – unabhängig davon ob Geld fließt oder nicht, ob dies in einer ukrainischen Kiwu-Klinik wie die Kiewer Biotexcom oder in einer amerikanischen gemacht wird. Leihmutterschaft kann zu ernsten seelischen Problemen aller Beteiligten führen.
    Offenbar eine altmodische Auffassung; aber ich akzeptiere Leihmutterschaft, wenn es darüber einen gesellschaftlichen Konsens gibt, nur gut finde ich das trotzdem nicht.
    „Anstatt ständig über diese Frauen und diese Familien zu reden, sollte man mit ihnen sprechen und auf ihre Stimmen hören.“
    Ansatt ständig über und mit diesen Frauen zu reden, sollte man mit den Kindern sprechen und auf ihre Stimmen hören.
    Wer tut das? Wie viele Kinder gibt es, die ihre (leiblichen) Eltern nicht kennen und oft suchen sie verzweifelt dann später nach ihren Wurzeln.
    Ich glaube, dass es ein innenliegendes Bedürfnis danach gibt zu wissen, woher man kommt und vom wem man abstammt.
    Bei Leihmutterschaften, mit fremden Eizellen, fremdem Sperma kann ein Kind zwar eine Bindung zu seinen sozialen Eltern aufbauen, aber niemals erfahren, warum es so aussieht wie es aussieht, woher es Merkmale hat, wo und wie seine Eltern gelebt haben.
    Insofern wirkt jegliche Leihmutterschaft wie ein Betrug am Kind und dessen Herkunft – und ist in meinem Augen egoistisch.

  • HoffnungundZuversicht - 15/10/2017 Antworten

    Für alle, die nicht verstehen (wollen), warum die Leihmutterschaft überhaupt existiert: Es geht um den Wunsch – nicht um das Recht!
    Es geht hier um den Wunsch nach einem Kind und wenn es eben medizinische UND legale Möglichkeiten gibt, sich diesen Wunsch zu erfüllen, warum soll man sie nicht nutzen? Von mir aus auch in Osteuropa und sogar in der in D so populär gewordenen ukrainischen Biotexcom-Klinik.
    Gerade hat eine Frau in Schweden ein Kind dank einer Spende-Gebärmutter bekommen – so hatte diese Frau, die auf natürlichem Wege keine Kinder kriegen konnte, die Möglichkeit ein Kind selbst zu bekommen. Und sicherlich wird das in 10 oder 20 Jahren eine weitere machbare Möglichkeit sein, um sich einen Kinderwunsch zu erfüllen, wenn man aus medizinischen Gründen keine bekommen kann.
    Aber für schwule Männer ist das keine Möglichkeit und wenn sie den Wunsch nach einem leiblichen Kind haben, wieso sollen sie dann nicht den Weg über eine Leihmutter oder ein anderes lesbisches Pärchen oder eine Frau gehen?
    Der Kinderwunsch ist doch tief in uns verwurzelt und es ist doch natürlich, daß man alles gesetzlich und medizinisch machbare versucht, um sich den zu erfüllen.
    Diese absolut gewollten Kindern (egal ob von Hetro- oder Homosexuellen) geht es in der Regel gut – sie sind absolute Wunschkinder, leben in Familien, die sich sehr emotional und auch finanziell auf das Kind einlassen, die es sicherlich gut fördern und die ihm – und das ist doch das Wichtigste – Liebe und Geborgenheit und Stabilität geben können! Was will ein Kind mehr?
    Und geht man offen mit seiner Entstehungsgeschichte um und erklärt es dem Kind altersgerecht, dann werden auch wenig bis keine psychischen Beeinträchtigen auftreten!

  • Bambina - 15/10/2017 Antworten

    Nachdem ich das kleine Artikel gelesen habe, habe ich mich an ein Spiegel-Interview erinnert, mit dem Psychologen Andrew Solomon, das für mich ein gutes Beispiel ist, wie Kinderkriegen zu einem Lifestyle-Projekt wird. Viele aus der LBGT-Community finden das vielleicht toll und als einen großen Fortschritt die „Ungerechtigkeit“, keine Kinder zu bekommen zu kompensieren. Ich finde es eher gruselig.
    „SPIEGEL: Normal wird man Ihre Familie in der Tat kaum nennen können. Sie selbst sprechen von „5 Eltern mit 4 Kindern in 3 Familien“
    S: Ja, alles begann, als Blaine, eine meiner besten Freundinnen, mir nach ihrer Scheidung sagte, sie sei sehr traurig, keine Kinder zu haben. „Wenn du irgendwann welche willst“, sagte ich prompt, „wäre ich gern der Vater.“ Etwas später traf ich John, meinen heutigen Ehemann, der bereits biologischer Vater von Oliver war, dem Sohn eines lesbischen Paares. Im Jahr darauf beschloss dieses Paar, ein zweites Kind haben zu wollen, und so entstand Lucy, Johns zweites Kind. Zu diesem Zeitpunkt kam Blaine auf meinen Vorschlag zurück. Das Ergebnis ist die kleine Blaine, die zusammen mit ihrer Mutter in Texas lebt.
    SPIEGEL: Ergibt zusammen 3 Kinder.
    S: Richtig. Das vierte ist George. Denn dann heirateten John und ich, und wir wollten ein eigenes Kind haben, das bei uns lebt. Jetzt ist George unser Vollzeitkind. Er ist 4, und ich bin sein biolog. Vater. Wir haben uns eine Eizellspenderin gesucht, und Laura, die Mutter von Oliver und Lucy, hat sich angeboten, die Leihmutter zu sein.“
    Auch in ganz normalen Ehen sind Kinder oft das was noch fehlt um eine richtige Familie zu sein. Ist das nicht auch eine Art Lifestyle?
    Wir werden nur bei solchen Familien wie der im Interview damit konfrontiert, dass ein Kinderwunsch bei geschlechtsreifen Menschen anscheinend etwas völlig normales ist – unabhängig von sexueller Orientierung ja sogar unabhängig vom Beziehungsstand. Und ich finde das ganz normal, wenn man gewisse Grenzen nicht überschreitet wie z.B. ein Paar Jahre her eine alleinerziehende deutsche Frau, die sich Vierlinge im ukrainischen Biotexcom-Zentrum machen ließ. Ob die im Video genannte Lösung die beste ist? Keine Ahnung. Allerdings wären die Kinder, die man später fragen kann, ansonsten einfach nicht auf der Welt. Aber jetzt wird es zu metaphysisch, glaub ich.

