Eingefrorene Eizellen – keine Garantie für erfolgreiche Schwangerschaft

Published 01/07/2016 in Familie, Gesellschaft, Gesundheit, Medizin, Mensch & Gene, Wissen

Eingefrorene Eizellen – keine Garantie für erfolgreiche Schwangerschaft
Credit: Maurizio De Angelis. Wellcome Images

Die moderne Technologie der Kryokonservierung der Eizellen genießt die große Popularität in Europa, insbesondere in Spanien. Die Frauen, die keine eigenen eingefrorenen Eizellen haben, benutzen die von den Eizellspenderinnen.

Die europäischen Staaten, deren Gesetzgebung die Eizellspende erlaubt, greifen oft zu den gekauften in anderen Ländern eingefrorenen Eizellen. Legal ist die Eizellspende bei weitem nicht überall. Auch in den Ländern mit legaler Eizellspende sind die Eizellspenderinnen dünn gesät. Eigene Gameten zu spenden und eigene Gesundheit zu riskieren unentgeltlich- dazu gibt es nicht viele Freiwillige.

Nachfrage nach Spendereizellen steigt jährlich. Viele europäische Staaten kaufen die eingefrorenen Eizellen in der Ukraine, und führen danach die IVF-Prozeduren schon daheim durch. Die Kryokonservierung der Eizellen ist in Spanien sehr beliebt. Insofern nur wenige Spanierinnen bereit sind ein Teilchen ihres Körpers für unfruchtbares Paar  zu spenden, kauft der Staat die Eizellen in den ukrainischen Kliniken.

http://icsi.name/gb/articles/donor-ovum-selling.html

Der ukrainische Markt der assistierten Reproduktionsmedizin ist durch das größte medizinische Zentrum BioTexCom monopolisiert. Das Zentrum wird weit und breit von Patienten aus aller Welt besucht, die kommen um des Kinderwunsches willen. Die Klinik arbeitet nur mit frischem nicht eingefrorenem Material. Die Erfolgsquote spricht für sich – 85 %. Spanien benutzt dieselben Eizellen, aber nur eingefrorene, die Erfolgsquote beträgt deshalb 5-10 %.

In der Ukraine kauft Spanien die billigen Eizellen, Eizellen der niedrigsten Qualität. Die Eizellen, die von Anbeginn die niedrige Qualität aufweisen, unterliegen dann weiter dem Einfrieren und dem Auftauen, und verlieren komplett ihre Eigenschaften, welche zur erfolgreichen Befruchtung führen könnten. 70 % der Eizellen „sterben“ während der Kryokonservierung.

Das Zentrum BioTexCom hat, wie gesagt, hohe Erfolgsrate aller Programme mit den Methoden der assistierten Reproduktionsmedizin, was also „dahintersteckt“- sind die frischen qualitativen Eizellen. Spanien kann sich in der Ukraine die Eizellen aller Klassen besorgen, aber die Preisgünstigkeit steht für Spanien im Vordergrund.

Die amerikanische Gesellschaft der Reproduktionsmedizin forschte die Erfolgsrate der IVF-Zyklen unter Anwendung der frischen und eingefrorenen Eizellen:  Demnach aus 12 000 Zyklen unter Anwendung der eingefrorenen Spendereizellen wurden  nur 34  % der erfolgreichen Schwangerschaften erzielt, währenddessen 79 % der erfolgreichen Schwangerschaften wurden  mit frischen Spendereizellen erzielt.

„ Die Anwendung der frischen Spendereizellen gibt Chance zur erfolgreichen Schwangerschaft und zur Geburt des gesunden Babys. Wenn Sie doch ihre eigenen Eizellen kryokonservieren lassen möchten, soll man die maximale Anzahl der Zellen einfrieren. Und ganz gründlich auf die Suche der richtigen Klinik eingehen, wo Sie behandeln lassen werden,“- erzählt das Mitglied der amerikanischen Gesellschaft der reproduktiven Medizin.

Forscher behaupten, dass Misserfolge in den IVF- Zyklen mit eingefrorenen Eizellen durch die schlechte Qualität der Eizellen verursacht werden. Die Experten erläutern:“ Die höhere Wahrscheinlichkeit der erfolgreichen Schwangerschaft verspricht das frische genetische Material. Beim Auftauen der Eizellen wird ihre Struktur beschädigt, die Überlebensrate ist gering, die Deformierung der  Zellen lässt sich nicht gleich erkennen, aber in der Zukunft kann es schwerwiegende Folgen verursachen“

Die Frauen, die zur Kryokonservierung der Eizellen greifen, möchten ihre Schwangerschaft auf die Zeit verschieben. Man soll nicht außer Acht lassen, dass die Qualität der aufgetauten Eizellen die Schlüsselrolle spielt.

