Ausgestorben und wiederbelebt: Jurassic Park, Teil fünf

Published 01/03/2016 in Natur, Wissen

Ausgestorben und wiederbelebt: Jurassic Park, Teil fünf

Wer würde nicht gerne auf einem Mammut reiten oder Dinosaurier streicheln? Forscher wollen diese und andere ausgestorbenen Spezies wiederauferstehen lassen.

In seinem fiktionalen Thriller „Jurassic Park“ ließ der Autor Michael Crichton ausgestorbene Arten wiederauferstehen. Furchterregende Dinosaurier fletschten ihre Zähne und machten Jagd auf Menschen – ein Kassenschlager, als Steven Spielberg die Buchvorlage 1993 in die Kinos brachte. Dass es tatsächlich gelingen konnte, verlorene Arten zuruckzuholen, schien damals unvorstellbar. Doch zehn Jahre später geschah genau das.

NGS Picture Id:1550262Kurzfristig wiederbelebt: der Pyrenäensteinbock

Der letzte Pyrenäensteinbock, ein Weibchen namens Celia, wurde im Jahr 2000 von einem umsturzenden Baum erschlagen. Doch Biologen hatten vorsorglich Gewebeproben gesammelt und eingefroren, so dass sie daraus nun Zellkerne mit dem Erbgut gewinnen und diese in die entkernten Eizellen von Hausziegen einsetzen konnten. Auf ähnliche Weise war nur wenige Jahre zuvor das Klonschaf Dolly gezeugt worden. Nun entwickelten sich Embryonen, die man Zicken einpflanzte, um sie austragen zu lassen. Nach 57 Versuchen wurden sieben Weibchen trächtig, eines davon brachte 2003 schließlich ein Kitz zur Welt. Die Freude uber die Wiedergeburt des Pyrenäensteinbocks währte jedoch nicht lange, denn nach wenigen Minuten starb die Spezies zum zweiten Mal aus: Das Kitz litt an einer Missbildung der Lunge und erstickte.

Exemplarisches Scheitern?

Der Fehlschlag scheint die grundsätzlichen Zweifel an dieser Methode zu bestätigen. Die Proben waren schließlich nur fur kurze Zeit und sorgfältig gelagert worden, die DNA war entsprechend wenig beschädigt, und Ziegen schienen fur eine solche Leihmutterschaft durchaus geeignet. Wenn schon dieser Versuch scheiterte, mussten wohl sämtliche Pläne, Dinosaurier oder auch Mammuts zuruckzuholen, erst recht misslingen.

Doch der amerikanische Paläontologe Jack Horner glaubt weiterhin an die Wiederauferstehung der Dinosaurier. Seiner Meinung nach braucht man nicht einmal Original-DNA, um die Riesenechsen nachzuzuchten. Die Dinosaurier selbst mogen zwar ausgestorben sein, aber ihre wichtigsten Merkmale haben im Erbgut ihrer Nachfahren uberlebt. Also zum Beispiel in Huhnervogeln.

Dinos aus dem Huhnerstall

Huhner haben zwar äußerlich nur noch wenig mit ihren Urahnen gemein. Dennoch schlummern in ihnen die Informationen zum Dinosauriergebiss, zum Schwanz und zur Schnauze. Versuche verschiedener Forschergruppen deuten darauf hin, dass man diese Merkmale vielleicht wecken konnte.

Der Evolutionsbiologe Matthew Harris hatte 2006 am Max-Planck-Institut fur biologische Kybernetik in Tubingen Huhnerembryonen untersucht und war dabei auf säbelartige Gebissanlagen gestoßen, obwohl Haushuhner eigentlich zahnlos sind. Eine Mutation im sogenannten talpid-Gen hatte diese ungewohnliche Entwicklung hervorgerufen. Der Paläontologe Bhart-Anjan Bhullar ging im vergangenen Jahr an der Yale University noch einen Schritt weiter und veränderte die molekularen Prozesse, die im Huhnerembryo zur Bildung des Schnabels fuhren. Daraufhin entwickelte sich tatsächlich eine Art Dino-Schnauze, und auf der Internetseite der Universität heißt es, die manipulierten Embryonen wurden kleinen Dinosauriern ähneln.

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