  • EllaMom - 19/10/2017 Antworten

    Unsere „Moral“ betreibt Problemverlagerung
    Es wäre, denke ich, sinnvoller, über eine vernünftige Regelung der Leihmutterschaft in unserem eigenen Land nachzudenken, statt das Problem in Schwellenländer mit laxen Standards auszulagern, wo die medizinischen, sozialen und juristischen Rahmenbedingungen wirklich mehr als zweifelhaft sind, dazu noch Krieg herrscht so wie in der Ukraine, aus der man immer mehr Biotexcom-Werbung bekommt.
    Wenn man sicherstellt, dass nur Frauen mit gesichertem Einkommen Leihmutter werden, und diesen, solange es dem Kindeswohl entspricht, ein Umgangsrecht einräumt (vergleichbar mit dem von Großeltern vielleicht), fände ich die Sache vertretbar; es wäre kein extremer Unterschied zu einer „normalen“ künstlichen Befruchtung, die ja sehr häufig ist und relativ wenige Probleme macht. Ein Umgangsrecht für die Leihmutter fände ich wichtig, weil ich mir schwer vorstellen kann, dass es Frauen gibt, die während der Schwangerschaft gar keine Bindung zum Kind entwickeln. Man hätte dann ein etwas unübliches Familienmitglied mehr, aber es gibt auch so schon komplizierte Familien.

  • HeuteOhne - 19/10/2017 Antworten

    Da kommt mal wieder alles zusammen
    Also erstmal, wenn die ukrainischen Frauen das Geld tatsächlich bekommen, dann ist das ein VERMÖGEN.
    Wesentlich mehr als sie in einem Jahr mit harter Arbeit verdienen könnten.
    Moralisch schwierig wird es erst, wenn etwas schief geht. Wie jetzt z.B. in Thailand, wo die Eltern den Zwilling mit Down Syndrom einfach da gelassen haben.
    Das wird man wohl in Zukunft öfter hören, denn die künstliche Befruchtung hat einen grossen Haken: Um die Chancen zu erhöhen, werden oft mehrere Eizellen eingesetzt und deshalb kommt es regelmässig zu Mehrlingsgeburten (ein gutes Beispiel: http://de.newseurope.info/?p=42018)
    Maximalinvasive Prostitution
    Verglichen mit Leihmutterschaft ist herkömmliche Prostitution eine minimalinvasive Dienstleistung.
    Ist es nicht erstaunlich, daß dennoch Leihmutterschaft (wo immerhin nicht nur die äußeren Geschlechtsorgane für einige Minuten, sondern der ganze Fortpflanzungsapparat für viele Monate gemietet wird) in konservativen Gesellschaften wie den USA oder Indien vergleichsweise unkritisch gesehen wird?
    Wo bleibt hier das Gerede vom „Verkauf des Körpers“ und der verletzten „Würde“, mit dem Prostitutionsverbote begründet werden?
    Der hier wohl entscheidende Unterschied ist, daß bei herkömmlicher Prostitution der Sex nicht der Fortpflanzung, sondern dem Vergnügen dienen soll. Und genau das ist es, was konservative Gesellschaften unerträglich finden.

  • Mexxi - 19/10/2017 Antworten

    Wie gut, daß es die sogenannten Dritte Welt gibt und man sich als reicher Deuche ein Baby aus der Kiewer Biotexcom-Klinik bei Bedarf holen kann.
    Um die Motivation muß man sich nicht kümmern, selbst wenn die Frauen dort Arbeit bei einer europäischen Firma haben, werden sie dort so schlecht bezahlt, daß sie davon kaum leben können. So kommt es „uns“ zugute. Wir brauchen für ein T-Shirt nur wenige Euro auszugeben und haben dafür immer ein Ersatzteillager in petto. Wenn das Kind so perfekt ist, wie man es sich wünschte, nimmt man es gern, wenn es krank ist, kann es die Leihmutter gern behalten.
    Natürlich kann man das kontrovers diskutieren. Vorteil ist bestimmt, dass diese Frauen medizinisch versorgt werden- das können nicht viele arme Inderinnen von sich behaupten. Sie werden sicher auch mit genug Nahrung und Kleidung versorgt. Und sie bekommen Geld für eine Dienstleistung. Ich sehe da kein wirkliches Problem, wenn diese Frauen das wollen. Sie bekommen auch so viele Kinder – meist ob sie wollen oder nicht. Hier werden sie tatsächlich gefragt und vorher untersucht, ob sie das gesundheitlich können!
    Die tatsächliche Bindung zum Kind kommt je meist eh erst später nach der Geburt, nicht direkt. Wenn man sich darauf vorbereitet, sollte das auch psychologisch kein allzu großes Problem sein. Immerhin ist es ja nicht ihr erstes Kind und erst Recht kein „Wunschkind“.