Das Alter der Patientin während der Eizellenentnahme,  und während des Einfrierens der Eizellen, deren Qualität vor dem Einfrieren und nach dem Auftauen sowie Anzahl der Eizellen stehen miteinander in Wechselwirkung bei der künstlichen Befruchtung. Das gilt auch für die Eizellen der Spenderinnen.

Heute führt Spanien die Methode der Virtifikation (Vitrifizierung) ein. Das ist die Methode des ultraschnellen Einfrierens des genetischen Materials. Die Vitrifikation fördert die Qualität während des Einfrierens und nach dem Auftauen. So oder so, das ist noch kein Ideal. Das Einfrieren der reifen Eizellen bleibt immerhin ein neues ziemlich unbekanntes Gebiet. Der Prozess der Optimisierung des Einfrierens und des Auftauens befindet sich noch im Stadium der Ausarbeitung. Vielleicht in 10 Jahren wird der Fortschritt so weit gehen, dass die neue Methode des Einfrierens der Eizellen entdeckt wird, wenn die Qualität der Eizellen maximal erhalten wird, die Anzahl der Fehlgeburten, angeborener Anomalien und Eileiterschwangerschaften reduziert wird. Nur danach wird das nachzüglerische Spanien zum Spitzenreiter in der Reproduktionsmedizinwelt.

Print article

22 KommentareKommentieren

  • Fritsch - 04/07/2016 Antworten

    Eine sinnvolle Möglichkeit ist, den Frauen vor der Krebstherapie Eizellen zu entnehmen und sie einzufrieren. und dann den Kinderwunsch erfüllen

  • oettinger - 04/07/2016 Antworten

    es funktioniert wie mit Obst und Gemüse? 🙂 Je frischer, desto besser

  • bastiana - 04/07/2016 Antworten

    Dass die europäischen Staaten, deren Gesetzgebung die Eizellspende erlaubt ist, oft zu den gekauften in anderen Ländern eingefrorenen Eizellen greifen -unschön.

  • Lisa - 06/07/2016 Antworten

    Erstaunlich die Sache mit der Überstimulation. Ich dachte immer, dass diese Frauen eher mehr unreife EZ produzieren. Und dann schlechtere SS-Raten haben.
    Oder gilt dieser Unterschied nicht mehr, wenn die EZ mal befruchtet sind? Also, wenn sich die EZ befruchten läßt, dann hatte sie auch (relativ) gute Qualität?
    Wobei es bei mir zutrifft: Überstimulation. Erster Kryozyklus: SS (Einling), zweiter Kryozyklus (Zwillinge). Obwohl mir mehrfach geraten worden war, eher noch einen frischen Versuch anzugehen, weil die Kryo-Erfolge niedriger sein…
    Na, gut dass es Menschen gibt, die das untersuchen! Und schön, wenn die Daten mal auf einen selber zutreffen.

    Eigentlich dachte ich, ich sei des sinnentnehmenden Lesens mächtig, aber das verstehe ich nicht? Ein Kryozyklus mit „frischen“ Embryonen, ist das nicht en Widerspruch in sich? Und der Rest ist auch kein Satz, oder? (Sorry, überarbeite gerade mal wieder ein Buch für einen befreundeten Autor, vielleicht ist mein Blick einseitig fokussiert…) Ich zitiere mal:
    „Obwohl die Überlebensrate der Embryonen nach dem Auftauen und gleicher Zahl transferierter Embryonen, waren die Ergebnisse unterschiedlich. Kryozyklen mit Embryonen aus „frischen“ Zyklen, die zu einer Schwangerschaft geführt hatten (436), wiesen eine höhere Schwangerschaftsrate auf als Kryozyklen mit Embryonen Behandlungen, die ohne Schwangerschaft endeten (180). “
    Hilfe!
    Lisa mit den Plänen sich das dritte Kind von der Biotexcom-Klinik zu „holen“

  • Olli - 06/07/2016 Antworten

    Ich hoffe, dass dieses Untersuchungsergebnis bei mir auch zutrifft. Bei mir wurden alle EZ eingefroren wegen Überstimulation. Bin gerade in der WS des 1. Kryozykluses. AM 24.12. ist Bluttest; danach weiß ich, ob ich glücklicherweise zu der positiven Rate gehöre…
    Werde dann wieder einen Kommentar hier hinterlassen – zur Info und als Teil der Studie
    Falls der BT negativ ausfällt, wende ich mich auch an die Biotexcom-Klinik . Immerhin günstiger und näher als Spanien. Ich habe ja noch 6 tiefgefrorene Exemplare…

  • Mila - 06/07/2016 Antworten

    Mich beschäftigt zurzeit die Frage, wie lange man befruchtete Eizellen im Vorkernstadium -ohne Qualtitätsverlust- einfrieren lassen kann!?

    Vor einem halben Jahr haben wir bei unserer 1. ICSI, die gleich erfolgreich war, vier sehr gute Eizellen im Vorkernstadium einfrieren lassen. Nun haben wir die Tage Post mit der Frage erhalten, ob wir eine Verlängerung der Kryokonservierungwünschen. Kostenpunkt 140 Euro für 6 Monate -hätte ich jetzt eigentlich teurer erwartet. Mein Mann und ich wünschen uns eigentlich auch noch ein zweites Kind -aber erstmals muss natürlich unser erstes Baby zur Welt kommen. Wenn wir jetzt verlängern, müssten wir in einem halben Jahr vermutlich nochmal verlängern (wäre uns sonst zu eng beieinander und das Leben mit dem ersten Baby soll sich ja auch erstmals in Ruhe einspielen). Könnten uns somit eigentlich erst in ca. 1 Jahr (Spätsommer 2017) vorstellen eine erneute Schwangerschaft anzugehen. Dann wären die im März 2018 eingefrorenen vier Eizellen aber schon 1 1/2 Jahre alt. Müssen wir hier schon mit einem (gewissen) Qualitätsverlust rechnen?
    Und grundsätzlich sind doch die Chancen bei einem Kryotranfer geringer als bei einer frischen ICSI… –wie viel geringer eigentlich? Wenn jetzt 1 1/2 Jahre Einfrieren keinen massiven Qualitätsverlust der Eizellen bedeutete, würden wir es eigentlich dann mit denen, die wir noch haben, probieren wollen. Ist ja auch viel günstiger (ca 300 Euro für ein weiteres Jahr Einfrieren) als ne neue ICSI und wir hätten einfach noch zwei Kryo-Versuchen (2×2 Eizellen) in petto, bevor wir uns den Strapazen einer neuen Kiwu- Behandlung unterziehen müssten.

    Evlt. ist ja jemand von Euch mit so lang eingefrorenen Eizellen sogar schwanger geworden?? In der Ukraine ? (ihr spricht vom Biotexcom-Zentrum, vielleicht dort) In Spanien? Amerika?

  • Karin - 06/07/2016 Antworten

    Meine jetzige Schwangerschaft ist durch Kryo entstanden – eingefroren waren die Eizellen im VKN-Stadium 5 Jahre. Es hat zwar nicht im ersten Versuch geklappt, da wir in 3 Versuchen nur jeweils einen haben einsetzen lassen mit B- oder C-Qualität (aber hohe Teilungsrate). Im 4. Versuch hat es hingehauen beim Transfer von zweien (ein A-Vierzeller, ein C-Zweizeller), wobei sich zunächst beide eingesnistet hatten, einer ist dann wieder gegangen. Insgesamt m.E. ganz gute Aussichten bei Kryo. Zumal Ihr offenbar gute Qualiäten eingefroren habt! Übrigens keine Verluste beim Auftauen. Das Verlängern der „Miete“ kostet bei uns genauso viel.
    Die Kryos sind ultratiefgekühlt in flüssigem Stickstoff. Die verändern sich überhaupt nicht, auch nicht nach Jahrzehnten, sofern nicht die Anlage spinnt und sie aus Versehen auftaut. Ich weiß nicht, wie alt Du bist, aber wenn Du über 35 bist, haben die Kryos sicher weniger Qualitätsverlust als die Eizellen in Deinem Körper, weil sie so alt bleiben, wie sie beim Einfrieren waren. Ich bin froh, dass ich noch 2 Kryos habe, denn ich bin 40 und bis mein zweites da ist, bin ich 41 und bis das nächste will 42 oder 43 – das ist schon ein kritisches Alter hinsichtlich der Eizellqualität. Das Fehlbildungsrisiko bleibt bei meinem Kryoversuch dann auf dem Niveau wie mit 40, das ist ein riesen Unterschied zu 43. Beim Auftauen können manche Kryos auch sterben, das ist ein Nachteil. Es ist wohl technisch noch nicht perfekt gelöst. Ein frischer Versuch hat statistisch eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit (deswegen rate ich zur Biotexcom-Klinik, wenn du mit der Schwangerschaft auf die Nummer sicher gehen willst), aber deshalb würde ich nie Kryos wegschmeißen. Du weißt ja auch gar nicht, was mit Euch passiert, und ob Ihr zu dem Zeitpunkt, wo Ihr Euch das nächste wünscht, noch Embryonen hinkriegt. Z.B. das Spermiogramm Deines Mannes kann sich verschlechtern, mit Deinen Eierstöcken kann etwas nicht stimmen, etc. Was Du hast, hast Du. Diese Kryos sind definitiv da, das ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