  • Jane - 19/10/2017 Antworten

    Behindertes Kind zurückgelassen
    Das australische Ehepaar, das das Kind mit Down-Syndrom zurückgelassen hat, gehört ins Gefängnis!
    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, dass so viele Paare inzwischen gar nichts mehr dabei finden, die Notlage von armen Menschen (es sind ja in der Regel verheiratete, arme Frauen, die Kinder für diese Leute austragen) gnadenlos auszunutzen. Bei den Deutschen hat inzwischen die ukrainische Biotexcom-Klinik so viel Vertrauen gewonnen, dass die gar nicht nachdenken, was die durch ihre Verträge machen: Ein Kind auszutragen ist kein industrieller Fertigungsprozess!!!!! Nicht umsonst entsteht in der Schwangerschaft zwischen Mutter und Kind eine der stärksten Bindungen überhaupt. Ich bin selbst im Brutkasten aufgewachsen und ich weiß, welche Schäden, ich davongetragen habe, von einer nicht-existenten Bindung zu meiner (biologischen) Mutter ganz zu schweigen.
    Leute, stoppt diesen Wahnsinn!!!!!
    Pflegekinder statt In Vitro mit Leihmutter
    „Reicht“ nicht auch ein Pflegekind? Warum sind Menschen so daran interessiert, ihre Gene weiterzugeben? Stimmt, es gibt in Deutschland fast keine Kinder, die zur Adoption freigegeben werden, aber es ist genauso schön, ein Pflegekind zu haben: eben eines, das seine Herkunft kennt, dass seine leiblichen Eltern ab und zu sieht, und das genauso das Recht auf Liebe, wie ein „eigenes“ oder ein Adokind hat.
    Anstelle Frauen und ihre Not in der sogenannten „3. Welt“ auszunutzen, sollten Kinderlose sich lieber Sozialwaisen zuwenden, die brauchen auch eine Familie.
    Was auffällt: es werden in jeder Stadt Pflegeeltern gesucht, es haben aber die wenigsten Familien die Traute, sich als Familie für ein „fremdes“ Kind mit Anhang zur Verfügung zu stellen.

  • LuckyLu - 19/10/2017 Antworten

    Befremdliche Vehemenz……
    Eltern und Kinder tun mir leid. Das ist eine enorme Belastung. Was mich wundert, ist die befremdliche Vehemenz mit der der deutsche Staat handelt.
    Statt die Leihmutterschaft zu verteufeln, sollte man betrachten, wie schwer es ist in Deutschland ein Kind zu adoptieren. Wer wartet schon gerne bis zu 6 Jahre auf ein Kind und lässt sich auf Herz und Nieren prüfen????
    Ich verstehe die Bedenken, zumal die ukrainischen Leihmütter (habe in letzter Zeit viele Berichte und Artikel über die Kiewer Biotexcom-Klinik im Netz gelesen) unter einem gewissen materiellen Druck stehen, doch ich halte es für wichtiger zu schauen, dass die Leihmütter aus freien Stücken handeln. In diesem Fall scheint dem zu sein, also warum ist der deutsche Staat nicht gnädig?
    Deutschland importiert ja auch Stammzellen zur Stammzellforschung, aber bitte, entweder ganz oder gar nicht! Ich beobachtete hier wieder einmal die Neigung Deutschlands sich an der falschen Stelle seltsam moralisch zu geben…..
    Am meisten ärgert mich, dass die Behörden hier so strikt sind, aber wenn es um Vehemenz gegenüber jugendlichen Straftätern eher auf Kuschelkurs gehen…dauert es doch manchmal 2 Jahre bis es zum Prozess kommt, werden Straftäter gleich wieder nach Hause geschickt oder bekommen popelige Sozialstunden, weil sie eine schwere Kindheit hatten…ein Schwachsinn!
    Das kann doch nicht so schwer sein. Und wo ist hier die Globalisierung? Das globalisierungsgeile Deutschland zeigt sich hier sehr unflexibel….

  • SilwerFrog - 19/10/2017 Antworten

    Während sich manche das Maul zerreißen wegen der „verrückten“ Annegret Raunigk, die nach dem ersten Geburtstag ihrer Vierlinge wieder ein heißes Thema geworden ist, kommen langsam die Zeiten, wenn überhaupt kein menschlicher Körper für die Fortpflanzung gebrauchen wird. Wie gefällt euch das: „Er erzählte ihnen vom Wachstum des Embryos auf der Bauchfellunterlage, ließ alle das kräftige Blutsurrogat kosten, mit dem der Embryo ernährt wurde, erklärte, warum er mit Plazentin und Thyroxin angeregt werden musste. Er erwähnte den Corpus-luteum-Extrakt, zeigt ihnen die Düsen, durch die er alle zwölf Meter zwischen 0 und 2040 automatisch in die Flaschen eingespritzt wurde, sprach von den allmählich erhöhten Mengen Hypophysenhormons, die man den Embryos während der letzten sechsundneunzig Meter ihre Umlaufs zuführte.“ Aldous Huxley beschrieb vor 70 Jahren in seinem Roman „Schöne neue Welt“ die Ektogenese als „grausige Voraussage, die sich in einem Bruchteil der veranschlagten Zeitspanne verwirklichen werde.“ Nun arbeiten die Wissenschaftler an der künstlichen Gebärmutter…