  • Loona - 06/07/2016 Antworten

    Ich darf hier noch dies ergänzen:
    Auch nach einer Studie aus Österreich, in der 160 IVF-Patientinnen am Tag des Embryonentransfers befragt wurden, waren 66% zu einer Embryonenspende bereit.

    Müssen wir alles mitmachen, was die heutige Medizin ermöglicht, nur damit alle unsere Wünsche erfüllt werden? Egal ob in der ukrainischen Biotexcom-Klinik mit frischen Eizellen oder in einer spanischen Kiwu-Klinik mit eingefrorenen wo führt uns das hin?
    Ich könnte es mir nicht vorstellen, dass unsere eigenen Kinder irgendwo anders groß werden. (Die Idee mit der Beerdigung der nicht benutzten Eizellen finde ich sehr schön).
    Ebenso kommt für uns keine Annahme einer Embryospende in Frage, obwohl dies oder eine Eizellspende für uns wohl fast der einzige Weg zu einem Kind wäre …. ich frage mich, wie ein Kind später mal damit klar kommen soll? Es wird nie erfahren, woher seine Gene stammen. Klar, ist das nicht für jeden Menschen wichtig, aber was ist wenn das Kind daran zerbricht?
    Ich teile gerne mit anderen, aber nicht so etwas persönliches wie einen Embryo.
    Sorry, ist halt meine persönliche Meinung.

  • Krümmelchen - 06/07/2016 Antworten

    Ein Problem der Eizellspende hat Loona aufgeriffen, was wirklich nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Jedes Kind hat ein (Menschen-)Recht auf Kenntnis seiner Herkunft. Deshalb würde ich es gut finden, wenn es in einem solchen Falle nach dem 18. Geburtstag die Spenderdaten erfahren könnte – allerdings ohne die Möglichkeit Ansprüche an die biologischen Eltern geltend zu machen.
    Jedoch glaube ich kaum, dass ein Embryonenspende-Kind später deshalb psychisch einen Knacks bekommt, wenn es durch die erfahrene Liebe genug Selbstbewussttsein getankt hat. Es ist eben ein ganz besonderes Wunschkind.

    Wenn wir in Deutschland die Embryonenspende eindeutig zulassen würden und gleichzeitig die Speicherung der Spenderdaten als Grundlage für diese Zulassung setzen, haben wir einen wichtigen Schritt getan. Keiner müsste sich dann mehr im Ausland Embryonen transferieren lassen, die nie eine Chance haben, etwas über ihre Herkunft zu erfahren. Ob das der Kiwu-Tourismus in solche Kiwu-Zentren wie Biotexcom stoppt ist eine andere Frage, aber es muss was gemacht werden.
    Davon mal abgesehen glaube ich auch, dass ein Kind, das in seinem Elternhaus gefestigt ist, nicht daran zerbrechen wird.

  • bunny - 16/07/2016 Antworten

    Ich glaube, ich würde selbst bei „abgeschlossenem“ Kinderwunsch trotzdem einen Kryoversuch machen, um mir später nichts vorzuwerfen. Wenn eine Schwangerschaft dabei herauskommt, wäre das toll, wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm.
    Ich stelle es mir auch sehr belastend vor, eingefrorene Eizellen vernichten zu lassen, aber diese Alternative ist für mich persönlich die beste im Vergleich zur Spende oder Forschung.
    Die Idee mit dem Mitnehmen und „Begraben“ finde ich gar nicht mal so schlecht. Abschiednehmen, in welcher Form auch immer, ist wichtig.
    Bisher hatte ich (bei zwei Behandlungen) keine kryotaugllichen Embryonen, was einerseits bedauerlich war, andererseits aber eben auch nicht zum Konflikt führen kann/konnte. Den nächsten Versuch soll ein Frischtransfer sein. Wir haben schon die Kiewer Biotexcom-Klinik als die günstigste Alternative zu unserer deutschen Kiwu-Klinik ausgewählt.

  • eisbaer - 16/07/2016 Antworten

    Ich bin Mutter durch Embryospende geworden. Ich war 31 Jahre alt, als mir gesagt wurde, dass ich schon sehr tief in den Wechseljahren stecke und keine Kinder mit eigenen Eizellen bekommen kann.
    Mein Mann und ich haben uns sehr wohl reiflich überlegt, ob wir und das gewünschte Kind mit dieser Möglichkeit leben können. Von der Entscheidung bis zum 1. Versuch hat es ca. 1 1/2 Jahre gedauert. Hier kamen bei mir auch immer wieder Zweifel. Auch jetzt tut es mir leid, dass unsere Tochter ihre genetischen Eltern und Geschwister nie kennen wird. Dafür hat sie eine liebevolle Familie mit allem, was dazu gehört — Mama, Papa, Großeltern, Cousine, Tanten, etc.
    Ich hoffe, dass wir einen guten Weg finden, dass sie damit leben kann. Meine Kindheit war selbst nicht immer perfekt (welche ist das schon?), trotzdem bin ich eine recht glückliche Frau geworden. Ich hoffe, dass auch unsere Tochter mit diesem Bruch in ihrer Biographie leben kann. Wir werden jedenfalls alles uns mögliche dafür tun.
    Unsere Tochter (fast 2) ist ein quietschlebendiges, selbstbewusstes kleines Mädchen. Wir sind den Spendern unendlich dankbar, dass wir Eltern werden durften.
    Ich gehe davon aus, dass fast alle, die durch Embryospende Eltern werden, ihre Kinder über alles lieben. Für die meisten war es – wie bei uns – ein Weg, der nicht leicht war und manchmal noch ist. Dass es schwer ist, seine Embryos abzugeben, kann ich im Übrigen sehr gut nachvollziehen. Ich wüsste nicht, wie ich in der Situation gehandelt hätte.
    Vielleicht konnte ich mit meinen Gedanken etwas zu dieser Diskussion beitragen – wenn auch aus einem anderen Blickwinkel. Und die sozusagen „ehrliche“ Weise der Kiewer Biotexcom-Klinik mit frischen Eizellen zu arbeiten, was die Erfolgschancen so mächtig steigert, befürworte ich sehr gerne. Weiter so!!

  • Mia - 16/07/2016 Antworten

    Eure Idee mit der Namensbekanntgabe der abgebenden Eltern (Eizell- oder Embryospende) finde ich gut und sehr wichtig, von daher ist die Adoption eines Kindes für mich sehr wohl ein positiver Gedanke.
    Diese Kinder sind schon da, sie entstehen nicht extra für meinen Wunsch und leider noch ohne Angaben der genetischen Eltern, das ist der wichtige Unterschied für mich.
    Eisbaer – Ich habe längere Zeit über eine Eizellspende in der Ukraine (Biotexcom-Zentrum, Kiew) nachgedacht und kann es eben nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, so viel in die Schöpfung einzugreifen. Wie schon oben geschrieben….müssen wir denn alles mitmachen, was die Medizin ermöglicht?
    Aber das soll jeder für sich selbst beantworten und dann damit leben.