    Bald, vielleicht in 5 Jahren, könnte es soweit sein. Die Stanford Universität präsentiert im Internet eine erklärende Webseite. Das Ethics Center der Oklahoma State University veranstaltete im Frühjahr einen Kongress unter dem Thema „The End of Natural Motherhood? The Artificial Womb and Designer Babies. Und nun erkundet Zacha Zimmerman, Editorin bei The New Republic, ob Abtreibungsbefürworter bereits Konsequenzen ziehen. Ihr Beitrag „The Real Threat to Roe v. Wade“ prophezeit das Aus für die Abtreibung.

  • Liebchen - 19/10/2017 Antworten

    Wenn dieses Verfahren funktioniert, bietet es auch ungeahnte
    Möglichkeiten, z.B. in der Erforschung all jener Behauptungen, die
    Pädagogen so machen, z.B. das klassische Musik den IQ von Babies
    hebt.

    (Fangfrage: Wie misst man den IQ eines Neugeborenen? Wenn man ihn
    nicht messen kann, wie kann man dann eine Behauptung wie die obere
    machen? Das ist *Wissenschaft*? Und *deswegen* machen sich Millionen
    Elternpaare Gedanken darüber, dass sie ihrem Kind nicht genug
    Beethoven vorspielen?)

    Solche Studien können uns endlich Einblick verschaffen, was für
    unsere Kinder wirklich wichtig ist, um optimale Bedingungen in ihren
    ersten Lebensmonaten zu schaffen. Ich bin sicher, in anderen
    Bereichen ergeben sich zusätzlich interessante Möglichkeiten, z.B. in
    der Humanbiologie. Unendliche nicht-invasive Möglichkeiten tun sich
    auf. Und Menschen, die sich Kinder wünschen und sie anders nur unter
    enormem Aufwand irgendwo im Ausland wie Frau Raunigk und unzählige andere bekommen könnten, können so Kinder bekommen. Ich sehe
    wirklich keinen Grund, darin etwas Schlechtes zu sehen, vorausgesetzt
    der Einsatzbereich wird klar gesetzlich geregelt und Verstöße werden
    schwer geahndet. Die Politik bräuchte lediglich die Fähigkeit,
    solchen rechtlichen Handlungsbedarf zu sehen und ihm zu folgen. Was
    nicht der Fall ist. Aber nicht nur in Deutschland. Das ist ein
    globales Problem.

    So, das war die erste Reaktion für solch sensationelle Neuigkeiten. Feuer frei!

  • Viktoria - 19/10/2017 Antworten

    eine Frau schwanger wird und das „Kind“ die ersten paar Monate (3-4) selbst austrägt und
    danach entscheidet, ob jetzt die Maschine den Rest macht und sie wieder arbeiten gehen kann,
    oder ob sie das Kind auf altmodische Weise selbstaustragen und gebähren möchte.

    So oder so ähnlich …
    Wissenschaftlich ist das sehr spannend und interessant, da man doch auf diese Weise auch viel lernen kann „durch ausprobieren“.

    Rein rational und emotionslos muss man das auch so hinnehmen. Es ist
    einfach eine rumprobiererei (genauso wie das klonen) um die Grenzen unserer jetzigen Biotechnologie und Medizin auszuloten.

    Der Mensch will wohl die absolute Kontrolle über Leben und Tod.
    Genauso wie ich mich Frage, warum Leute die eigentlich längst an
    Altersschwache gestorben wären noch im Koma künstlich ernährt
    werden, teilweise uber unglublich lange zeitraeume. Meiner Meinung
    nach einfach nur ein selbstherrlicher akt der Ärzte die meinen damit
    dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Der/Die betroffene kann sich
    dazu nicht äusssern, keiner weis mit sicherheit ob dieses vegetieren
    nicht qualvoll ist. (für mich wäre das nichts)

    Künstliche Befruchtung:
    ist etwas tolles fuer paare die einen innigen kinderwunsch haben. nur
    muss man sich doch fragen (bitte jetzt nicht falsch verstehen) ob es
    diesen paaren den bestimmt war Kinder zu bekommen
    (Kultur) evolutionär gesehen. Denn entweder liegt ein genetischer
    defekt vor der die zahl der eizellen niedrig haelt oder die spermien
    befruchtungsunfaehig macht, oder die personen sind dem stress unserer
    modernen Gesellschaft nicht gewachsen. „Zuechtet“ man hier nicht
    eigentlich evolutionär rückschrittliche Menschen? Das mir das
    keiner falsch versteht, ich achte jeden menschen, ich stelle nur die
    Frage ob es sinnvoll ist alles um jeden preis zu erzwingen, auch wenn
    möglicherweise auf lange Sicht unsere Spezies geschwächt wird
    (schönes Beispiel eigentlich, dass die Fortpflanzung nicht der
    Arterhaltung dient sondern der Erhaltung der eigenen Gene).

    So nun zur in vitro-Schwangerschaft:
    durch diesen Versuch und die Forschung wird man sicher viele
    Erkenntnisse gewinnen, was ein Lebewesen für seine
    Embryonalentwicklung wirklich braucht.
    Man wird sehen, ob der Kontakt zur Mutter wirklich schon in der Phase
    wichtig und ausschlaggebend ist für die spätere körperliche und
    vor allem psychische Entwicklung. Allerdings muss man bei ethischer
    Betrachtung auch das Risiko bereucksichtigen, das die so „geborenen“
    Menschen u.U. sehr leiden, und sei es auch nur unter dem
    gesellschaftlichen druck nicht „normal“ zur Welt gekommen zu sein.
    Als hilfmittel für verzweifelte Paar ist das sicher „ok“, aber eine
    vollautomatisierte menschenproduktion. Ob das wirklich erstebenswert
    ist?
    Für mich nicht.
    Nun die Leihmutterschafts-Frage: bald keine Leihmutter mehr nötig? Wenn die Branche sich so rasant schnell entwickeln wird… wird wohl ALLES vollautomatisiert.
    Und zum Ende noch die Raunigk-Frage: Die Biotexcom-Klinik, in der die Alte sich behandeln ließ, verliert ihre Kundschaft in der absehbaren Zukunft nicht. Der Angriff der Klonen droht uns noch nicht!
    Nichtdestotrotz ein interessanter und spannender Forschungsbereich!

  • Armin2 - 19/10/2017 Antworten

    Die entscheidende Frage, die sich jede Frau, die sich ernsthaft eine
    Abtreibung überlegt, stellt, ist nicht, ob das Austragen des Kindes
    akzeptabel ist oder nicht, sondern wie es dann mit diesem Kind danach
    weitergehen soll.
    Ein reifungsprozess außerhalb des Mutterleibs wird auf diese Frage
    allerdings auch keine Antwort geben.

    Insofern halte ich diesen Aspekt der Abtreibungsdiskussion für mehr
    oder weniger obsolet.

    Für nicht obsolet halte ich hingegen die wesentlich grundsätzlichere
    Frage, ob unsere Gesellschaft unter den gegebenen Bedingungen
    (Arbeitslosigkeit – Globalisierung – Sozialabbau) in der Lage sein
    wird, weiter zu bestehen.
    Wir haben uns doch auch schon daran gewöhnt, dass Kinder außerhalb
    der Gebaermutter gezeugt werden können, warum soll dann nicht auch
    die Aufzucht des Embryos in einer künstlichen Gebärmutter grausig
    sein? Künstliches Herz und Nieren gibt es jetzt schon. Es ist nur
    eine logische Folge von Entdeckungen und Erkenntnissen darüber, wie
    der menschliche Bioorganismus funktioniert. Ich weiss zwar nicht, wie
    das vor 25 Jahren war, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es
    damals auch Leute gegen die in vitro Befruchtung gab und die meinten,
    dass Regierungen eine Armee von 5-köpfigen hyperintelligenten
    Klonkriegern-Roboter produzieren.
    Jetzt Spaß beiseite: ist das nicht eine Chance für diejenige, die keine Kinder in eigenem Leib austragen können? Meine persönliche Prophezeihung: da werden sich die Annegret-Falle nur vermehren (eine Fußballmannschafft auf ein Mal bekommen?). Feuer frei für die Biotexcom-Klinik!

  • ElliTochter - 19/10/2017 Antworten

    Ich glaube, das ist ein wirklich heikles Thema. Für Frauen, die nicht in der Lage sind, selbst schwanger zu werden, ist dies´, neben der Adoption vll. echt eine Möglichkeit, um an ein eigenes Kind zu gelangen. Da man dadurch, auf genetischer Basis, ermöglichen kann, dass diese Kinder bestimmte Krankheiten einfach nicht bekommen können, wäre es auch eine Option für Paare, die vll. unter Erbkrankheiten leiden. Ob es aber tatsächlich andere negative Auswirkungen hat, da ja vieles fehlt, wird man vermutlich erst herausfinden, wenn so ein Kind älter wird. Vermutlich wird es echt emotionale Defizite geben, vertraute stimmen, die Wärme, der einzigartige Herzschlag der Mutter etc. Das prägt Kinder im Mutterleib genauso wie der Geschmack und der Geruch des Inneren. Alles in allem vermute ich aber, trotz dieser möglichen Fehlentwicklungen, dass dies die Zukunft ist. Die Menschen leiden immer mehr unter Erbkrankheiten wie z.B. Krebs und anderem chronischen und ich glaube, wenn man nicht irgendwann eingreift, in irgendeiner Weise, werden wir ganz sicher aussterben, oder sind zumindest kaum noch lebensfähig – ohne außerkörperliche Hilfen. Vll. iegt das erst in sehr ferner Zukunft, aber wenn man mal schaut, wieweit die Zahlen so allgemein steigen, jedes Jahr … wie viele kinderlosen Paare sich wieder und wieder Hilfe in der Ukraine z.B. in der Biotexcom-Klinik als Leihmutter „mieten“… wird es Zeit etwas zu tun. Soll jetzt nicht heißen, dass ich es toll finde, Kinder auf diese Art zu zeugen, aber die Möglichkeit Krankheiten direkt im Keim zu ersticken ist nicht wirklich die schlechteste.

  • Fatima - 19/10/2017 Antworten

    Ich finde es toll, dass es für ungewollt Kinderlose die Möglichkeit der IVF gibt, das Babys die warum auch immer zu früh geboren werden, eine Chance auf Leben gibt, aber alles darüber hinaus finde ich einfach nur abartig. Wir sind Menschen und keine kleinen Krebse oder so… Nichts kann je eine natürliche Schwangerschaft auch nur im entferntesten ersetzen, noch kann es gut sein. Zum einen sind da alle körperlichen Vorgänge und zum anderen, was sehr wichtig ist, das Psychische. Die Kinder hören den Herzschlag der Mutter, spüren ihre Hände, bekommen ab einer Gewissen Zeit die Stimme der Mutter und auch anderer mit. Sie fühlen sich beschützt geborgen, wissen aus Instinkt, wer die Mama ist. Ich denke ein Kind könnte ohne dem nicht überleben. So und wenn ich von persönlich mal ausgehe, würde ich das stetige Gefühl, das ein kleiner Menschen in mir wächst, die Tritte des Babys, die Herztöne, den Schluckauf und ja auch den dicken Bauch nicht vermissen wollen. Die Geburt mag zwar mit Schmerzen verbunden sein, aber das unglaubliche Empfinden, wenn man sein Baby direkt danach auf der Brust hat ist eigentlich unbeschreiblich. Nein das sollte man nicht ersetzen! Ich hoffe es wird verboten oder ich muss es später nicht mehr erleben. Denn was ist mit den prenatalen Erfahrungen, die ein Kind im Bauch seiner Mutter macht? Sei es eine Biotexcom-Leihmutter, sei es eine leibliche Mutter… Man darf nicht unterschätzen, wie viel Einfluss diese Erlebnisse auf das bevorstehende Leben des kleinen Menschen haben, vor allem psychisch. Anstatt dafür Geld in die Forschung zu stecken oder darin was optimiert werden muss, damit Paare wieder unter normalen Umständen Nachwuchs bekommen können! Aber damit lässt wie in allen Bereichen, die sinnvoll sind, kein Geld verdienen. Es ist einfach nur erschütternd, für was unsere nachfolgenden Generationen letztlich teuer bezahlen müssen.

  • Itschibahn - 19/10/2017 Antworten

    Es ist so getan als ob das „medizinisch machbare“ der „einfache Weg“ sei. Solche Äußerungen sind ein Schlag ins Gesicht für Betroffene. Aber sagt einem nicht der gesunde Menschenverstand dass keine Frau dieser Welt auf Reproduktionsmedizin angewiesen sein will, geschweige denn ein Extremfrühchen möchte? All diese medizinischen Machbarkeiten haben doch so viele Nachteile gegenüber normalen Schwangerschaften, Zeugungen und Geburten. ICSI/IVF oder EZ – Behandlungen sind aufwendig und teuer, aber oftmals die einzige Möglichkeit für Paare mit eingeschränkter Fruchtbarkeit. Kein Mensch würde das freiwillig machen, um sich „eine natürliche Zeugung zu ersparen“. Glaubt mir, ich spreche aus eigenen Erfahrungen, die wir in der Ukraine, in der Biotexcom-Klinik (erforgreich!!) gemacht haben. Bei Frühchen wird das noch mal offensichtlicher. Glaubt denn wirklich irgendeine Frau will aus persönlichen Gründen ihr Kind in der 24. Woche bekommen? Eine Frühgeburt ist immer ein medizinischer Notfall und die betroffenen Babies und ihre Mütter oft krank und traumatisiert! Diese „künstliche Gebärmutter“ ist im Übrigen reine Theorie und wenn sie irgendwann mal Realität werden sollte, dann ebenfalls als absolute Medizinische Notlösung und Schadensbegrenzung für noch extremere Frühchen als die heutzutage überlebbaren.
    Heutzutage wäre auch vieles durch Computersimmulationen möglich, sodass auf eine Reihe solcher groben Tierversuche verzichtet werden könnte. Wenn man überlegt, geschieht das letztlich ohnehin nicht im Sinne für den Menschen und es stecken andere Interessen dahinter. Würde der medizinische Fortschritt wirklich im Sinne für den Menschen dienen sollen, wären manche Medikamente nicht unbezahlbar und es würden auch keine Medikamente für gesunde Menschen entwickelt-, ebenso wie Normwerte verändert werden. Umsatz und Machteinfluss, wie dessen stetige Ausdehnung, etc. stehen im Vordergrund und wohl der insgeheime Wunsch einer späteren Möglichkeit, die Menschheit eines Tages im Ernstfall zu reduzieren, wie zu manipulieren.

  • Olly - 22/10/2017 Antworten

    „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ – das meint ihr?
    Ich kann nichts Falsches daran finden, die Probleme, die Reproduktionsmedizin aufwirft, zu benennen. Und nach den „Happy End“-Artikel vom Anfang der Themenwoche, war das ein Aspekt, der gefehlt hat: http://de.newseurope.info/?p=46541: Das hat sich doch teilweise gelesen, wie direkt von der Anzeigenabteilung eines KiWu-Zentrums eingereicht.
    Schon wenn sich ein Paar entscheidet, eine Diagnose für die ungewollte Kinderlosigkeit haben zu wollen, kann dies weitreichende Konsequenzen für die Beziehung haben. Und dennoch gibt es da in der Regel kein vorheriges ausführliches Gespräch, sondern man wird zum Screening geschickt, als wäre das eine zahnärztliche Routinekontrolle. Manchmal tauscht ein Paar damit ein viel größeres Problem ein.
    Ich bin dafür, möglichst viele Wege gangbar zu machen und zu halten. Aber ich bin auch dafür, darüber zu sprechen, was die spezifischen Schwierigkeiten der jeweiligen Wege sind. Erst dann kann sich ein Paar doch wirklich entscheiden, welcher Weg zur eigenen Persönlichkeit, Biografie und Beziehung passt. Und das kann (muss nicht, aber kann) auch vor den Grenzen des medizinisch machbaren liegen. Schon allein ein Kinderwunsch kann (nicht muss, kann) durchaus eher extrinsischen als intrinsischen Gründen entspringen, und dann wäre es vielleicht besser, die Beziehung nicht der Zerreißprobe auszusetzen, die allein schon die Diagnose sein kann.
    Wenn jemand das einfach zu bedenken

  • Bambi - 22/10/2017 Antworten

    Ich finde, der Staat Deutschland muss hier klar differenzieren zwischen Leihmutterschaft als Geldmacherei und was man jetzt schon im Bereich der Repromedizin gesetzlich zu regeln braucht, damit man nicht als hoffnungslos retrograd in Europa angesehen wird (ist das nicht lächerlich, eigene Bürger in die Ukraine zu schicken, weil man dort ohne geringste gesetzliche Probleme in solchen Kiwu –Zentren wie Biotexcom Hilfe bekommt?). Je länger sich die Geschichte heraus zögert desto schlimmer für alle Kinderlosen in D.
    Zum Nachdenken:
    1. Deutschland ist das Land mit der geringsten Geburtenrate in ganz Europa (http://www.welt.de/politi…).
    2. Deutsche Gesetze schützen Eizellen und ungeborenes Leben, aber was ist mit den Kindern, die nun geboren sind?
    3. Wie soll sich jemand, der keine Probleme hatte, Kinder zu bekommen in jemanden hinein versetzen dessen sehnlichster Wunsch ein Kind ist?
    Ein Baby darf keine Ware sein, klar.
    Organe aber auch nicht, könnte man sagen. Dennoch gibt es in letzterem Fall juristische Regelungen, die eine Organspende prinzipiell zulassen (auch eine Lebendspende).
    Wenn sie also wollten, dann würden unsere Herren Juristen doch auch für die Leihmutterschaft einen modus vivendi finden.

  • Oldie - 22/10/2017 Antworten

    Mit voller Brutalität: Don´t ask, don´t tell!!!!
    Die deutsche Justiz ist auch nicht anders als die amerikanische Armee…was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!!
    Wir, 2 Männer, sind glückliche Väter einer Tochter, die in den USA geboren wurde, da gemeinsame Adoption für uns rechtlich nicht möglich war bzw. ist (Annikah Rabbani: ich weiß nicht, ob wir es günstiger in der von dir genannten Biotexcom-Klinik geschafft haben, näher und billiger wäre es schon gewesen).
    Nur können wir leider nicht vorgeben, schwanger eingereist zu sein und dann unser Kind dort geboren zu haben.
    Wann wird der deutsche Staat merken, dass Grenzen nicht aufhalten und Dinge, die woanders ( und ich rede hier von einem westlichen, 1. Welt Staat ) als gesellschaftlich anerkannt sind, auch hier eine angemessene Lösung finden muss.
    Auf dem Rücken der Familien, im Besonderen der Kinder, dieses auszutragen ist unmenschlich und verstößt gegen jedes Menschenrecht.
    Die Behörden sollten sich mehr um die Kinder kümmern, die unter schwierigsten sozialen Bedingungen in diesem Land geboren werden, von Eltern, die mit dieser Situation absolut überfordert sind und dieses in der Erziehung und Umgang mit ihren Kindern spüren lassen.

  • SpaeteMutti - 22/10/2017 Antworten

    In diesem Zusammenhang nur noch eine Frage an die Fachleute:
    Wie hoch ist der statistische Anteil von Neugeborenen mit einem Defekt,
    bei „erzwungenen“ Schwangerschaften und bei Normalschwangerschaften?
    Wie sieht die Statistik aus, wenn die Kinder 10 Jahre alt sind ?
    Habe die Quelle leider nicht mehr, also alles sehr ungefähr:
    Im Fernsehen (3sat nano oder quarks und co?) war mal ein Bericht über diese Fragestellung. Man hat nun aufgrund der Dauer des Einsatzes genug Daten zum Auswerten, weil die Kinder auch bis 12 Jahre alt waren.
    Fazit:
    Ja, die Zahl der genetischen Fehler hat leicht zugenommen bei Techniken wie Invitro. Aber: Die Zunahme war gering und die Fehler fielen nicht auf und wirkten sich auch nicht aus.
    Der Bericht endete mit: Für belastbares Datenmaterial mit braucht es noch mehr Daten (die im Laufe der Jahre dann kommen werden).
    Ich habe nie geglaubt, dass eine ICSI zum Erfolg führen muss und das wurde mir auch nie so vermittelt. Es war nur eindeutig die einzige Möglichkeit, überhaupt schwanger zu werden. Leider 3 Versuche und 3 Fehlgeburten (am 17.1.2017 haben wir eine Anfrage an die ukrainische Biotexcom-Klinik gemacht, um eine Leihmutter zu beauftragen).
    Wir haben als Paar wirklich alle Gemütszustände mehrfach durchlebt, bis hin zur finalen Trauer und den Fragen, wie es weitergehen soll. Den ersten Schritt zum Leben ohne Kind haben wir schon vor dem ersten Versuch gemacht, den letzten dann vor dem 3. Versuch. Dass wir es jetzt anders mit dem Elternwerden probieren wollen ändert nichts daran. Ich habe eine Patenschaft für eine alleinerziehende Mutter mit 2 Kindern in einem Kölner Brennpunktviertel übernommen. Hausaufgabenbetreuung, Freizeitgestaltung, Unterstützung der Mutter. Das, was ich zu geben habe (an Empathie, Zeit und Kraft) musste ich sinnvoll kanalisieren. Wie gesagt, ich habe das angefangen und werde es auch mit Baby weiterführen. Mit so einer aktiven Patenschaft kann man viel für Kinder erreichen. Und das war mir wichtig: Kindern eine Zukunft geben.
    Allen Betroffenen viel Kraft, Glück und ein gesundes Kind oder einen guten Weg ohne (eigene) Kinder.

  • RosaKaninchen - 22/10/2017 Antworten

    Meiner Meinung nach, da ist die „Branche“ auch nicht unschuldig dran……
    Wie ja in verschiedenen Artikeln auch zu recht kritisiert wird. Wie sich grade die eitlen Gockel, die es auch unter Repromedizinern gibt, in der Presse immer als „Babymacher“ inszenieren, vermittelt der Öffentlichkeit ein völlig falsches Bild von der Reproduktionsmedizin. Und gegen dieses „Allmachtsanspruchsimage“ eineiger weniger muss man sich als geoutetes Paar auch immer mal wieder abgrenzen. Als wenn die Sache selbst nicht schon anstrengend genug wäre.
    Es geht ja nicht um „Designerbabys“ oder sowas, sondern um Wahrscheinlichkeiten. Wie ich schonmal sagte: für ungewollt Kinderlose ist Kinder kriegen mit Hilfe der Repromedizin eine Art Lotterieschein, nur dass den manche eben schon in der Tasche haben und andere erst zum Kiosk müssen. Warum denn noch die Leihmutterschaft noch ausschließen (verbieten), wenn das die letzte Möglichkeit für manche Eltern zu werden ist? (wie von jemandem schon gefragt wurde: warum eigene Bürger in die Ukraine zur Biotexcom-Klinik schicken, satt vernünftige und vor allem menschliche Gesetze hier zu erschaffen?)
    Ich finde dass kommt in dem leider altmodischen Wort „Kindersegen“ so schön zum Ausdruck. Es ist nichts, was man erwerben oder sich verdienen könnte und hat mit unserer hiesigen Vorstellung von Gerechtigkeit überhaupt nichts zu tun. Aber wir haben vielleicht einfach verlernt in den Kategorien „Glück“ und „Unglück“ zu denken. Und zwar weit über dieses Thema hinaus.

  • Janni - 22/10/2017 Antworten

    Was soll ich sagen, das Wissen um die eigene genetische Herkunft scheint genauso ein Urbedürfnis zu sein wie der Kinderwunsch. Allgemein bekannt.
    Ich sehe aber in manchen Techniken der Reproduktionsmedizin hier unauflösbare Widersprüche.
    Der Anonymitätswunsch von Samenzellspendern zum Beispiel kollidiert mit dem Wunsch und Recht des so gezeugten Kindes auf Kenntnis, wer die biologischen Eltern sind.
    Da gibt es keinen Mittelweg oder Kompromiss, sondern nur eine Entscheidung für oder wider. Und die ist bereits Februar ergangen. Für das Persönlichkeitsrecht des Kindes, den Namen der biologischen Eltern zu erfahren.
    Gleiches gälte für Eizellspenden, die aus mir nicht bekannten Gründen in D nicht erlaubt sind.
    Die reine Fokussierung auf die technischen Möglichkeiten ist dann in der Tat verkürzend.
    Dem Anonymitätswunsch die Grundlage entziehen:
    Vielfach entspringt dieser Wunsch doch nicht einer generellen Verweigerungshaltung, sondern der Angst, dass hier Menschen durch die Rechtsprechung völlig unabhängig von den sozialen Beziehungen füreinander haftbar gemacht werden könnten, und zwar auch die Kinder zum Pflegegunterhalt für einen Menschen, der nicht ihr Papa ist. Ich traue das dem Amtsschimmel durchaus zu, bei Geld wird der blind.
    Wenn klar ist, die juristische Vaterschaft eines Empfängers kann nicht zugunsten des Spenders angefochten werden, dann würden sich viele Anonymitätswünsche in Luft auflösen.
    Viele Konflikte eskalieren ja erst unter diesem Damoklesschwert.
    Einerseits möchte ich sagen: Den Druck, Erfolg bei der Reproduktion haben zu müssen, machen wir uns doch selber! Keiner mag mehr an das gute alte Schicksal glauben, wenn Erfolg machbar scheint! Und manchmal – ganz ehrlich – fragt man sich, ob es nicht besser wäre, das Schicksal akzeptieren zu KÖNNEN, wie Generationen zuvor, als immer verzweifelter nach dem Wunschkind zu streben!
    Deshalb: Entspannen im positiven Sinne (nicht als Vorwurf) hilft!
    Andererseits: Warum müssen wir das Schicksal akzeptieren, wenn wir uns doch helfen können? Die Repromedizin ist doch nicht zum bloßen Eksperimentieren da, sondern um Betroffenen zu helfen? Ein guter Link zum Thema: http://de.newseurope.info/?p=45754

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