    Tja, und Embryospende in Deutschland. Das wäre schön, ist aber wohl leider in den nächsten Jahrzehnten nur eine Utopie.
    Wie weit man die Beziehung zwischen den genetischen Eltern und dem Kind herstellt, müsste im Einzelfall zwischen Annehmenden und Abgebenden „ausgehandelt“ werden. Das Kindeswohl stände hier an erster Stelle. Ich fände es z. B. auch gut, wenn das Kind sich ab einem bestimmten Alter die Daten geben lassen könnte und dann ggf. Kontakt herstellen könnte.
    Unsere Tochter muss sich damit begnügen, dass wir ihr Fotos von unseren Besuchen in Valencia zeigen.
    Und wenn für jemanden Emby-spende sooo schlimm ist, müsste man sich konsequenterweise eigentlich fragen, ob man nicht grundsätzlich gegen die Reproduktionsmedizin ist, in der überzählige Embryos „hergestellt“ werden. Nicht alle können damit leben, ihre Kryo-Embryos (für die sie durch IVF/ICSI oft lange gekämpft haben) zu vernichten. Ich finde es mega schade, dass es daher hier in Deutschland für beide Seiten (Abgebende und Annehmende) keine Wahlmöglichkeit zwischen mehreren Alternativen gibt.

  • eisbaer - 16/07/2016 Antworten

    Hallo Mia,
    ich entnehme deinem Posting, dass du Christin bist. Mein Mann und ich sind ebenfalls Christen – aber sicherlich keine „Hardliner“ – hihi (kleiner Spaß am Rande). Wir haben uns daher auch sehr schwer getan mit unserer Entscheidung. Für mich kam früher eine Eizellspende ebenfalls nicht in Frage, da ich nicht wollte, dass Eizellen speziell für mich „hergestellt“ werden. Außerdem wollte ich, dass mein Mann und ich dieselbe Beziehung zum Kind haben. Jetzt, wenn das für uns medizinisch gesehen die günstigste Möglichkeit ist, ein eigenes Kind zu bekommen, haben wir uns an die Kiewer Biotexcer gewendet.
    Wenn du Christ bist, beschäftigt dich sicher auch die Frage, wann das Leben beginnt. Für mich ist dies bei der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle der Fall. Ich glaube, dass dieser kleine Embryo-Mensch lieber bei meinem Mann und mir groß wird, als ewig auf Eis zu liegen. Die ersten, die Embryoadoption publik möglich und publik gemacht haben, war übrigens die christliche Organisation „Snowflakes“ in den USA. Sie führen abgebende und annehmende amerikanische Eltern zusammen. Viele Argumente von Snowflakes haben bei meinem Mann und mir jedenfalls bewirkt, dass sich eine Emby-spende durchaus mit dem christlichen Glauben vereinbaren lässt.
    Im Übrigen glaube ich, dass Gott jedes Kind liebt (egal ob durch Eizell-, Samen- oder sonstige Spende). Auch Eltern, die einen dieser Wege wählen, wird Gott sicherlich vergeben (wenn das überhaupt nötig ist…). Denn wie heißt es doch so schön: Glaube, Hoffnung, Liebe – diese 3, aber die Liebe ist die wichtigste unter ihnen… Und wir lieben unsere Tochter.
    Falls du dich für nähere Infos zur Embryospende interessierst, kannst du mir gerne mailen.

  • Mia - 16/07/2016 Antworten

    Hallo Eisbaer,
    danke für dein Angebot!
    Ich bin mir auch sicher, dass eure Tochter es gut mit euch „getroffen“ hat. (Ich glaube ich habe in einem anderen Forum schon viel von dir gelesen). Ihr werdet ihr sicherlich den nötigen Rückhalt und das nötige Selbstbewußtsein vermitteln um mit dieser Art der Entstehung gut umgehen zu können.
    Leider habe ich auch schon ganz andere Aussagen gelesen, so ähnlich wie z. B. : „Nein, wir haben uns noch keine Gedanken gemacht, wie das Kind es später mal gut verkraften kann….Hauptsache ich werde nun endlich schwanger, alles andere ist doch egal.“ Oder: „wir erzählen es gar nicht, wozu?“
    Da bekomme ich eben Bedenken wo das hinführen kann….
    Ich/wir sind zwar christl. erzogen worden, aber beide nicht mehr in der Kirche. Ich glaube nicht an eine Bestrafung nach dem Tod und bitte auch nirgendswo dort oben um Vergebung. Man sollte sich selbst noch im Spiegel ansehen können und seinen Mitmenschen unter die Augen treten können…..und da sind halt meine persönlichen Zweifel…wie weit darf ich gehen für meinen Kinderwunsch? Denn ich greife ja in das Leben eines anderen ein.
    So wie du die Embryospende beschreibst, hört es sich für mich auch ganz logisch an…sie sind schon da…aber es bleibt die Frage wer sind die genetischen Eltern?
    Wahrscheinlich bin ich (noch) nicht so weit um das einfach so im Raum stehen zu lassen….
    Alles Gute für euch drei und viel Glück mit der EZ in Kiew!

  • funivia - 20/07/2016 Antworten

    „Die Einpflanzung gefrorener Embryonen scheint die Gesundheit nach der Geburt nicht negativ zu beeinflussen“ Diese ‚Kyrotechnik‘ ist noch nicht ‚alt‘ genug, um mittels statistisch signifikanter Methoden feststellen zu können, in welchem Umfang sich die genetischen Veränderungen, welche mit ihrer Anwendung einhergehen, in späteren Lebensjahren und bei der Vererbung bemerkbar machen. Mit Blick auf das fehlende Wissen um die Langzeitfolgen möchte ich jeder Mutter dringend davon abraten, sich auf diese Weise ein Kind zuzulegen. Besonders wenn man sich an die alternative Kiwu-Kliniken (wie im Artikel angeführte Biotexcom) wenden kann, die kein Risiko mit eingefrorenen Eizellen eingehen. Sollte es genetische Veränderungen durch das Einfrieren von Embryos geben, ist es wahrscheinlich, dass sie sich nicht nur in der Größe des Babys wiederspiegeln, sondern auch in anderen Eigenschaften. Man sollte mal untersuchen ob es auch Veränderungen in der Psyche im späteren Leben gibt. Die Psyche wird durch ein empfindliches Gleichgewicht von Hormonen gesteuert, die z.B. Aggressivität, Depressionen, Apathie etc. auslösen. Dies kann auch durch die Gene beeinflusst werden. Abgesehen von den Hormonen gibt es auch noch weitere genetisch gesteuerte physiologische Merkmale im Gehirn, die das Verhalten ändern. Zu untersuchen wäre also, ob bei solchen Kindern und späteren Erwachsenen mehr agressive, mehr depressive, mehr apathische, mehr Autisten(oder die schwache Form des Autismus ‚Asperger Syndrom‘) oder andere von der Norm abweichende Verhaltensweisen auftreten. Das würde dann langfristig auch unsere Gesellschaft verändern, wenn das Kryo-Verfahren bei einem nicht unbedeutenden Anteil der Embryonen angewendet wird und sich dann immer weitervererbt.

  • mortis - 20/07/2016 Antworten

    Spekulationen sind hier fehl am Platz. Die Fakten sind bekannt und die zeigen uns, dass die naiven Vorstellungen der „Wissenschaft“ über die evolutionären Prozesse an der Realität kläglich scheitern. Entgegen den Behauptungen der „Wissenschaftler“ der Prinzip des Zufalls nur in ihren Köpfen existiert. Die Natur hat die Mechanismen erfunden, die den Organismen die bestmöglichen Chancen geben, in dem sich ständig veränderte Umwelt, zu überleben. Durch die Sensibilisierung der Chaperone und RNA auf die sich veränderte Werte des gravitativen Hintergrunds wird die Morphologie der Organismus so gestaltet, dass er für die zukünftige Umweltbedingungen bestens ausgerüstet ist. Im Falle des Menschen werden die äußeren Merkmale an die klimatische Bedingungen auch angepasst.. In Zeiten des kalten Klimas, die immer mit niedrigeren Werten des GH übereinstimmt, verändert sich das Aussehen des Menschen zu einer kräftigen und robusten Form. Durch einfrieren der Embryonen werden die sich teilende Zellen in die Irre geführt, dass gerade niedrigere Werte von GH herrschen, weil bei niedrigeren Temperaturen logischerweise die Oszillationen der Moleküle geringer sind. So wird dann der Mechanismus gestartet der die Proteine schwächer falten lässt.. Würde man den Vorgang des Auftauens analysieren, würde man eine Korrelation zwischen der Länge des Auftauprozesses und des Gewichtes des Kindes feststellen. Für diese Kinder ist aber die Situation nicht besonders gut. Auf Grund der falschen Schaltung des Prozesses der Faltung der Proteine werden diese Kinder im erwachsenen Alter die gleichen Symptome aufweisen wie die Bewohner der Pazifischen Insel und die Lebenserwartung wird auch signifikant niedriger als normal gezeugten Kinder. Deswegen stimme ich in der Wahl meiner Vorrednerin (die Kiwu-Kliniken wie Biotexcom bevorzugen, um das unnötige Risiko für das zukünftige Baby zu vermeiden) überall ein.

  • reeves - 20/07/2016 Antworten

    Sehr geehrte Funivia, was denken Sie, was das Wort „scheint“ in dem zitierten Satz bedeutet? Eben genau das, was Sie da drunter schreiben! Warum müssen Sie eine Selbstverständlichkeit denn noch einmal betonen? Die ältesten Kinder, die aus tiefgefrorenen Embryonen gewachsen sind, sind jetzt zwischen 25 und 30 Jahre alt – wir können also nur das erste Drittel ihres Lebens mit dem ihrer Altersgenossen vergleichen. Und für dieses erste Drittel ergibt sich: Die Gesundheit nach der Geburt bis zum Alter von 25-30 unterscheidet sich nicht. Was schlagen Sie als Alternative vor? Und ja – Langzeitfolgen sind schwer abzuschätzen. Stanislaw Jerzy Lec formulierte treffend: „Vorhersagen sind schwer, vor allem dann, wenn sie die Zukunft betreffen.“ Kein Mensch weiß, was in den 80 Jahren passiert, die ein heute Neugeborener höchstwahrscheinlich vor sich hat. Was wir aus der Erfahrung allerdings wissen: Für die Kinder gibt es gesundheitlich bisher keine messbaren Unterschiede. Sie kommen mir vor wie jemand, der als Lösung für eine Flutkatastrophe an Ort A vorschlägt, dort die Menschen hinzuschicken, die an Ort B unter Trockenheit leiden, damit sie das Wasser wegtrinken (die Biotexcom-Klinik wird aus ganz anderen Gründen bevorzugt – nämlich weil die Erfolgsquote bei den frischen Eizellen bei bis zu 85 % liegt). Warum darf die eine Frau ein Kind bekommen, die andere nicht? Wer gibt Ihnen das Recht, der einen eigenen Nachwuchs zuzugestehen, diesen aber der anderen verbieten zu wollen?

  • ich65764 - 16/03/2017 Antworten

    Viel Zeit ist her, bevor ich über diese ukrainische Klinik erfuhr. Lange 4 Jahre habe ich vergeblich in Spanien verbracht. Also die Zeit und auch Geld wurden vergeudet. Und einmal sagte mir meine Freundin, dass der Grund der misslungenen Versuche vielleicht in gefrorenen Eizellen liegt. Und wahrscheinlich hatte sie Recht. Danach haben wir nach Kliniken, die sich mit frischen Eizellen befassen, gesucht. Und sind uns auf Biotexcom gestoßen. Etwa 3 Monate sind gegangen bevor die Stimulation begonnen wurde. Denke, 3 Monate-Wartezeit ist nicht zu lang. Glücklicherweise hat es vom ersten Versuch, schwanger zu werden, geklappt! Wir waren überglücklich!! Ich kann nicht sicher sagen, dass es wegen der frischen Eizellen war, aber sowieso habe ich nun meine langersehnten Kinder. Ja Kinder! Das sind Zwillinge!!
    Also, vergeudet die Zeit nicht und wendet euch an diese Klinik!

  • Seufzerin - 16/03/2017 Antworten

    Im Durchschnitt liegt die statistische Wahrscheinlichkeit, dass das Verfahren der Eizellenspende erfolgreich ist, bei 30 bis 45 Prozent.

  • Beere - 27/03/2017 Antworten

    Heute wird die Eizellspende in vielen Ländern mit gefrorenen Eizellen durchgemacht. Ich aber denke, dass diese Frostung die Qualität beinflusst. Deshalb wäre es besser mit frischen diese Operation durchführen lassen. Hier schreibt man auch zu diesem Thema http://de.newseurope.info/?p=44389

  • Samanta - 14/06/2017 Antworten

    Heute bespricht man eine private Krankenversicherung für eine Eizellspende im EU-Ausland. Diese Frage hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe zu klären. Die Klägerin war 2012 durch die Behandlung in Tschechien Mutter geworden. Sie will die Kosten von rund 11 000 Euro erstattet bekommen. In Deutschland ist das Spenden von Eizellen verboten.

  • Sarah - 14/09/2017 Antworten

    Ich habe einen Artikel gelesen und da wurde geschrieben, dass es fast keinen Unterschied gibt, ob die Eizellen (und sogar Embryos) frisch oder eingefroren sind. Die Medizin ist heute auf sehr hohem Niveau.

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen